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Hofdame Lily Gräfin von Hunyady

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Foto: Wikimedia/Commons
Caroline Gräfin von Hunyady, ca 1860/1, Madeira

Eine der früheren Hofdamen, Freundin und Vertrauten von Kaiserin Elisabeth war Caroline Gräfin Hunyady von Kéthely, genannt Lily. Sie wurde am 26.12.1836 in Wien geboren. 

Foto: geni.com
Henriette Prinzessin von Liechtenstein
Foto: Wikimedia/Commons
Josef Graf von Hunyady

Ihr Vater József János Nepomuk Antal Zsigmond Graf Hunyady von Kéthely, genannt Josef Graf von Hunyady (*13.1.1801, †9.3.1869) war der erste ungarische Obersthofmeister am österreichischen Kaiserhof. 

Josef ehelichte am 1.10.1825 Henriette Prinzessin von Liechtenstein, welche die Tochter des österreichischen Feldmarschalls Johann I. Josef von Liechtenstein war.

Am 22.7.1827 kam Imre Joachim Ferenc Graf Hunyady von Kéthely zur Welt (†8.6.1902). Er war somit Carolines älterer und einziger Bruder. 

Lily wurde Hofdame, als Kaiserin Elisabeth auf den österreichischen Kaiserhof kam.

Leider gibt es keine Quellen, die das innige Verhältnis der beiden Frauen näher beschreiben könnte. Brigitte Hamann schreibt in ihrer berühmten Biografie, dass das Verhältnis zu Lily sehr innig war.

Dies führte zu bösartigen Gerüchten und Eifersucht unter den anderen Hofdamen. Elisabeth und Lily wurde sogar eine lesbische Beziehung angedichtet. 

Lily und ihr Bruder Imre, sowie Maria Helene Sophie von Thurn und Taxis (*Anmerkung unten) (*16.5.1836, †13.11.1901) und Mathilde Windischgrätz begleiteten 1860 Elisabeth auf Madeira, wo sie sich teilweise zu Tode langweilte.

Außer Leierkasten- sowie Kartenspiele und ewig lange Spaziergänge fand auf Madeira nichts statt. Kaiserin Elisabeth ließ sich extra Papageien, Hunde (aus Großbritannien) und andere Tiere importieren damit die Langeweile eingedämmt wurde.

Foto: Wikimedia/Commons
Kaiserin Elisabeth, Helene von Thurn und Taxis, Lily Hunyady und Mathilde Windischgrätz, ca. 1860/1 Madeira

Ein Foto ging in Wien wie ein Lauffeuer herum. Es zeigt Kaiserin Elisabeth mit der Mandoline, Helene hält einen kleinen Hund, Lily steht im Hintergrund und sieht alle an, Mathilde hält einen Tubus in der Hand. Alle sind mit Matrosenhemden und -hüten gekleidet.

Dieses Foto wurde ein Skandal. Nicht nur, weil man in Wien dachte, Kaiserin Elisabeth sei dem Tode nahe, sondern auch, weil sie auf dem Foto glücklicher und gesünder aussah, als jemals zuvor in Wien. 

Imre, Graf von Hunyady Foto: Wikimedia/Commons

Imre Graf von Hunyady war als erster ungarischer Lehrer mit auf der Reise, verliebte sich aber unglücklicherweise während dieses Aufenthaltes in Elisabeth, was prompt seinen sofortigen Abgang zur Folge hatte.

Lily und Imre waren auf alle Fälle der Grundstein für die große Liebe von Kaiserin Elisabeth zu Ungarn.

Zurück in Wien begang Lily einen der „größten Fehler“ im Leben einer Hofdame: sie verliebte sich in Otto Wilhelm Graf von Walterskirchen (*19.6.1833, †16.11.1912), welcher als Diplomat arbeitete. Da das Protokoll den sofortigen Ausschluss aus dem Hofdienst vorsah, wurde sie sofort nach ihrer Hochzeit entlassen.

Wieso dies so war und was genau eine Hofdame zu tun hatte, könnt ihr in meinem großen Bericht „Spanisches Hofzeremionell“ nachlesen (hier).

Lily und Imre in Madeira 1860/1, Foto: Wikimedia/Commons 

Danach gibt es unterschiedliche Aussagen der Biografen.

Bei Gudula Walterskirchen heißt es, dass sich die beiden nie wieder sahen und sich auch sonst Kaiserin Elisabeth nicht mehr um ihre einstige engste Vertraute kümmerte.

Otto sei verarmt gewesen, da ihm als Letztgeborener kein eigener Besitz mehr zustand. Das Paar lebte nur von den Einkünften die Otto als Diplomat einnahm. Diese Karriere verlief aber alles andere als steil, er musste oft sehr lange auf seine Botschafterposten warten.

Brigitte Hamann jedoch schrieb, dass sich die beiden auch noch nach der Heirat immer wieder trafen, da Lily nun zum österreichischen Adel gehörte, obwohl sie Ungarin war. Angeblich schrieb Kaiserin Elisabeth auch immer noch Briefe an Lily.

Da aber weder Tagebuchaufzeichnungen erhalten sind (ob jemals eines geführt wurde, ist nicht bekannt), noch die Briefe, kann diese Aussage nicht weiterverfolgt werden. Auch über das weitere Leben von Gräfin von Walterskirchen ist nichts bekannt.

Lily Gräfin von Walterskirchen starb am 28.2.1907 in Wien.

– Petra –


Anmerkung Petra: (*) Maria Helene Sophie von Thurn und Taxis wird in der Literatur immer nur „Helene von Thurn und Taxis“ genannt. Es führt daher oftmals zur Verwirrung und viele glauben hier „Néné – also Helene Herzogin in Bayern, verheiratete Helene von Thurn und Taxis  vor sich zu haben, die Lieblingsschwester von Kaiserin Elisabeth. 


Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Petra
Fotorechte: Wikimedia/Commons, geni.com


Literatur Hinweise:

Brigitte Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen
Piper Verlag, TB Ausgabe 8. Auflage 2017

Gudula Walterskirchen
„Der Franzi war ein wenig unartig“
Hofdamen der Habsburger erzählen
Residenz Verlag, 2013 1. Ausgabe, (nur noch antiquarisch erhältlich)


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