Hofburg Innsbruck

Vor zwei Jahren machte ich Urlaub in Tirol und musste natürlich auch die Hofburg in Innsbruck besuchen. Was verbindet ihr mit Innsbruck? Ich muss zugeben, das erste woran ich dachte war natürlich das Goldene Dachl, gleich gefolgt vom Alpenzoo.

Da ich eine Österreich Rundreise machte, suchte und plante ich natürlich bereits Wochen im Voraus kaiserliche Ziele.

Dabei stieß ich dann auf die Sisi Appartements in der Hofburg.

Nun verbinden die meisten vermutlich Wien mit dem Namen Hofburg, ohne zu wissen, dass es in Innsbruck ebenfalls eine solche gibt, die ihrem Wiener Pendant um nichts nachsteht.

Ich besuchte also das Museum und war begeistert von den Räumen der Kaiserin, die ihr Schwager eigens für sie errichten ließ!  Man könnte anhand dieser Räume fast ein wenig den Sissi Filmen Glauben schenken und denken Karl Ludwig wäre ein bisschen in seine Schwägerin verliebt. 

Kaum war ich zu Hause rief ich natürlich mein Mariechen an und schwärmte von diesem Besuch. Nicht nur die Räume für die Kaiserin, sondern auch der Riesensaal hatte mich schwer beeindruckt.

Da wir letztes Jahr nach Meran im Palast Hohenems zu Gast waren, (Link: Gräfin Hohenembs – Ein Pseudonym das Weltruhm erlangte….. – Palast Hohenems)  behielten wir die Möglichkeit im Zuge dieser Reise Westösterreich zu besuchen bei und suchten nach möglichen Zielen.

Schloss Ambrass, Schloss Tratzberg, Schlösser und Burgen gibt es unzählige im Heiligen Land Tirol, eines schöner wie das andere. Irgendwann bei einem unserer fast täglichen Telefonate scherzte ich dann und sagte, „wieso fragen wir nicht gleich in der Hofburg?“

Wie ihr alle wisst, sind meine Wünsche Maries Befehle und so dauerte es nicht lange, dass sie mich zurück rief und erstmal nur ins Telefon quietschte.

Beim ersten Ton war mir sofort der Grund für diesen Ausbruch klar.

Wir hatten tatsächlich die Erlaubnis bekommen in diesen Räumen zu fotografieren.

Aber nicht nur das, man erlaubte uns auch das Benutzen sämtlicher Möbel…

Könnt ihr Euch vorstellen, was das für ein Gefühl war?

Nachdem der erste Schock verdaut war kam sofort der nächste Gedanke… WELCHES KLEID???

Wir gingen gemeinsam alle Kleider durch, fanden ein scheinbar passendes und verwarfen es sofort wieder. Je mehr ich darüber nachdachte, umso deutlicher wurde die Erinnerung an die grellen Farben der Seidentapeten, das bunte Muster des Teppichs und im nächsten Augenblick war eines klar:

„Ich habe nichts anzuziehen, ich brauche ein neues Kleid“

Nun könnte man meinen, bei über 60 Kleidern müsste doch was Passendes dabei sein, aber nein, es war nichts dabei, das dieser Einladung gerecht werden würde.

Historisch korrekt sollte es sein, dezent in den Farben und auf jeden Fall einer Kaiserin würdig. Und schon begann es in meinem Kopf zu rattern. Nun, vielleicht sollte ich dazu sagen, all das geschah ungefähr 3 Wochen vor unserer Abreise. Also könnt ihr Euch denken, wie kurz meine Nächte wurden… Nachdem unsere Mädels davon erfahren haben kam sofort Hilfe aus der Schweiz und unser Minnerl bot im nächsten Augenblick ihre Hilfe an. Denn so weit entfernt Innsbruck von mir ist, so nah ist es in die Schweiz.

Nun zu dritt hatten wir natürlich weit mehr Möglichkeiten und einstimmig beschlossen wir, dass das Sternenkleid in diesem Fall mit musste!

Link:    Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Keines der Ballkleider würde besser dorthin passen als das weltberühmte Sternenkleid.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen Meran mit einem lachenden und einem weinenden Auge und machten uns auf den Weg nach Innsbruck.

