August 2018, als wir gerade einmal 8 Monate als Sternenkaiserin zusammen waren, plante ich eine Reise durch Niederösterreich. Es war eine 4-Schlösser Tour.
Begonnen hatte die Tour mit Schloss Wallsee, später ging es am selben Tag weiter zum Wasserschloss Totzenbach.
Tags darauf fuhren wir zum Renaissanceschloss Greillenstein und wieder einen Tag später zum Schloss Ruegers, dass uns bis in den September 2020 begleiten sollte.
Immer wieder waren wir im Letzteren zu Gast. Mittlerweile gibt es das Schloss Ruegers genauso nicht mehr, wie uns. Schloss Ruegers schloss zwar 2019 seine Pforten, ließ uns aber immer wieder shooten, das letzte Mal im September 2020. Im April 2021 trennten wir uns, im September 2021 wurde Schloss Ruegers verkauft.
Seit dem gibt es im Internet statt die Sternenkaiserin, die Mythos Kaiserin Elisabeth Seite. Die Beiträge zu den restlichen Schlössern habe ich gelöscht, da die mit Kaiserin Elisabeth nichts gemeinsam hatten.
Auch wenn im Renaissanceschloss Greillenstein eine gebürtige Elisabeth Prinzessin von Bayern, verheiratete Elisabeth Gräfin von Kuefstein lebt, hat das Schloss per se nichts mit Kaiserin Elisabeth zu tun. Gräfin Kuefstein stammt im übrigen von der Linie Erzherzogin Marie Valérie ab.
Schloss Wallsee hat deshalb etwas gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth, da hier ihre Tochter Erzherzogin Marie Valérie mit ihrem Mann lebte.
Ich erspare euch die Einzelheiten zu Bauzeit, Bauherren und Grundrissen. Diesen Teil des Beitrages von Sabine habe ich gelöscht. Fakt ist, 1895 kaufte Erzherzog Franz Salvator das Schloss von Alfred Herzog Sachsen-Coburg und Gotha, da das Wasserschloss Lichtenegg in Wels aus allen Nähten platzte.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Schloss Lichtenegg, Wels
Bei 4 Kindern stand Kaiserin Elisabeth an Valéries Seite.
Sabine Rossegger ehemalige Sternenkaiserin:
Das Schloss war allerdings nicht im besten Zustand, als es Franz kaufte.
Foto: Wikimedia/Commons Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator
Das gesamte obere Geschoß war zu dem Zeitpunkt unbewohnbar, im Westteil des Schlosses waren alle Decken und Gewölbe in derart schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr zu retten waren und daher erneuert werden mussten.
Ebenso mussten alle Fenster, Fußböden, Türen und die Holzstiege repariert werden, so auch das Dach. Der gesamte heutige Verputz wurde damals aufgebracht.
2 Jahre lang wurde das Schloss renoviert, bevor Erzherzogin Marie Valerie (*22.4.1868,†6.9.1924) und Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und die immer größer werdende Familie am 4.9.1897 einzogen.
Die Bevölkerung des kleines Ortes freuten sich sehr über den Zuzug, galt die Kaisertochter für wohltätig und wohlwollend der Bevölkerung gegenüber.
Bald schon hatte sie den Beinamen
„der Engel von Wallsee“
Als Kaiserin Elisabeth das erste Mal zu Gast war, beschrieb dies Hofdame Irma Gräfin von Sztáray (*10.7.1863,†3.9.1940) wie folgt:
„Am 28. September (1897) verließen wir Meran und waren am nächsten Morgen in Wallsee, im neuen Heim der Erzherzogin Valérie. Die erzherzogliche Familie war erst vor kurzem hierher übersiedelt und es ist daher natürlich, dass die Kaiserin das herrliche Schloß und dessen Einrichtung mit größtem Interesse und auf das eingehendste besichtigte. Wallsee übertraf alle unsere Erwartungen. Unser kurzer Aufenthalt war ein würdiger Abschluß dieser mit mancherlei angenehmen Erinnerungen verknüpften Reise, für deren prächtigen Erfolg am besten die freudige Überraschung sprach, die Seine Majestät bekundete, als er im Ofener Bahnhofe meine teure Kaiserin von mir übernahm.“ (1)
Das Schloss befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Habsburg-Lothringen und wird auch von ihr ständig bewohnt.
Zur Zeit von Ing. Andreas & Margaretha Habsburg Lothringen (Ur-Enkelin von Marie Valérie und Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Elisabeth) und deren 3 Kindern.
Foto: Prinz Barbara gothische KapelleFoto: Prinz Barbara Standesamt
Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich!
Foto: Prinz Barbara
Den Besuch in Wallsee hatte Petra bis ins letzte Detail geplant, die Kleiderauswahl, den Hut – ein Originalstück aus 1897, ja sogar der Schirm – alles war von ihr festgelegt und vorgeplant.
Nichts wurde dem Zufall überlassen und wurde auf das Jahr abgestimmt 1897 in dem die Kaisertochter nach Wallsee zog.
Als wir auf das schwere schmiedeeiserne Tor zuschritten, an dem weithin sichtbar die Wappen von Marie Valerie und Franz Salvator erkennbar sind, öffnete es sich uns wie von selbst.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: Prinz BarbaraFoto: Prinz BarbaraFoto: Prinz Barbara ehemalige ReithalleFoto: Prinz Barbara ehemalige GärtnerhausFoto: Prinz Barbara Mosaik am Burgturm
Am Eingang wurden wir von Margaretha Habsburg-Lothringen der Ur-Ur-Enkelin von Marie Valérie und ihrem jüngsten Sohn Alexander begrüßt.
Wir spazierten durch den Garten die lange Auffahrt zum Schlosstor entlang, an deren rechten Seite ist noch die steinerne Reithalle erhalten.
Durch das große Haupttor des Burgturms, auf dessen großen Mosaik die Brüder Eberhard und Heinrich von Wallsee dargestellt sind, gelangten wir in den großen Innenhof des Schlosses.
Foto: Prinz Barbara 1. Innenhof, Schloss WallseeFoto: Prinz Barbara 2. Innenhof, Schloss Wallsee
Durch ein weiteres Tor gelangten wir in einen zweiten, kleineren Innenhof in dem sich heute noch die privaten Wohnräume der Familie befinden.
In einer Ecke dieses Innenhofes steht ein alter Brunnen, der an die Zeit erinnert, als noch mit Holzleitungen das Wasser ins Schloss transportiert wurde.
Betritt man das Schloss, glaubt man, die Zeit wäre stehen geblieben.
Foto: Prinz Barbara Bisquitstatute von Gödöllö Kaiserin Elisabeth
Foto: Prinz Barbara Lebensgroß Erzherzog Franz Salvator
Das zweite Schloss erinnert eher an eine Burg aus dem Mittelalter und so ist der Innenraum eher dunkel und das dunkle Mahagoni und die kleinen Fenster, durch das die Sonne drang, erhellten den Raum nicht sonderlich.
Im gesamten Gebäude ist die kaiserliche Familie allgegenwärtig.
Petra entdeckte sogar eine Statuette vom Denkmal aus Gödöllö.
Kaiser Franz Joseph ließ von den schönsten Denkmälern kleinere Repliken anfertigen und verteilte diese in der Familie und an seine engsten Vertrauten.
Foto: Prinz Barbara
Deshalb gelangen solche Statuetten auch immer wieder z.B. ins Dorotheum Wien.
Eine Vitrine mit Andenken an die Kaiserin erinnert an deren Besuche bei ihrer Tochter (Anmerkung Petra: aus Respekt zeige ich diese Fotos nicht).
Am oberen Treppenende erinnert ein lebensgroßes Gemälde an Erzherzog Franz Salvator.
Danach war unser Besuch auch schon wieder vorbei und wir verabschiedeten uns von Margaretha Habsburg, ihrem Mann Andreas und den Kindern, die nach und nach von der Schule nach Hause kamen.
Sabine Rossegger
Nachwort Petra:
Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter versuchte Valérie gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Prinzessin von Bayern (*12.7.1856,†27.7.1932) den trauernden Kaiser zu trösten.
Er war gerne in Wallsee zu Gast war, um dort mit seinen Enkelkindern Zeit zu verbringen.
Foto: Wikimedia/Commons Die gesamte Familie; ca. 1905
Foto: Wikimedia/Commons Unterm Weihnachtsbaum in Wallsee, Zeitungsillustration, 1916
Am 10.12.1918 verstarb Erzherzog Franz Karl, der älteste Sohn von Valérie, im Schloss Wallsee an der Spanischen Grippe. Zuvor hatte sie ihn noch aufopferungsvoll gepflegt.
In der Entbehrungsreichen Nachkriegszeit half der „Engel von Wallsee“ der Bevölkerung wo sie konnte und versorgte diese mit Essen, Kleidung und Medikamenten.
Leider erkrankte sie selbst an Lymphdrüsenkrebs.
Erzherzogin Marie Valérie starb am 6.9.1924 im Kreise ihrer Familie in Wallsee.Sie ruht am örtlichen Friedhof von Sindelburg-Wallsee.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Sohn Theodor Salvator (*9.10.1899,†8.4.1978) übernahm nach dem Tod seiner Eltern Schloss Wallsee. Seit dem ist es immer noch im Familienbesitz.
Erst ein Anruf des Heimatmuseumleiters von Wallsee und eines aufmerksamen Lesers meines Blogs, führten zufällig – zeitgleich (!) – zum gewünschten Ergebnis.
Im Ort Wallsee entdeckte ich ein Denkmal von Kaiser Franz Joseph, dass mich jahrelang zum Staunen brachte und sich erst im Jahr 2022 auflöste. Seit 2018 stand ein von mir gedrehtes Video falsch im Netz und obwohl ich auf dem Gemeindeamt von Wallsee nachfrug, was es mit dem „falschen“ Datum auf dem Kaiser Franz Joseph Denkmal auf sich hatte, bekam ich keine Antwort.
Auch Umfragen in nahegelegenen Geschäften, im Gasthaus usw. ergab kein Ergebnis.
Es gibt ein Kaiser Franz Joseph Denkmal mit dem „falschen Sterbejahr“.
Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee
In Wirklichkeit soll das ein Jubiläumsjahr gewesen sein, der in Wallsee mit einem Denkmal gefeiert wurde. Leider hat man es bis heute (!) versäumt eine Tafel mit der Erklärung aufzustellen. Die Menschen vor Ort wissen nichts (!) über das Denkmal und so glaubt jeder Besucher, dass dies das „falsche Sterbejahr“ anzeigt.
Schade, dass man bis heute diese Information nicht direkt beim Denkmal angibt.
Petra Schimbäck
Rechtliche Hinweise:
Vorwort + Nachwort + Layout: Petra Schimbäck Recherchen: Petra Schimbäck Text + Recherchen: Sabine Rossegger Bildrechte: Prinz Barbara, Wikimedia/Commons, habsburger.net, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweis:
1 – S 166, Irma Gräfin von Sztáray Aus den letzten Jahren der Kaiserin Elisabeth Amalthea Verlag, 3te Auflage, 2005
Titania wandelt unter hohen Bäumen,
Mit weißen Blüten ist ihr Pfad bestreut,
Die Buchen rings, die alten Eichen keimen,
Es scheint der Wald ein Dom dem Mai geweiht.
Ein Dom, durchweht von märchenhaften Träumen,
Ein Zauberort verborgen und gefeit,
Maiglöckchen läuten duftend süße Lieder,
Und gold'ne Falter schweben auf und nieder.
Doch nie und nimmer werden zugelassen,
Die draußen an des Zauberwaldes Thor,
Um Einlass fleh'n mit Schreien und mit Scharren
Die alten Esel und die jungen Narren.
Titanias Zauberschloss
Villa Hermes
Elisabeth von Österreich, Sommer 1888
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Mit diesem Gedicht empfängt man euch mehr oder weniger auf einer weißen großen ungetümen Tafel mit einem Foto von Kaiserin Elisabeth, aus dem Jahr 1865 von Viktor Angerer.
Die Tafeln und viele hässliche Stahl-Glasvitrinen werden euch durch halbleere Räume begleiten. Anstatt die Räume auf sich wirken lassen zu Können und sich vorzustellen, wie hier einmal Elisabeth, Franz Joseph und später Marie Valérie mit Franz Salvator und 7 ihrer Kinder gelebt haben, stehen immer diese Vitrinen im Sichtfeld und nehmen einem die Phantasie.
Leider ist das nicht das Einzige, was an Atmosphäre zerstört wurde.
Die ehemaligen Gisela-Appartements fielen komplett dem Caféhaus zum Opfer. Man hat sie einfach komplett herausgerissen, um einen Platz zu schaffen, für Erfrischungen und Torten. Es ist einfach nur traurig, wenn man bedenkt, welches Erbe damit unwiderruflich zerstört wurde.
Betrachtet man das Areal, stehen so viele Nebengebäude herum, dass man gut und gerne dort ein Caféhaus unterbringen hätte können.
Aber nein, es mussten die Gisela-Räume dafür genutzt werden. Auf der eigens gebauten Terrasse, steht heute ein hässliches weißes Plastikpferd. Man wird einfach den Gedanken nicht los, dass man zerstören wollte und hier einfach nicht gewusst hat, was man sonst mit einem ungenutzten Platz tun sollte.
Auf der Toilettenanlage hat man eine Kaiserin Elisabeth Tapete angebracht. Ich weiß noch immer nicht, ob ich das geschmackvoll oder -los finden soll.
Schon von weitem sieht man die gelben Schirme des Caféhauses.
Ich bin der Meinung, dass die Vorderansicht der Hermesvilla damit seinen Charme verloren hat.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Das ominöse weiße Plastikpferd auf der Terrasse Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Tapete am WCFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Vorderansicht mit Schirme
Natürlich ist es toll, an heißen Sommertagen ein Glas Wasser, Kaffee und Torte unter den Schirmen zu genießen. Doch wie gesagt, das Areal ist groß genug.
Über das weiße Pferd auf der Terrasse gibt es unterschiedliche Auffassungen. Als ich es damals erblickte, fragte ich natürlich, was dieses Pferd zu bedeuten habe. Der befragte Kellner des Cafés antwortete, dass es eine Hommage an Elisabeths Reitleidenschaft sei. Aha…
Bei meinen Recherchen stieß ich allerdings auf einen Disney-Film von 1969. In der Hermesvilla und im Lainzer Tierpark wurde der Film „Flucht der weißen Pferde“ gedreht. Als Schauspieler waren Curd Jürgens, Lilli Palmer und Rod Taylor im Einsatz.
Foto: amazon.de Filmplakat zu „Flucht der weißen Pferden“
Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen, dass hier an den Film erinnert werden soll und nicht an die Kaiserin. Schade ist, dass weder die Besucher, noch die Mitarbeiter davon in Kenntnis gesetzt werden. Eine Tafel zum Pferd gibt es nicht. Es steht einfach nur da…
Die Hermesvilla war in den 1980er und 1990er Jahre gut besucht. Viele Ausstellungen über Kaiserin Elisabeth und Kronprinz Rudolf waren zu sehen. Ich habe sie selbst alle noch besucht und kann mich an einige noch sehr gut erinnern.
Die letzte Ausstellung dieser Art ist 23 Jahre her, seit dem mangelt es der Villa an Besuchern.
Es gibt keine Werbungen mehr, die Wiener selbst haben die Villa vergessen, wie sollten es dann Besucher erfahren? Für einen 2-3 Tage Wien-Trip extra nach Lainz zu fahren, ist schon enorm weit, da die Hermesvilla nicht gerade günstig liegt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man von der Wiener Innenstadt gut und gerne 1 Stunde bis zum Eingang, um dann noch einen 30 – 45 minütigen Fußweg über Stock und Stein zu gehen (gutes Schuhwerk erforderlich). Der Waldweg ist anstrengend, vor allem das letzte Stück.
Für Behinderte nicht zu empfehlen! Es gibt keinen Shuttle mehr zur Villa.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraDie Umgebung und der Weg zur Villa
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehemaliger Badeweiher von Kaiserin Elisabeth
Auf dem Weg zur Villa kommt ihr an einem Weiher vorbei. Auch hier wurde das Badehaus von Kaiserin Elisabeth abgerissen. Diesen nutzte sie, um sich hier umziehen zu lassen, um dann im Weiher zu schwimmen.
Ich bin sicher, dass diesen auch die Kinder von Erzherzogin Marie Valérie zu nutzen wussten. Wenn man genau hinhört, könnt ihr das Kinderlachen von damals noch hören…
Heute ist Baden und Bootfahren verboten. Natürlich! Was sonst?
Hermesvilla Lainzer Tiergarten 1130 Wien
15.3. bis 1.11: Dienstag bis Sonntag und Feiertag Montag geschlossen! 10.00 bis 18.00 Uhr Die Hermesvilla schließt 30 Min. vor Torsperre des Lainzer Tiergartens, spätestens jedoch um 18.00 Uhr Eingeschränkte Öffnungszeiten im Herbst/Winter
Bei meinem letzten Besuch, habe ich mit dem Museumsmitarbeitern Kontakt gesucht und erfahren, dass der durchschnittliche Besucher 20 bis maximal 30 Minuten für den Rundgang braucht.
Ich brauche (mindestens) 2 Stunden.
Wenn ihr Glück habt, trefft ihr auf eurem Rundgang noch 2-3 Interessierte, normalerweise hat man die Villa komplett für sich allein.
Fotografieren ist erlaubt. Aber ohne Blitz! Bitte haltet euch daran!
Danach könnt ihr im Museumsshop wirklich gute Raritäten ergattern. Das Personal freut sich immer sehr, wenn sie Menschen treffen, die sich für die Kaiserin wirklich interessieren und auch etwas im Shop kaufen!
Wie die Villa tatsächlich zu Lebzeiten Kaiserin Elisabths eingerichtet war, ist nicht bekannt.
Sie hat sich abgeschottet und auf ihre Privatspähre mehr als nur geachtet.