Die Sonne strahlte und das Kaisergebirge lud ein die Gipfel zu erklimmen.

Nachdem wir im Burghof unsere „Kutsche“ abgestellt hatten wurden wir sofort freundlich empfangen und man zeigte uns die Garderobe.

Minnerl begann die Unterröcke auszubreiten, zog die Schnüre am Korsett an, enger und noch enger…

Dann war es soweit. In einem schwarz weißen Tageskleid, bestehend aus Bluse mit einer Swisswaist und einem aufwendig gerafften Rock mit Spitzenfransen besetzt folgte ich dem Aufsichtspersonal durch die Gänge und durchquerte den Riesensaal.

Die beiden Mädels staunten nicht schlecht und waren kaum dazu zu bewegen sich weiter zu bewegen.

Im Riesensaal begegneten wir der Familie von Maria Theresia, hier sind all ihre Kinder und Enkelkinder verewigt. Der Name Riesensaal stammt allerdings aus früheren Zeiten, als Fresken der griechischen Mythologie die Wände schmückten.


Aber bevor ich Euch jetzt in die Räume der Kaiserin entführe, werfen wir einen Blick auf die eindrucksvolle Geschichte des Hauses.

Bereits 1350 bestand die romanische Stadtmauer, die später in den Osttrakt der Hofburg integriert wurde.

Ab 1396 kaufte Herzog Leopold von Österreich die ersten Grundstücke auf denen nun die heutige Hofburg steht.

Zwischen 1453 und 1463 erbaute Herzog Sigmund der Münzreiche eine rechtwinkelige Burg um das Stadttor.

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Sigismund von Tirol – Foto: wikimedia/commons

Nachdem Kaiser Maximillian die damalige Burg ausbauen und umbauen ließ, galt sie als schönstes Bauwerk der Spätgotik.

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Maximilian I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – Foto: wikimedia/commons

Zwischen 1536 und 1570 wurde aus der Burg ein Renaissance Schloss und erhielt Wandmalereien in den Innenhöfen.

1577 ließ Kaiser Ferdinand II. die Silberkapelle im Verbindungsgang zur Hofkirche errichten.

1665 verlegten die Habsburger ihren Regierungssitz nach Wien und somit diente Innsbruck nur noch als kaiserliche Unterkunft auf der Durchreise.

Zwischen 1754 und 1756 wurde die Hofburg erneut umgebaut, Maria Theresia machte aus der Hofburg ein Barockschloss.

Nach einem weiteren Umbau gehörte die Hofburg nun zu den bedeutendsten Repräsentationsbauten von Österreich.

1805 wurde die Hofburg zur bayrischen Nebenresidenz, nachdem Tirol an Bayern gefallen war.

Erst 1815 kam Tirol nach dem Wiener Kongress zurück an Österreich und somit die Hofburg wieder in Habsburger Besitz.

1848 flüchtete Kaiser Ferdinand im März mit der gesamten kaiserlichen Familie nach Innsbruck und kehrte erst im August wieder nach Wien zurück.

1858 kam es dann unter Karl Ludwig dem Stadthalter von Innsbruck zur Neugestaltung der Wohnräume. Die Sisi Appartements wurden errichtet.

1900 wurde ein Großteil der wertvollen Möbel nach Wien überstellt.

Bereits vor dem ersten WK war es erlaubt die Kaiserappartements an gewissen Tagen zu besichtigen.


Durch ein Vorzimmer gelangten wir anschließend in die Wohnräume der Kaiserin.