Foto: Archiv Künstlerhaus Julius Deininger
1898 ist der Jubiläumsband „Franz Joseph und seine Zeit“ entstanden. Der Architekt und Publizist Julius Deininger (*23.5.1852, †15.8.1924) und der Maler Rudolf Bernt (*21.2.1844, †24.8.1914) durften nur wenige Räume der Villa betreten, um den Band abzuschließen.
Die vorhandenen Fotos der Villa und der damaligen Einrichtung, sind nach dem Tod von Kaiserin Elisabeth entstanden.
Damals erlaubte Kaiser Franz Joseph dem Historiker Rudolf Lechner (*/†unbekannt) im Frühjahr 1899 die Villa zu betreten.
Dass ist so von unfassbarer Bedeutung, da Rudolf Lechner die Gisela Appartements fotografieren konnte (wie erwähnt, sind sie dem Caféhaus zum Opfer gefallen) und über dem Kamin noch das alte Kamin-Portrait von Kaiserin Elisabeth zu sehen ist (ich komme im Arbeitszimmer von Kaiser Franz Joseph darauf zurück).
Generell konnte Lechner die gesamte Villa fotografieren. Die Bilder sind in den jeweiligen Räumen ausgestellt und ich füge sie in den Galerien am Schluss hinzu.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra TilgnersaalFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Marie Valérie-AppartementSala terrena, Marmorsaal oder auch Tilgnersaal, rechts folgten die Marie Valérie Appartements
Foto: Wikimedia/Commons Charles F. Fuller
Hinter der „Lichtfee Peri“ von Charles Francis Fuller (*1830, †10.3.1875) sieht man schon von weitem einen imposanten Kristalluster.
1897 entschloss sich Kaiserin Elisabeth ihr Schloss Achilleion auf Korfu aufzugeben (fertiggestellt 1891). Sie ließ zahlreiche Kunstgegenstände verschiffen und in die Hermesvilla bringen. So auch die Lichtfee, die hier in der Eingangshalle ihren Platz fand.
Foto: Wikimedia/Commons Viktor Tilgner
Dahinter befindet sich ein imposanter Mamorsaal mit einer beeindruckenden Decke. Der Bildhauer Viktor Tilgner (*25.10.1844, †16.4.1896) hat sich hier verewigt, weshalb die ursprüngliche als Sala terrena und Speisesaal genutzer Raum auch „Tilgnersaal“ genannt wird.
An der Decke ist
„Aurora schwebt vor dem Wagen des Sommers durch die Lüfte“
zu sehen.
Links und Rechts sind heutzutage versperrte Türen.
Rechts waren die Marie Valérie-Appartements, links die Gisela-Appartements. Die Valérie Räume sind komplett leer, da sie als Ausstellungsräume genutzt werden. Die Gisela Räume existieren nur noch auf Fotos und sind heute ein Caféhaus.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Gisela Prinzessin von BayernFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Gisela AppartementsFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Gisela AppartementsDie Gisela Räume wurdn auch Korfu-Räume genannt
Nach dem Tod der Mutter erbte Gisela (*12.7.1856,†27.7.1932), welche damals schon lange mit Leopold Prinz von Bayern (*9.2.1846, †28.9.1930) verheiratet war, das Achilleion auf Korfu. Marie Valérie erbte die Hermesvilla.
Prinzessin Gisela verkaufte das Achilleion an Kaiser Wilhelm II (*27.1.1859, †4.6.1941) und ließ die Möbel ihrer Mutter und einige Wertgegenstände in die Hermesvilla bringen.
Als Marie Valérie (*22.4.1868, †6.9.1924) sich 1911 von der Villa trennte, schaffte sie ein paar der Möbel nach Bayern.
Doch das meiste davon blieb im Besitz von Valérie, welche sich damit ihr neu renoviertes Schloss Wallsee einrichtetete. 1906 übersiedelte die Familie nach Wallsee bei Amstetten, da die Villa aus allen Nähten platzte.
Rundgang – Obergeschoss
Als ich die Fotos auf Facebook zeigte, mokkierten sich viele Followerinnen über die dunklen Holzvertäfelungen in der Villa.
Ich möchte hier einfügen, dass dies dem damaligen Wohndesign geschuldet ist und alle Villen, die im englischen Landhaus-Stil gebaut wurden, dunkle Holzausstattungen hatten.
Dies sieht man auch in alten oder auch neuen Filmen, wenn es um alte Landhaus Villen geht, weshalb ich sehr erstaunt war, dass dies zum Thema wurde. Gerade im 19. Jahrhundert kannte man nichts anderes.
Auch wenn ich normalerweise Filmvergleiche ablehne, möchte ich aufzeigen, dass diese Villen tatsächlich immer so aussahen und hier nicht extra Kaiserin Elisabeth absichtlich „dunkel“ einrichten ließ.
Man sieht diese Villen zB. in Filmen wie „Rebecca“. Manderley ist genau so eine Villa (nur mit Meeresrauschen) (gedreht 1940 von Alfred Hitchcock), in vielen neueren Geisterfilmen kann man diese wunderschönen alten Villen sehen (zB. „Don’t Be Afraid of the Dark“ mit Katie Holmes) oder auch in Liebesfilmen von der Romantik Queen schlechthin Rosamunde Pilcher. Und wer die Filme „Sherlock Holmes“ kennt, egal ob neu oder alt, wird wissen, dass er in einer Villa wohnt, die dunkle Holzvertäfelungen hat.
Kerzenschein, Öllampen und später die ersten kleinen Stehlampen, da die Elektrizität Einzug hielt, machten diese dunklen Wohnräume sehr kuschelig.
Ihr seht ich komme ins Schwärmen. Zu recht.
Mich persönlich zieht so etwas magisch an, da es meistens durch Stuckarbeit, wunderschöne Glasfenster und verzierte Doppeltüren- und sonstige Balkenarbeiten wett gemacht wird. Wenn ich es mir leisten könnte… Ach, ein unerfüllter Traum würde wahr.
Und so war auch die Hermesvilla einmal.
Leider wurde das wunderschöne Flair, durch diese furchtbaren Glasvitrinen gestört. Es sind keine Pflanzen im Raum, die Brunnen wurden abgerissen, Wandteppiche fehlen usw.
Zum Teil wirkt die Villa einsam, müde, verlassen und weit weg von dem, was sie einmal war.
Ich finde es so schade, dass die Museumsverwaltung es seit Jahren nicht zustande bringt, die Villa wieder so herzustellen, wie sie war. Genügend Möbel stehen ja in sämtlichen Depots herum.
(Kleine Info nebenbei: Der Rundgang ist nicht chronologisch.)
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraDer ehemalige Salon von Kaiserin Elisabeth
Obwohl die Villa zu den Modernsten ihrer Zeit zählte, fühlte sich Elisabeth hier nie wohl.
Doch noch bevor sie „modern“ wurde und „Villa Hermes“ (heute Hermesvilla) hieß, hieß sie „Villa Waldruh“ und sollte in einem 24,5 km2 gro0en ehemaligen Jagdgebiet von Kaiser Franz Joseph erbaut werden.
Der gesamte Lainzer Tiergarten ist mit einer 22 km langen Mauer umzäunt (schon alleine wegen der Wildschweine die hier frei leben).
Foto: habsburger.net Carl von Hasenauer
Kaiser Franz Joseph entschloss sich 1881 hier einen stattlichen Wohnsitz erbauen zu lassen und holte den Wiener Ringstraßenarchitekten Carl Freiherr von Hasenauer (*20.7.1833, †4.1.1894). Der zweite Entwurf war bereits derjenige, den Kaiser Franz Joseph umsetzen ließ.
4 Jahre dauerte der Bau und kostete
2 Mio Gulden = ca. € 29.350.760,00
welche aus der Privattasche des Kaisers bezahlt wurde.
Doch Franz Joseph entschied sich um und schenkte die Villa Elisabeth. Er war 54 Jahre alt, einsam und hoffte seine „Engels-Sisi“ wieder an sich zu binden. Deshalb ließ er diese – wie er glaubte – nach Elisabeths Geschmack einrichten.
Als die Villa Waldruh fertig war, reiste Elisabeth mit ihrer geliebten Tochter Marie Valérie an, die kaum deutsch sprach.
Die beiden traf fast der Schlag.
Kein Badezimmer, keine Wassertoiletten (so nannte man damals noch ein WC; ansonsten hatte man Plumpsklos,Eimer und Nachttöpfe), keine Elektrizität.
Die Einrichtung war sparsam und öde. Marie Valérie sollte im Erdgeschoss leben, Elisabeth im Obergeschoss. Ein Unding wie Mutter und Tochter festhielten.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraKaiserin Elisabeth und Erzherzogin Marie Valérie
Valérie war geschockt und schrieb in ihr Tagebuch, dass weder die Villa, noch die Einrichtung, noch der grausige Geschmack des Kaisers gefallen würde.
Foto: Wikimedia/Commons Kaiser Franz Joseph, 1885
„Diesen Standard sind wir nicht gewöhnt“
so das vernichtende Urteil der Kaisertochter.
Elisabeth und ihre Tochter reisten wieder ab. Enttäuscht blieb der Kaiser alleine zurück, der wieder einmal alles falsch gemacht hatte.
Doch die Kaiserin wäre nicht die Kaiserin gewesen, wenn sie nicht der Ehrgeiz gepackt und aus der Villa ein wahres Schmuckstück gemacht hätte.
Ab dem Frühjahr 1888 trafen sich Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth jedes Jahr in ihrer Villa für manchmal mehr oder weniger längere Aufenthalte.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Katharina Schratt
Doch auch nach der Modernisierung wurde Elisabeth nicht ruhiger. Spätestens nach 2 Monaten verließ sie die Villa.
Sie fand den Wald zu feucht und die Villa zu düster. Da sie Rheuma hatte, war die Feuchtigkeit natürlich Gift für ihre Glieder.
„Unsere neue Villa im Thiergarten befriedigt uns sehr, sie ist gut und bequem zu bewohnen und die Umgebung jetzt im Frühjahr frisch grün.“
Kaiser Franz Joseph an Katharina Schratt 19.5.1887
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Der Kirchensaal
Obwohl die kaiserliche Familie sehr gläubig war (Elisabeth haderte allerdigs auch Zeit ihres Lebens mit Gott), wurde keine eigene Kapelle gebaut. An Sonn- und Feiertagen wurde eine abgeschrägte Türe geöffnet, welche sich in der Ecke eines Saales befand. Dahinter befand sich der goldene Altar.
Die Tiergarten-Mitarbeiter, das Villa Personal und die kaiserliche Familie nahm an den Messen teil.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra WaschtischFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Meeresschnecken aus KorfuFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Glasparavent Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Sammelobjekte von ElisbethFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Napoléon, der angeheiratete OnkelFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Bild und Figur aus KorfuFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra WaschschüsselFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Waschschüssel Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Balkonaussicht
Dass hier eine Napoléon Statue steht, ist durchaus nichts ungewöhnliches für Kaiserin Elisabeth.
Kaiserin Elisabeth bewunderte sein Genie.
Durch die Verehelichung mit Erzherzogin Marie Louise (*12.12.1791, †17.12.1847), welche die Tante von Kaiser Franz Joseph war (Schwester von Vater Erzherzog Franz Karl), wurde Napoléon Bonaparte (*15.8.1769, †5.5.1821) der Onkel des zukünfitigen Kaisers.
Es gibt eine seltsame Episode aus dem Leben der Kaiserin, die ich hier gerne einfügen möchte:
Am 26.9.1875 besuchte Kaiserin Elisabeth mit ihrem enormen Gefolge Paris. Mit Marie von Festetics, ihrer Hofdame, besuchte sie allerdings alleine den Invalidendom, wo Napoléon zwischenzeitig ruhte.
Sie wollte alleine und unerkannt ihrem angeheirateten Onkel huldigen, dessen Genie sie erschaudern ließ. Lange standen die beiden vor dem herrlichen Sarg von Lucien Bonaparte und glaubten den von Napoléon vor sich zu haben. Ein Besucher hörte das Gespräch der beiden Frauen und machte sie auf den Irrtum aufmerksam.
Als sie vor dem schlichten Sarg, der mit frischen Blumen geschmückt war, niederkniete, sagte sie:
„Wenn die Menschen etwas recht Beißendes äußern wollen, sagen sie Napoléon war groß, aber gar rücksichtslos; ich denke immer dabei, das sind gar viele Menschen, ohne dabei groß zu sein. Zum Beispiel auch ich.“ (1)
Still naht sich der Abend wieder,
Länger werden schon die Schatten:
Diesen Tag auch zu bestatten.
Lässt die dunkle Nacht sich nieder.
Dunkler Wald - aus grünen Zweigen
Scheinen Monde aufzusteigen.
Um mit ihrem Licht, dem bleichen,
Durch dies Labyrinth zu zeigen.
Doch nun öffnen sich die Bäume
Halbkreisartig rings im Bogen;
Und mit Mondlicht überzogen,
Strahlt Titanias Schloss der Träume.
Kaiserin Elisabeth
über ihre Ankunft in der Hermesvilla, 16.5.1887
„Wolkenkratzelei“ nannte Kaiser Franz Joseph die Gedichteschreiberei seiner Frau. Auch die Liebe zum „Sommernachtstraum“ von Shakespeare verstand er nie.
Foto: Wikimedia/Commons Ida von Ferency und Marie von Festetics auf Maultieren
Nur wenige Personen wussten, dass Kaiserin Elisabeth überhaupt Gedichte schrieb.
Dazu gehörten natürlich ihr Mann, ihre Tochter Valérie, ihre engste Vertraute und Hofdame Marie Gräfin von Festetics (*20.10.1839, †16.4.1923) und Vorleserin und innige Freundin Ida Gräfin von Ferenczy (*7.4.1839,†28.6.1928).
Die Hermesvilla wurde nach Anweisung von Kaiserin Elisabeth opulent ausgestattet und hatte die schönsten Möbel ihrer Zeit. Doch noch während der Lebensphase von Elisabeth tauschte sie die Möbel immer wieder aus, so dass die heutige Inneneinrichtung nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Sie beschäftigte auch die bedeutensten Künstler des „Wiener Historismus“, die der Villa ihren ganz besonderen Charme gaben.
Foto: wien.gv.at Hans Markart
Am auffälligsten ist natürlich das Schlafzimmer von Kaiserin Elisabeth. Dies wurde von Kaiser Franz Joseph als Überraschung für seine Gattin von Hans Markart (*28.5.1840,†3.10.1884) bemalt. Eine seiner letzten Arbeiten.
Die Malart von Markart nennt sich im übrigen: „Akademische Kunst“
Als Elisabeth und Marie Valérie dies das erste Mal betraten, erstarrten sie zu Eis. Die Kaiserin wusste wohl nicht ob sie lachen oder weinen sollte, Valérie rannte davon.
Zugegeben, das Zimmer ist extrem überladen und kaum anzusehen.
Die Hermesvilla besaß eine opulente Innenausstattung, an der die bedeutendsten Künstler des Wiener Historismus beteiligt waren. Die originale Einrichtung ist allerdings nur zum Teil erhalten. Schon zur Zeit der Kaiserin wurden häufig Gemälde und Möbelstücke ausgewechselt.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Geheimtreppe Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Bronzeskulptur „Melancholie“Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Titania mit dem EselskopfFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra bayrishe Flagge
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraDas oppulente Schlafzimmer von Elisabeth
Das Prunkbett ist noch von Maria Theresia. Sie hatte es in Amstetten in einer Poststation benutzt, als sie auf dem Weg nach Innsbruck war.
Elisabeth hat keine einzige Nacht in diesem Bett verbracht. Sie ließ sich ein einfaches Bett an die Balkontüre schieben, um jederzeit die Sterne und den Wind sehen bzw. spüren zu können.
Im Schlafzimmer war auch hinter einer Tapetentüre eine Geheimtreppe, welche Kaiserin Elisabeth zur Flucht nutzen konnte. So konnte sie fliehen, wenn ungebetene Gäste kamen.
1894 ließ Kaiserin Elisabeth die Bronzestatue „Melancholie“ aufstellen. Sie sollte als Mahnmal für ihren verstorbenen Sohn Kronprinz Rudolf dienen.
Das ehemalige Turnzimmer ist ebenfalls von Hans Markart gestaltet worden, doch leider ist nicht mehr erhalten, als die Wandmalereien.
Die Wände sind in Anlehnung an pompejanische Vorbilder mit sieben Darstellungen antiker Sportarten bemalt.
An der Zimmerdecke prangen 4 Gemälde, die eine Hirschjagd, ein Wettrennen, eine Kampfszene sowie ein Wettfahren zeigen.
Da Markart starb, schlossen die Maler August Eisenmenger (*11.2.1830, †7.12.1907), von Hugo Charlemont (*18.3.1830, †18.4.1939) und Adolf Falkenstein (*unbekannt, †31.12.1929) die Arbeiten ab und drückten dem Zimmer nochmals ihren ganz eigenen Stempel auf.
Die ehemalige Einrichtung bestand aus einem Turnapparat, einem Schwebebalken und zwei Garnituren von Ringen. Sie ist weder erhalten, noch wurde sie wieder hergestellt.
Hier wäre es ganz hübsch und das Haus sehr gut bewohnbar, wenn das Wetter etwas günstiger wäre, allein so ist es meistens recht kalt, der häufige Regen macht den Boden feucht und außerdem bläst meistens ein recht heftiger Wind.
Kaiser Franz Joseph an Katharina Schratt, 30.5.1887
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz Joseph, neues KaminbildFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz Joseph, neues KaminbildFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz Joseph, Original-KaminbildFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Arbeitszimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra ehem. Schlafzimmer Kaiser Franz JosephFoto: mythoskaiserinelisabeth.com goldenes Relief oberhalb der Arbeitszimmertüre von Kaiser Franz Joseph abgebildet: Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie
Im ehemaligen Arbeitszimmer von Kaiser Franz Joseph ist am auffälligsten das „Jugendstil“-Bild von Kaiserin Elisabeth mit dem weißen Hund oder Pferd; so genau kann man nicht erkennen, was es für ein Tier darstellen soll.