Der erste Raum war der Salon der Kaiserin, der zeitgemäß im Stil des zweiten Rokokos gestaltet wurde. Die Seidentapeten wurden originalgetreu nach Originalmustern von 1858 in einem aufwendigen Verfahren nachgewebt und wieder hergestellt.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Mein absolutes Lieblingszimmer kam als nächstes. Wir betraten das Toilettezimmer ihrer Majestät der Kaiserin von Österreich. Ganz in rosa gehalten ist dieses Zimmer, wohl der Inbegriff jedes Mädchentraumes!  Ab hier begann auch der Privatbereich.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Man nutzte diesen Raum zur Körperpflege, zum Kämmen, zum Wiegen und zum Erfrischen hieß es bereits im Elisabeth Musical, und ich muss sagen, es gibt vermutlich kaum einen schöneren Ort um sich die Haare flechten oder die Hände maniküren zu lassen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Allen Protesten zum Trotz musste ich mich aus der rosa Chaiselongue erheben und mich ins Schreibzimmer begeben, denn mein Mariechen drängte zur Eile. Man wollte ja in jeden Raum, auch wenn sie kaum ein Argument finden konnte um mich von meinem Traum in Rosa weg zu bringen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es ist in ihren Räumen auf ihren Stühlen zu sitzen, auf ihrer Chaiselongue zu liegen, aus dem Fenster zu sehen und zu träumen…

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Nicht nur die Besucher des Museums staunten nicht schlecht, als diese Räume so wieder zu neuem Leben erwachten. Auch die Mitarbeiter, die an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht zu überbieten waren, kamen um zu helfen und um zu staunen. Wir lachten herzlich als dann irgendwann die Aussage fiel „die Kaiserin ist wieder zu Hause“

Der nächste Raum den ich betreten durfte war das Schreibzimmer der Kaiserin. Ein Turmzimmer vollkommen in Türkis tapeziert.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Fast sah es so aus als würde der Schreibtisch nur darauf warten, benutzt zu werden. Standen doch Tintenfass und andere Gebrauchsgegenstände bereit einen Brief an die Lieben zu verfassen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ein Sofa gegenüber dem Tisch auf dem vielleicht Ida oder Marie gesessen haben und vorlasen, während Marie Valerie auf dem Teppich spielte.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir verließen das Schreibzimmer und gingen durch das Toilettezimmer weiter in ein kleines Kabinett, das als Ankleidezimmer und Aufenthaltsraum der Dienstboten diente, um das Schlafzimmer der Kaiserin zu betreten.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Elisabeth selbst war 4 Mal in der Hofburg in Innsbruck zu Gast und ganz wie es sich für die damalige Zeit gehörte, stand auch hier neben dem Bett der Kaiserin ein Betstuhl.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wie schon im Toilettezimmer stand auch im Schlafzimmer eine Chaiselongue, die wie man uns erzählte eigens für die Kaiserin gefertigt wurde.

Vielleicht um sich am Nachmittag ein wenig auszuruhen?

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Denn komplett geschnürt und mit Krinoline ist selbst das Sitzen am Sofa nicht sonderlich entspannend.

Ganz anders jedoch auch bei diesem besonderen Stück, auch wenn es diesmal wie der restliche Raum dunkelgrün und nicht rosa war. Es war dennoch ausgesprochen entspannend hier Platz zu nehmen, denn ein kleines Geheimnis will ich Euch nun verraten: man kann natürlich ein Korsett enger oder weniger eng schnüren, was sich massiv auf den Tragekomfort auswirkt.

Wir machen es meist von Ort und Anlass abhängig, nur welchen Ort könnte es geben, der einen höheren Stellenwert als die Hofburg haben würde?

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Dann wurde es Zeit die kaiserlichen Appartements wieder zu verlassen und Lebewohl zu sagen, wenn auch nur um das Kleid zu wechseln.

Denn wir hatten ja noch etwas ganz Besonderes vor.

Wir wollten das Sternenkleid im Riesensaal fotografieren.

Also gingen wir zurück in unser „Kabinett“ und Minnerl begann das Tageskleid zu öffnen, das Korsett nach zu schüren und mir dann Schicht für Schicht das Sternenkleid anzulegen.

Aber seht selbst, ich denke, in diesem Fall sprechen die Bilder für sich….

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Ich möchte mich hiermit aufrichtig und aus tiefsten Herzen bei der Burghauptmannschaft Österreich für diese einzigartige Möglichkeit bedanken.

Die Innsbrucker Hofburg wird für immer eines der absoluten Highlights nicht nur für mich, sondern auch für mein Team bleiben!

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Euch, meine Lieben, kann ich nur sagen, „auf nach Tirol!“ besucht die kaiserliche Hofburg, ein Ort an dem die Kaiserin beinahe immer noch spürbar ist ;

Das Museum hat täglich von 9.00 bis. 17.00 geöffnet!

Genau Infos findet ihr unter:  

http://www.hofburg-innsbruck.at/623/php/portal.php?language=de

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Sisi


Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Sternenkaiserin,com – marie, wikimedia/commons, 

Videos: sternenkaiserin.com

Textrechte: Sisi 

Das Sternenkleid – Kleid aller Kleider

Welches Bild habt ihr als erstes vor Augen, wenn ihr an Kaiserin Elisabeth denkt?Vermutlich dasselbe wie Millionen von Menschen auf der ganzen Welt:

Elisabeth im weißen Tüllkleid mit Diamantsternen im Haar!

Bald schon war klar, dass ich dieses Kleid brauchen würde, und so begann ein Näh- und Lernprozess, der bis heute andauert. Aus einem Anfangs schlichten Tüllkleidchen wurde eine pompöse Robe mit einer gigantischen Schleppe. Der erste Versuch war relativ einfach, ein Kleid aus fertigem Sternentüll, nett ja, aber nicht annähernd so, wie es sein sollte.

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Foto sternenkaiserin.com – sisi

Das Problem war damals, ich hatte keine Ahnung und auch nicht das Wissen, woher ich den passenden Stoff bekommen könnte. Einen Stoff mit gestickten oder gewebten Sternen, der dem Original so nahe wie möglich kommen würde?


Das zweite Kleid war zwar näher am Original, aber immer noch zu „mickrig“ und dient heute, nach ebenfalls unzähligen Änderungen als „kleines“ Sternenkleid bei Veranstaltungen, da es einen wesentlich kleineren Umfang und keine Schleppe hat ist es wesentlich „Publikumstauglicher“

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Allerdings war das immer noch nicht DAS Kleid und so begann ich wieder von vorne. Mehr Umfang, mehr Tüll, mehr Sterne!

Ich änderte den kompletten Schnitt, fügte eine Schleppe an, deren wahre Länge am Winterhalter Bild ein Geheimnis bleibt und beschloss, dieses Mal die Sterne zu Sticken.

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Foto: Foto Hofer, Bad Ischl

Auch dieser erste Versuch brachte nicht die völlige Zufriedenheit, es sah zwar prächtiger und eindrucksvoller aus, als das vorherige, aber es fehlte die „Leichtigkeit“


Also erneuerte ich das Oberteil komplett, tauschte die Ärmel, und verdoppelte noch einmal die Tüllmenge um daraus ein Kleid zu erschaffen, dass für meine damaligen Nähkünste das perfekte Kleid zu sein schien.

Wie ja viele von Euch wissen, hab ich die Schneiderkunst nie erlernt, sondern sie mir selbst von Kleid zu Kleid beigebracht.  Inzwischen war ich bei weit mehr als 100 Meter Stoff, und einem Gewicht von über  17 kg angelangt.

Foto: Bertl Jost

Eines meiner ersten wirklich großen Fotoshootings war jenes im Südbahnhotel am Semmering, dort entstand auch das erste wirklich großartige Bild dieses Kleides, dessen Fertigstellung beinahe ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hatte.

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Foto: Bertl Jost


Es folgten viele unvergessliche Shootings, in allen Möglichen Kleidern und natürlich war es irgendwann ein Thema zwischen Mariechen und mir, ein „Winterhalter Bild“ zu erschaffen.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Und ihr könnt Euch vorstellen, was das bedeutete?

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Richtig, ich begann erneut das Kleid zu optimieren, noch mehr Tüll, noch mehr Sterne, ein weiteres Oberteil, da ich inzwischen gelernt hatte, diese ebenfalls mit Stahl zu versteifen.

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Foto: sternenkaiserin.com – marie

Wir bekamen die Erlaubnis in der Oper Graz einen Tag lang zu shooten und nutzten diesen zauberhaften Ort für genau dieses Kleid.

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Begleitet von unserer Babsi gelangen uns unzählige wundervolle Bilder!