Das Kaminbild wurde ausgetauscht und – wahrscheinlich – von Marie Valérie mitgenommen. Damit der Kamin nicht ohne Bild auskommen muss, hat man dieses – wie ich persönlich finde – abscheuliche Portrait angebracht.
Das ehemalige Gaderobenzimmer der beiden Eheleute ist heute ein Durchgangszimmer.
Am 13.6.1886 ertrank ihr Cousin 2. Grades König Ludwig unter mysteriösen Umständen im Starnberger See. Zu seinem Gedenken ließ sie dieses Bild aufhängen. Kaiserin Elisabeth glaubte ihr Leben lang nicht an die Unfalltheorie.
Die Aufenthaltsdaten von 1887 – 1891 sind nicht erhalten.
Ab 1891:
2.5. – 19.5.1891 25.5. – 30.6.1891
3.5. – 15.6.1892
1.5. – 30.6.1893
23.4. – 23.6.1894
12.5. – 1.7.1894 (mit kurzer Unterbrechung für einige Tage in Gödöllö) 24.8. – 24.9.1894
1.5. – 7.5.1897
1.6. – 2.7.1898
Am 14.10.1898 wurde Erzherzogin Marie Valérie ins Grundbuch eingetragen.
Sie ließ die Villa für ihre 9köpfige Familie (7 Kinder und Ehemann Franz Salvator) adaptieren. Das Ehepaar lebte von 1903 bis 1906 durchgehend in der Hermesvilla im Obergeschoss. Die Kinder bewohnten das Untergeschoss.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Erzherzogin Marie Valérie, Erzherzog Franz Salvator und ihre 7 Kinder
Foto: National Gallery Prince George and Princess Marina
1904 empfing die Erzherzogin den englischen Thronfolger Prince George (*20.12.1902, †25.8.1942) und Ehefrau Princess Marina (*30.11.1906, †27.8.1968) in der Hermesvilla.
1906 wurde die Villa zu klein und die Familie zog ins neu renovierte Schloss Wallsee.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Die stattliche alte Ansicht der Hermesvilla mit dem Garten. Der gesamte zweite Stock war dem Personal vorbehalten und ist heute gesperrt.
Da die Villa eine private Wohnstätte der Eheleute war, gab es keine Repräsentationsräume.
Obwohl Marie Valérie die Hermesvilla an den Hofärar verkaufte, trug die Erhaltungskosten bis zu seinem Lebensende Kaiser Franz Joseph.
1918/19 wurde ein Invalidenspital für Kriegsversehrte in die Nebengebäude eingerichtet.
Im Jänner 1919 wurde in der Hermesvilla eingebrochen und zahlreiche historische unersetzbare Kostbarkeiten gestohlen.
Aufgrund dieses (unaufgeklärten) Einbruchs wurden 700 Möbelstücke, Bilder und sonstige Kunstgegenstände in das Hofmobiliendepot gebracht.
Das Tafelsilber der Hermesvilla wurde in die Hofsilberkammer der Hofburg Wien zur Aufbewahrung übergeben.
Danach wurde die Villa bis zum zweiten Weltkrieg vergessen.
1922 wurde die Villa an den Kriegsgeschädigenfonds übergeben und 1937 wurde die Republik Österreich die rechtmäßigen Besitzer. Diese richteten im 1. Stock ein kleines Museum ein, doch zu sehen, war kaum etwas.
Als der 2. Weltkrieg ausbrach, wollte Hermann Göring die Villa für sich und seine Jagdgäste beanspruchen; ein Glück, dass es nicht so weit kam.
Die Hermesvilla überstand den 2. Weltkrieg unbeschadet, verfiel aber zusehends. 1945 fiel die russische Wehrmacht in das Schloss ein und bsetzte es bis 1950.
Der schwere Vandalismus der Russen kannte kaum eine Grenze. Die Hermesvilla hatte schwerste Mängel erlitten.
Stimmen wurden laut, dass die Villa abgerissen werden sollte.
Foto: parlament.gv.at Bruno Marek
Wiens Bürgermeister Bruno Marek (*23.1.1900, †29.1.1991) war nicht nur passionierter Jäger, sondern er wusste auch, dass hier ein Kulturgut zum Schützen war.
Er veranlasste, dass die Hermesvilla gerettet werden müsste.
Der Bürgermeister von Wien ließ 1971 den „Verein der Freunde der Hermesvilla“ gründen und unternahm eine umfangreiche Restaurierung, welche 1979 abgeschlossen war. Seit dem verwaltet die Hermesvilla die Außenstelle des „Historischen Museum der Stadt Wien“, welche heute „Wien Museum“ heißen.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Holzstich für die Illustrierte Zeitung, 1888
Die Hermesvilla ähnelt sowohl in der Größe, als auch im Baustil der zur selben Zeit errichteten Schloss Rothschild in Reichenau a.d.Rax.
Foto: Wikimedia/Commons Schloss Rothschild, Reichenau a.d.Rax
Typisch für die Bauweise der damaligen Zeit ist die Mischung aus Renaissance- und Barockelementen.
Die elektrisch beleuchtete Straße zur Hermesvilla, war die erste in Wien ihrer Art. 1896 erhielt die Villa Sanitäre Räume und wurde an das Telefonnetz von Wien angeschlossen.
Im Stiegenhaus stand einst die berühmte Skulptur vom „Sterbenden Achilles“.
Foto: Wikipedia/Commons Sterbender Achilles
Gefertigt wurde er 1885 vom Bildhauer Ernst Herter (*14.5.1846, †19.12.1917). 1891 ließ Kaiserin Elisabeth Achilles nach Korfu bringen, wo er heute noch ist.
Foto: Wikimedia/Commons Ernst Herter & Ehefrau Elisabeth, 1885 Bildhauer Sterbender AchillesFoto: Wikimedia/Commons August Eisenmenger Maler, TurnzimmerFoto: Wikimedia/Commons Hugo Charlemont Maler, TurnzimmerFoto: Wikimedia/Commons Ignaz Weirich Bildhauer Aspasia
Seit 1898 steht links unter dem Stiegenhaus, kaum beachtet, die Marmorstatue „Aspasia“.
Sie wurde vom Bildhauer Ignaz Weirich (*22.7.1856, †1.12.1916) geschaffen.
Bevor ihr jetzt zum Tor zurückgeht, werdet ihr noch im Garten ein hässliches weißes Mamorungetüm entdecken.
Dies ist die Kaiserin Elisabeth Statue „Zwang-Flucht-Freiheit“, welche von Ulrike Truger 1998/99 geschaffen und in Wien-Mitte aufgestellt wurde.
Da sie aber für massloses Entsetzen und Beschwerden gesorgt hat, wurde sie zur Hermesvilla gebracht, wo sie relativ versteckt, unter Bäumen ihr Dasein fristet. Ehrlich gesagt: gut so
Das aus Carrara-Marmor gefertigte Monument zum 100. Todestag von Kaiserin Elisabeth hätte auch wirklich anders aussehen können.
Ihr werdet trotz aller Fehler die man hier macht, mit einem tiefen Seufzer des Bedauerns Abschied von der Hermesvilla nehmen.
Und tief in eurem Inneren habt ihr einen Ort aufgesogen, der unumwunden mit Kaiserin Elisabeth verwoben ist.
Und vielleicht hört ihr irgendwo im Gebüsch ein Rascheln von den Wildschweinen, denen man ganz unumwunden im Park begegenen kann.
Aber wer weiß: vielleicht ist es auch der schöne Geist von Kaiserin Elisabeth, die ihren Frieden mit der Villa gemacht hat und hierher kommt und sich nach der Ruhe sehnt, die sie im Leben nie hatte.
Petra Schimbäck
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Poster, Glasfenster Hermesvilla
Rechtliche Hinweise: Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildrechte: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra, Wikimedia/Commons, amazon.de, Archiv Künstlerhaus, habsburger.net, wien.gv.at, National Gallery, parlament.gv.at, eichinger.ch
Literarische Hinweise:
1 – S.251 E.C.Conti Kaiserin Elisabeth von Österreich Tragik einer Unpolitischen Heine Verlag, 2. Auflage 1975 (nur noch antiquarisch erhältlich)
Zitate, Briefe und Gedichte Hinweistafeln Hermesvilla
Hermesvilla Führer Historisches Museum, 1981 (nicht mehr erhältlich)
Wilhelm Beetz Die „Hermes-Villa“ in Lainz Mit einer kurzen Geschichte des Tiergartens Gerlach & Wiedling, 1. Auflage 1929 (nur noch antiquarisch erhältlich)
Michaela Lindinger Mein Herz ist aus Stein Die dunkle Seite der Kaiserin Elisabeth Amalthea, Wien 1. Auflage 2013 (nur noch antiquarisch erhältlich)
Foto: Wikimedia/Commons Philippe Emmanuel d’Orléans
Philippe Emmanuel Maximilian Marie Endes d’Orléans, Herzog von Vendome wurde am 18.1.1872 in Meran geboren.
Foto: Wikimedia/Commons Sophie Herzogin in Bayern und Ferdinand d’Alençon
Sein Vater war Ferdinand Herzog von Alençon. Seine Mutter war Sophie Herzogin in Bayern.
Sophie Herzogin in Bayern war eine Schwester von Kaiserin Elisabeth und Schwägerin von Kaiser Franz Joseph. Sie wurde mit Ferdinand d’Alençon verheiratet und wurde so zur Herzogin d’Alençon. Sie bekam 2 Kinder, darunter Philippe.
Philippe Emmanuel war daher der Neffe des Kaiserpaares. Er wurde Zeit seines Lebens mit dem zweiten Namen „Emmanuel“ angesprochen und gerufen.
Seine Kindheit verbrachte er sehr unstet, da seine Eltern keinen festen Wohnsitz hatten und viel herumreisen mussten. Deshalb wurde er auch in Meran, während eines gemeinsamen Aufenthaltes mit Kaiserin Elisabeth, geboren.
Emmanuel war eher dem Vater zugetan, weshalb seine Mutter etwas distanziert zu ihm war. Sie war Tochter Louise sehr zugetan.
Foto: Wikimedia/Commons Henriette von Belgien
1891 heiratete er heimlich Louise de Maillé de la Tour Landry, welche einen Tag nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Philippe 20jährig starb (Sohn Philippe überlebte). Von Louise gibt es leider kein Foto.
Am 12.2.1896 ehelichte er in Brüssel Henriette von Belgien, mit der er 4 Kinder bekam. Sie nahm sich auch liebevoll dem Halbwaisen an und wurde ihm eine liebevolle (Stief)Mutter.
Über das weitere Leben des Herzogs ist nichts bekannt, ebenso ist nichts über die Kinder bekannt.
Uns begleitet nur eine Tochter auf dieser Seite, da ihr Schicksal sehr zu Herzen geht; der Rest der Kinder bleibt hier unerwähnt.
Philippe Emmanuel Herzog d’Alençon starb 59jährig an einer Grippe am 1.2.1931 in Cannes. Er ruht in einem Doppelsarkophag mit seiner Frau Henriette in der Chapelle royale Saint-Louis in Dreux.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Doppelsarkophag Philippe und Henriette, DreuxFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Philippes Seite des Doppelsarkophages, Dreux
Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildnachweise: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweise:
Erika Bestenreiner Sisi und ihre Geschwister Piper Verlag, 2003
Christian Sepp Sophie Charlotte. Sisis leidenschaftliche Schwester August Dreesbach Verlag, 2014
„Kurzbericht“ – weitere Recherchen und Ausführungen folgen…!
Vorwort
Ich forsche seit einiger Zeit an Kronprinz Rudolf, wurde aber durch meine schwere Erkrankung aufgehalten, weshalb jetzt „nur ein kurzer Bericht“ zu Kronprinz Rudolfs Leben erfolgt. Sobald ich die Recherchen abgeschlossen habe, vervollständige ich diesen Beitrag und werde dies über die Social Media Kanäle Facebook, Instagram und TikTok bekanntgeben.
Einiges konnte ich schon herausfinden und deshalb veröffentliche ich folgenden Vorbericht:
Kronprinz Rudolf
Rudolf Franz Karl Joseph von Österreich, bekannt als Kronprinz Rudolf wurde am 21.8.1858 im Neuen Schloss Laxenburg geboren.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra erstes, offizielles Familienportrait mit Erzherzogin Sophie, Erzherzog Franz Karl, Kaiserin Elisabeth, Kaiser Franz Joseph und den Kindern Erzherzogin Gisella und Baby Kronprinz Rudolf
Sein Vater war Kaiser Franz Joseph (*18.8.1830, ✝21.11.1916). Seine Mutter Elisabeth Herzogin in Bayern (*24.12.1837, ✝10.9.1898).
Er war das dritte Kind des Kaiserpaares, aber der einzige Sohn. Der Spitzname für Rudolf, der nur dem innersten Familienkreis vorbehalten war, war Zeit seines Lebens „Nazi“.
Seine Ehefrau Stephanie nannte ihn „Coco“.
Kronprinz Rudolf erhielt den Namen des großen Habsburg Kaiser Rudolf I (* 1.5.1218, †15.7.1291) und seinem Großvater Erzherzog Franz Karl Joseph, welcher auch gleichzeitig sein Taufpate war.
Schon früh wurde der Bub Kaiserin Elisabeth von Erzherzogin Sophie entzogen.
Der Kronprinz sollte zum Kaiser und „zum richtigen Mann“ erzogen werden.
Laut Erzherzogin Sophie verweichlichte Elisabeth ihren Sohn und solche Muttergefühle hatten nach ihrer Ansicht schon im Babyalter nichts zu suchen. Derweil war auch sie eine Glucke und sperrte ihren „von Gottes Gnaden“ geborenen Sohn Franz Joseph als Kind sogar ein.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiserin Elisabeth mit Baby Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Gisella und das verstorbene Baby Erzherzogin Sophie als Bild über dem Bett Dieses Bild hing Zeit ihres Lebens über dem Bett von Kaiserin Elisabeth in der Hofburg. Noch heute ist es im Sisi-Museum dort zu sehen.
Als Kaiserin Elisabeth 1860/1 Madeira und Venedig wegen angeblicher Krankheit aufsuchte, entfremdete sie sich fast vollständig von ihren Kindern Rudolf und Gisella. Dies sollte sich nie wieder aufholen lassen, vor allem der Kronprinz suchte immer wieder die Nähe seiner Mutter.
Die engste Vertraute blieb Zeit seines Lebens allerdings seine Schwester Gisella, mit der er beinahe bis zum 6ten Lebensjahr Tisch und Bett teilte. Umso härter traf es die beiden Geschwister, als die innig geliebte Großmutter Erzherzogin Sophie die beiden trennte.
Diese Trennung verwanden beide nie und Rudolf weinte sich monatelang Nacht für Nacht in den Schlaf.
Sophie bestimmte, dass es Zeit wurde, den verweichlichten Buben militärisch erziehen zu lassen.
Achtung Triggerwarnung: Kindesmisshandlung
Graf Gondrecourt sah seine Macht gekommen und quälte den Buben bis aufs Blut.
Er zerrte ihn frühmorgens mit Trompetenklänge neben dem Bett aus selbigen, ließ ihn bis zum Umfallen neben dem Bett stehen und tränkte ihn für Disziplin und Ordnung im eiskalten Wasser.
Der kleine Bub musste bei Wind und Wetter stundenlang Exerzieren oder Wache halten.
Eine der beliebtesten Übungen von Gondrecourt war, den Kronprinzen um 3.00 Uhr morgens aus dem Bett zu zerren, ihn in den Lainzer Tierpark oder irgendwo in Schönbrunner Park zu bringen und von dort musste der kleine Bub mutterseelenallein, mitten in der Nacht und ohne Anhaltspunkt wo er überhaupt war, ins Schloss Schönbrunn zurück finden.
Rudolf wurde kränker und blasser als jemals zuvor in seinem Leben.
Kaiser Franz Joseph machte sich lustig über seinen kleinen Sohn und nannte ihn „Krepierl“, immerhin hatte er diese Erziehung auch durch- und überlebt.
Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth weilten gerade in Ischl, als Elisabeth, durch das beherzte Eingreifen des Privatlehrers Josef Graf von Latour, der sich völlig unerlaubt einmischte (dies hätte ihn nicht nur seine Stellung, sondern auch die Reputation als Lehrer kosten können) und an die Kaiserin persönlich (!) ein Schreiben verfasste.
Als diese von der Wildschwein-Affäre erfuhr, war das Maß voll.
Rudolf wurde von Gondrecourt zum Tierpark Lainz geschliffen, dort hinter die Mauer gestellt, während sich der General in Sicherheit brachte, schrie er, dass ein Wildschwein käme.
Das Kind schrie in Todesangst wie am Spieß und je lauter es schrie, desto nervöser wurden die Wildschweine, die in der Nähe ihr Revier hatten.
Triggerwarnung Ende
Erzherzogin Sophie vor Treue zur Krone blind, sah über den Leidensdruck des geliebten Enkels hinweg.
Kaiserin Elisabeth explodierte beinahe und schrie so laut, dass die ganze Kaiservilla zuhören konnte (und Kaiserin Elisabeth sprach ansonsten sehr leise und erhob nie das Wort!).
Dies war das einzige Mal, dass sich seine Mutter für ihn einsetzte.
In einem förmlichen Ultimatum forderte sie eine liberale Erziehung von Kaiser Franz Joseph. Sie hatte Erfolg.
Ab 1865 wurde Rudolf liberal erzogen. Danach wandte sie sich allerdings erneut von ihrem Sohn ab.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie Hochzeitsfoto
Rudolf betrachtete – wie seine Mutter – das Bürgertum „als Basis für einen modernen Staat“, weshalb er sich den Zorn und Unmut des Adels zuzog.