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Aber das sollte immer noch nicht die letzte Änderung sein, denn eines Tages kam eine Einladung aus dem schönen Kärnten. Die Stadt Klagenfurt feierte ihren 500. Geburtstag. Am Abend hatte ich die Ehre Gast auf einem wundervollen, ausgesprochen eleganten Ball zu sein. Und wir wären nicht wir, wenn wir eine solche Gelegenheit nicht gleich mit einem Fotoshooting verbinden würden.

Also trafen wir uns am Nachmittag mit unserem charmanten Gastgeber Hr. Bauer im vermutlich schönsten Saal Kärntens, dem Wappensaal, um dort ein paar Bilder zu machen.

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Foto sternenkaiserin.com – marie

Für diesen Zweck hatte ich ein weiteres Mal die Schleppe des Kleides auf nun 3 Meter verlängert.

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Foto: sternenkaiserin.co – marie

Eine besondere Überraschung für mich war, dass mich in dem Saal ein Chor erwartete und „nur für die Kaiserin“ sang.

Video: sternenkaiserin.com – marie

Ihr könnt Euch vorstellen, welches Gefühl das war. Ich gebe zu, es war gar nicht so leicht, vor Rührung nicht zu weinen 😉


Das nächste Highlight in diesem Kleid war sicherlich die Sisi Nacht im Schloss Eckartsau, dass inzwischen zu einem unserer Stamm- und Lieblingsschlösser wurde.

Wer den unermüdlichen Einsatz unseres Mariechens kennt, ahnt das sie sich natürlich auch dafür etwas Besonderes einfallen ließ.

Sie besorgte die ausdrückliche Erlaubnis der Vereinigten Bühnen Wiens, den Titelsong aus dem Musical Elisabeth verwenden zu dürfen!

Im Sternenkleid im Ballsaal eines so wunderschönen Schlosses zu stehen, dessen Türen sich genau in diesem Moment öffneten, als „Ich gehör nur mir“ erklang, wurde zum nächsten Höhepunkt in meinem Leben als Sternenkaiserin.

Video: Sternenkaiserin.com – marie


Aber wie kam es nun zu diesem Kleid?

Ein Kleid, das zum Symbol für die schöne Kaiserin wurde. Elisabeth sammelte in einem sogenannten Schönheitsalbum Bilder von schönen Damen aus der ganzen Welt. Dies konnten Tänzerinnen, Schauspielerinnen, aber auch „Halbwelt“-Damen sein. Ihr wurde ein Bild von Contessa Virgina di Castiglione in einem Sternenkleid mit Schmucksternen im Haar zugesandt

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867.

Virginia Oldoini, Countess Verasis of Castiglione (1837-1899). Ca. 1861-1867. Foto: wikimedia/commons

2 Jahre später ließ sie sich vom Pariser Couturier Charles Worth ein Kleid erschaffen, dass seinen Ursprung in dem der Contessa hatte.

Vom Hofjuwelier A.E.Köchert ließ sie sich Diamantsterne für ihre Haare, jedoch in edlerer und geschmackvollerer Form anfertigen, als die der Mätresse von Napoleon III. Diese Art Schmuck in den Haaren zu tragen war eine absolute Neuheit, denn üblicherweise trugen die Damen Diademe als Haarschmuck.

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Sisi und Florian Köchert mit der Original Zeichnung von den Sisi-Sternen von Alexander Emanuel Köchert
Foto: Michaela Handrek-Rehler

Die Haarsterne, die vermutlich ebenso berühmt sind wie das Kleid selbst sind, waren ein Geschenk des Kaisers. Von den Juwelieren Köchert und Pioté ließ sich Kaiserin Elisabeth ein Set von 27 Haarsternen aus Diamanten herstellen.

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Florian Köchert präsentiert einen original Sisi Stern Foto: the munich show

 

Einige der Sterne verschenkte die Kaiserin später an Hofdamen, die anderen wurden in der Familie vererbt. Die Tochter von Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Elisabeth, trug beispielsweise die Sterne zu ihrer Hochzeit 1902.