Jetzt wandte sich auch sein Vater erneut von ihm ab. Von haus aus, hatten sich die beiden nicht viel zu sagen, aber diese Einstellung, war für den verknöcherten Kaiser zu viel.
Rudolf interessierte sich sehr für die Naturwissenschaften, vor allem für die Ornithologie.
Er schrieb Sammlungen und Bücher über dieses Thema, die heute noch anerkannt sind. Ein Studium der Naturwissenschaften wurde ihm jedoch von seinem Vater (absichtlich) verwehrt.
Er schrieb ein 24bändiges Werk über Österreich-Ungarn, welches er sowohl in Wort, als auch mit Bildern versah. Rudolf galt als überaus intelligent und wurde von den Universitäten sehr ernst genommen.
Bis heute gilt dieses Werk in Ungarn als vorbildlich und wird für das Geschichtsstudium verwendet.
Kronprinz Rudolf war ein großer Frauenheld und „Weiberer“, wie man in Wien sagen würde. Er hielt sich viele Geliebte, allerdings verliebte er sich richtig nur zweimal. Beide Frauen wurden ihm vom Habsburg Haus verwehrt, wobei Mizzi Kaspar verständlich war. Ihr Lebenswandel war für einen Kronprinzen nicht standesgemäß.
Foto: Wikimedia/Commons Erzherzogin Antonia von Toskana
Die erste große Liebe war Antonia Erzherzogin von Toskana (*10.1.1858, †13.4.1883).
Die Ehe wurde abgelehnt, da die Hofärzte bei Maria Antonia ein schweres Lungenleiden feststellten. Doch das hielt das verliebte Paar nicht ab.
Am 1.1.1880 wurde das Paar heimlich in der Gardekirche in 1030 Wien, Rennweg vom damaligen Burgkaplan Godfried Marschall (später Bischof) getraut.
Doch die Rechnung wurde ohne dem neuen Kronprinzenpaar gemacht.
Auf Druck seines Vaters musste Kronprinz Rudolf Stephanie Prinzessin von Belgien ehelichen. Sie war immens reich und von gesunder „Natur“. Die Hochzeit fand am 10.5.1881 statt.
Das Problem: nun war Rudolf Bigamist und die Ehe nicht gültig.
Kronprinzessin Maria Antonia wurde ins Ausland gebracht. Sie wurde Äbtissin im Damenstift Prag.
Das „offizielle Kronprinzpaar“ wohnte die erste Zeit ebenfalls in Prag und galt als glücklich.
Problematisch wurde es für Maria Antonia, als sie schwanger wurde. Sie verließ das Damenstift und zog nach Cannes, da auch ihre Gesundheit immer weiter abnahm.
Jetzt wird es obskur:
Der Kronprinz musste natürlich auch offiziell ein Kind zeugen und so wurde auch Stephanie schwanger.
🔷 Am 7.3.1883 kam in der Villa Felicia in Cannes „Kronprinz Carl Rudolf“ zur Welt
🔷 Am 2.9.1883 kam im Schloss Laxenburg Erzherzogin Elisabeth Marie „Erzsi“ zur Welt
Der Krimi geht weiter:
5 Wochen nach der Geburt ihres Sohnes, starb die schwer kranke Maria Antonia und Kronprinz Rudolf stand mit seinem heimlich gezeugten Kronprinzen und einer schwangern Kronprinzessin da.
Er eilte mit Sohn zu seiner Mutter Kaiserin Elisabeth und weihte sie in das ganze Dilemma ein.
Nun wurde der Rittmeister Heinrich Graf von Pachmann, dessen Frau Marie kürzlich Sohn Robert entbunden hatte und der bald darauf verstarb, Ziehvater von Kronprinz Carl Rudolf.
Damit Marie und Heinrich von Pachmann keine Schulden erleiden, wurde ihnen eine jährliche Apanage von 30.000 Gulden (ca. € 360.000) zugesandt.
Des Weiteren erhielt Carl Rudolf den Namen „Robert Pachmann“.
Die Familie Pachmann war Kaiserin deswegen bekannt, da sie im selben Haus wohnten, wie ihr Leibkammerdiener Johann Werth. Die Adresse lautete: 1150 Wien, Haidmanngasse 4
Er machte die Pachmanns mit der Kaiserin bekannt und umgekehrt. Werth wusste, dass Robert kürzlich verstorben war.
Damit war von der heimlich geschlossenen Ehe des Kronprinzen nichts mehr übrig, außer Dokumente die fest verschlossen wurden und man hoffte, dass sie nie wieder das Tageslicht sehen würden.
Erzherzogin Maria Antonia, die eigentlich Kronprinzessin Antonia war, wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt.
Völlig obskur ist ebenfalls, dass die angebliche Äbtisstin des Damenstiftes Prag mit allen Ehren und Standesdünkel einer Erzherzogin, Ehefrau und Mutter in der Kapuzinergruft beigesetzt wurde.
Dies hat ihre Hofdame per Brief an ihre Schwester hinterlassen. Die nächste Frage die sich in diesem haarsträubenden Krimi ergibt ist, warum hat eine angebliche Äbtisstin des Damenstiftes Prag, eine Hofdame.
Hofdamen waren nur hohen Adeligen zugeteilt, welche dem Erzhaus angehörten, was bei Antonia der Fall war. Allerdings nicht mehr, wenn diese in ein Damenstift eingezogen wäre. Hier wäre ihr eine Zofe zugestanden und eine Kammerfrau, nicht aber eine Hofdame.
Als die Pachmann-Story an die Öffentlichkeit kam, wurde tatsächlich eine Blutprobe gemacht, damit die DNA überprüft werden konnte. Aus zuverlässlichen Quellen weiß ich, dass die „Blutprobe verunreinigt“ war und deshalb kein DNA-Match zustande kam. In der Presse wurde lediglich veröffentlicht, dass die DNA Probe nicht zueinander passe und diese Geschichte, ein für alle Mal „begraben“ ist.
Warum aber, veröffentlichte die Schönbrunner GmbH bei der Ausstellung im Schloss Hof vom 21.3.-20.11.2020 in der Sonderausstellung „Sisis Sohn Rudolf“ ein Foto von Antonia und schrieb darunter 1. Ehefrau des Kronprinzen?
Dieses Foto und genau dieser Satz ließen mich stutzig werden und so begann ich meine intensive Forschungen, welche – wie oben erwähnt – durch meine schwere Erkrankung gestoppt werden mussten. Doch jetzt bin ich wieder fit und sie gehen weiter.
Danach war Kronprinz Rudolf nicht mehr derselbe. Er wechselte die Betten und die Frauen, steckte sich mit Gonorrhoe an und wurde Zeugungsfähig.
Diese Geschlechtskrankheit gab er an Stephanie weiter, so dass sie keine Kinder mehr bekommen konnte. Aus anfänglicher Sympathie und Liebe die sie für ihn empfand, wurde unbändiger Hass, die die beiden in lautstarken Streitigkeiten austrugen.
Ab 1888 betätigte sich Rudolf als Journalist; allerdings musste er dies hinter dem Rücken des Vaters tun. Moritz Szeps war sein väterlicher Freund und unterstützte ihn bei seinen Schriften gegen die Regierung von Graf Eduard Taaffe im „Neuen Wiener Tageblatt“.
Die Freundschaft zu Moritz Szeps und Moritz Hirsch, welche beide Juden waren, brachte ihm den Namen „Judenknecht“ ein. Die Feindschaft der Antisemiten zu Kronprinz Rudolf war erschreckend hoch.
Rudolf wurde keine politische Funktion von seinem Vater eingeräumt. Dieser schottete ihn komplett vom täglichen Geschehen im Reich Österreich-Ungarn ab. Rudolf musste sich über tagespolitische Themen über die Presse informieren.
Das Verhältnis zwischen Kaiser Franz Joseph und Kronprinz Rudolf wurde immer schwieriger. Kaiserin Elisabeth zeigte an ihrem Sohn keinerlei Interesse und weigerte sich zwischen Vater und Sohn zu vermitteln.
Von Selbstmordgedanken getrieben, zog er sich immer mehr in schwere Alkohol- und Drogeneskapaden zurück. Kronprinz Rudolf war der modernen Droge Morphium verfallen.
Nun lernte seine zweite Liebe kennen: Mizzi Kaspar, eine Soubrette (veralteter Ausdruck für Prostituierte)
Foto: Wikimedia/Commons Mizzi Kaspar
Sie wurde seine Langzeitgeliebte und er verwöhnte sie mit Schmuck und teurer Kleidung. Ganz Wien wusste Bescheid, aber niemand traschte öffentlich.
Eines Tages bat er Mizzi, ob sie bereit wäre, sich am Husarenberg in Mödling, gemeinsam das Leben zu nehmen. Doch Mizzi lehnte entsetzt ab.
Durch Marie Gräfin Larisch, welche die Lieblingsnichte von Kaiserin Elisabeth war, lernte er die 17jährige Baronesse Mary Vetsera kennen und begann mit dieser eine Liaison. Von romantischen Gefühlen getrieben, stimmte sie einem gemeinsamen Selbstmord zu.