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Foto: Barbara Prinz, Fotografie mit Herz

Erst dieses Kleid und diese Frisur, sollte sie zu dem machen, was sie bis heute ist: „Eine schöne unerreichbare Fee aus dem Märchenland.“

Premiere hatte dieses Ensemble am Ball des Abends am 11.2.1865 als ihr Bruder Carl Theodor von Bayern seine geliebte Braut Sophie von Sachsen in Dresden heiratete. Viele von Euch werden vielleicht nicht wissen, dass an diesem Abend auch Sisi´s Schwester im Sternenkleid erschien. Mehr Aufsehen erregte aber Sisi.

Zeitzeugen beschrieben das Kleid wie folgt „Ein weißes, mit Sternen besticktes Kleid, Diamantsterne im Haar und an der Brust ein Camelienbouquet.“  Sisi war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern.

Erzherzog Ludwig Viktor schrieb in einem Brief nach Wien:

„Sisi sei blendend schön, auch waren die Leute wie verrückt hier. Ich habe noch nie so einen Effekt machen sehen. Helene ein sehr schlechter Abklatsch von der Kaiserin, auch Sternenkleid.“ (1)

Marie, Königin von Sachsen schrieb an eine Freundin:

„Von der Begeisterung, welche die Schönheit und Liebenswürdigkeit der Kaiserin erregte, kannst Du Dir keine Vorstellung machen; noch nie sah ich meine ruhigen Sachsen in solcher Aufregung! Man dachte, sprach, hörte nur ihr Lob.“ (2)

Wie die meisten vermutlich wissen, gibt es von der Kaiserin nur wenige Bilder, und noch weniger, bei denen sie tatsächlich Model stand. Diese Ehre wurde allerdings, dem wohl größten Meister seiner Zeit zu Teil. Franz Xaver Winterhalter. Durch Protektion König Louis Philippes stieg Winterhalter zum gefragtesten Porträtmaler in Frankreich auf. Als französischer Hofmaler malte er Bildnisse der gesamten königlichen Familie und der führenden Mitglieder des Hofes. 1852 folgte er dem Ruf von Königin Isabella nach Spanien. Nach der Thronbesteigung Napoléons III. ging er zurück nach Paris. Zu seinen Kunden gehörten auch das belgische Königshaus und die kaiserlichen Höfe in Sankt Petersburg und Wien.

Elisabeth ließ sich von F.X.Winterhalter 1865  im Sternenkleid malen, und machte dieses Kleid somit unsterblich. Dieses Gemälde könnt ihr immer noch in der Wiener Hofburg bewundern.

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Kaiserin Elisabeth von Österreich (Porträt von Franz Xaver Winterhalter, Öl auf Leinwand, 1865 Foto: wikimedia/commons

 

Von F.X.Winterhalter gibt es noch 2 weitere Bilder, die in die Geschichte eingehen sollten. „Sisi mit offenen Haar.“

Diese Bilder waren für die damalige Zeit sehr intim. Eines davon wurde zu Kaiser Franz Josefs Lieblingsbild. Es stand Zeit seines Lebens vor seinem Schreibtisch (und dort steht es heute noch).

Fotos: Wikimedia/commons


Zum Abschluss bleibt nur eines zu sagen, egal wann und wo ich dieses Kleid trage, es ist immer mit unvergesslichen Erinnerungen verbunden.

In diesem Sinne, träumt nicht nur von den Sternen, sondern greift danach 😉

Eure Sisi


Rechtliche Hinweise:
Bildrechte: Bertl Jost, Sternenkaiserin,com – marie, Sternenkaiserin.com – sisi, Barbara Prinz – Fotografie mit Herz; Michaela Handrek-Rehler, the munich show

Videos: sternenkaiserin.com – marie

Textrechte: Sisi, Marie, Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi


Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199
Brigitte Hamann:
Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Rechtliche Hinweise:

Bildrechte: Bertl Jost, Privat, Hofburg Wien, Juwelier Köchert

Textrechte: Sisi, Marie Festetics (historischer Teil), Brigitte Hamann – Kaiserin wider Willen, Dr. Martina Winkelhofer – Sisi

Literaturhinweise:

Zitate: 1 – S 198, 2 – S 199

Brigitte Hamann:

Kaiserin wider Willen , Amalthea, 1992, 11. Auflage

Dr. Martina Winkelhofer

Sisi