Die letzte gemeinsame Nacht verbrachte das Liebespaar Rudolf und Mizzi gemeinsam vom 27.1. auf den 28.1.1889. Beim Abschied küsste er sie auf die Stirn und machte ein Kreuz auf diese. Dies war zuvor nie vorgekommen.
Mizzi versuchte ihm das Leben zu retten, in dem sie die Polizei in seinen Plan einweihte. Aber niemand wollte ihr Gehör oder Glauben schenken.
Von Mizzi fuhr Rudolf direkt zur angesetzten Jagd nach Mayerling, wo er von Philipp Prinz von Sachsen-Coburg, Josef Graf Hoyos-Sprinzenstein und Diener Johann Loschek erwartet wurde.
Wegen angeblicher Unpässlichkeit zog sich Rudolf zurück, die Jagd wurde abgesagt. Er schickte Prinz Philipp zu seinem Vater nach Wien und ließ sich bei Stephanie und Kaiser Franz Joseph für sein Fernbleiben entschuldigen.
Leibfiaker Bratfisch brachte abends Mary Vetsera zum Jagdschloss.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Mary Vetsera
Ohne das Graf Hoyos-Sprinzenstein dies mitbekam, wartete Mary heimlich im Schlafzimmer, während Rudolf mit ihm relativ schweigend das Abendessen einnahm. Danach zog sich Rudolf zurück und bat Loschek niemanden zu ihm zu lassen.
In den frühen Morgenstunden vom 30.1.1889 erschoss Rudolf zuerst Mary, danach mit Hilfe eines Spiegels sich selbst. Er wurde nur 30 Jahre alt.
Kronprinz Rudolf wurde für Geisteskrank erklärt. Nur so konnte er seine letzte Ruhestätte in der Kapuzinergruft finden.
Obwohl sie lebend mit ihrem Sohn kein Naheverhältnis hatte, hinterließ der Tod bei Kaiserin Elisabeth tiefe Spuren.
Von Selbstvorwürfen, Selbstmitleid und Depressionen getrieben, trug sie ab diesem Tag – bis zu ihrem eigenen Tod – in der breiten Öffentlichkeit nur noch schwarz (außer auf Korfu). Wenn man aber bedenkt, dass sie vielleicht ein unfassbares Geheimnis mit sich Tragen musste, ist dieses Verhalten mehr als verständlich.
Der gesamte Rundgang durch das Karmel Mayerling, könnt ihr euch in diesem Video ansehen.
Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Mary Vetsera war nur Mittel zum Zweck. Die große Liebe, wie sie so gerne in (zum Teil auch in historischen) Büchern, Musical (Rudolf) und Kitschfilmen propagiert wird, existierte zumindest von der Seite des Kronprinzen nicht.
Mary selbst war noch viel zu jung (17), um die Lügen, Manipulationen und die Depression eines erwachsenen Mannes zu erkennen bzw. zu durchschauen; noch dazu kannte man das Wort „Depression“ als solches noch gar nicht.
Seit dem Tod von Rudolf ranken sich viele Mythen und Theorien um selbigen.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Nachbau der Waffe (die Original Waffe ist bis heute verschwunden)Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Sarkophag Kronprinz Rudolf, KapuzinergruftFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra die berühmte 3er Konstellation: Kaiserin Elisabeth, Kaiser Franz Joseph und Kronprinz Rudolf, Kapuzinergruft
Der kaiserliche Hof vertuschte die Tragödie und gab weitestgehend Mary Vetsera die Schuld an allem. So soll sie dem Kronprinz Gift gegeben und sich dann selbst das Leben genommen haben.
Zumindest wurde das als erstes verlautbart.
Kaiserin Elisabeth war es, die Helene von Vetsera zu sich bat, um ihr vom Tod ihrer Tochter zu berichten und zu kondulieren.
Niemand hat es für notwendig erachtet, die Mutter von Mary zu verständigen.
Elisabeth kniete einige Tage später am Grab von Mary und bat sie um Verzeihung. Sie wusste um die Schuld ihres Sohnes und verwand dies nie.
Gräfin Larisch wurde auf ewig vom Hof verbannt. Auch ihr Leben zerbrach vollständig an dieser Tragödie.
Kaiser Franz Joseph verbannte die Familie Vetsera vom Wiener Hof, die an dieser Tragödie vollkommen zerbrach.
Kaiserin Elisabeth ließ auf Korfu ein Denkmal für ihren Sohn erbauen, welches als verschollen gilt. Doch das stimmt nicht so ganz, wie ihr in diesem Video sehen könnt.
Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Otto von Habsburg besass angeblich die Waffe von Kronprinz Rudolf, welche er Zeit seines Lebens nicht herausgab. Er bestritt dies allerdings immer vehement.
Kaiserin Zita verband in den späten 1980er Jahren immer noch ihre Augen vor der Wahrheit.
Sie behauptete weiterhin steif und fest, dass Rudolf einem Attentat, begangen vom französischen Staatsmann Georges Clemenceau, zum Opfer fiel. Ausgangspunkt sei gewesen, dass sich Rudolf dem Sturz seines Vaters nicht anschließen wollte.
Wer sich für das Leben des Kronprinzen und die gesamte obskure Geschichte interessiert, dem empfehle ich mein Live-Video „Kronprinz Rudolfs Leben“.
Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildnachweise: Wikimedia/Commons, Österreichische Nationalbibliothek, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Videonachweise: Petra Schimbäck Ich danke dem Karmel Mayerling herzlich für die Video- und Fotoerlaubnis! Ich danke dem Hofmobiliendepot herzlich für die Video- und Fotoerlaubnis!
Literatur Hinweise:
Jean-Paul Bled Kronprinz Rudolf Böhlau, Wien 2006
Brigitte Hamann Kronprinz Rudolf. Ein Leben. Amalthea, Wien 2005
Rudolf Ein Leben im Schatten von Mayerling. Ausstellungskatalog, Wien 1990
Brigitte Hamann Rudolf. Majestät, ich warne Sie…, Geheime und private Schriften Amalthea-Verlag, Wien/München 1979
Oscar von Mitis Das Leben des Kronprinzen Rudolf Mit Briefen und Schriften aus dessen Nachlass. Insel-Verlag, Leipzig 1928
Helmut Reinmüller Cold Case Mayerling Der Tod von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera Kriminalpolizeiliche Aufarbeitung des Falles mit Originalquellen. Kral Verlag, Berndorf 2021
Ernst Edler von Planitz Die volle Wahrheit über den Tod des Kronprinzen von Österreich Pichler Verlag, 1890
Friedrich Weissensteiner (Hrsg.) Lieber Rudolf. Briefe von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth an ihren Sohn Ueberreuter, Wien 1991
Sigrid-Maria Größing Rudolf. Herzensbrecher, Freigeist, Psychopath A & M, Salzburg 2006
Hermann Altenberg Um Recht und Nachfolge im Hause Habsburg Europa Verlag, 1966
Fritz Judtmann Mayerling ohne Mythos Ein Tatsachenbericht Kremayr & Scheriau, 1968
Helmut Reinmüller Mary Vetsera – Der Grabraub 1992. Darstellung der Tat aus kriminalpolizeilicher Sicht mit neuen Fakten, Details und Bildern Kral-Verlag, 2019
Brigitte Sokop Jene Gräfin Larisch Marie Louise Gräfin Larisch-Wallersee, Vertraute der Kaiserin – Verfemte nach Mayerling Böhlau, 2006
Rudolf R. Novak Das Mayerling-Netz. Verborgene Zusammenhänge entdeckt Berger, 2019
Maria Kaspar, bekannt als Mizzi wurde am 28.9.1864 in Graz geboren.
Mizzi war Edelhure, was damals auch „Soubrette“ genannt wurde.
Sie war die Langzeitgeliebte von Kronprinz Rudolf und galt (und gilt) in der historischen Welt als dessen große Liebe.
Dies kann jedoch als kontrovers diskutiert werden. Bei aller Revolution die Rudolf immer wieder gegen das Kaiserhaus vorbrachte, so wusste er dennoch, wo er herkam. Eine „Soubrette“ als „große Liebe“ zu benennen, ist deswegen etwas Fehl am Platz.
Aufgrund ihrers Verhältnisses und ihrer ungemeinen Loyalität wurde Mizzi von Rudolf reich beschenkt.
1887 kaufte er ihr um 60.000 Gulden (heute € 1.008.778,80 EUR) ein dreistöckiges Haus in der Heumühlgasse 10, 1040 Wien. Weiters bekam sie Bargeld und Schmuck im Wert von 130.000 (€ 2.185.687,40) Gulden.
Als er immer Lebensmüder wurde, bat Rudolf Mizzi sich mit ihm gemeinsam das Leben zu nehmen. Als Ort für den gemeinsamen Selbstmord hatte er den Husarentempel in Mödling auserkoren. Doch Mizzi lehnte ab.
Sie versuchte noch sein Leben zu retten, als sie die Polizei in dessen Plan einweihte. Niemand wollte ihr Gehör schenken.
Einer Soubrette- auch wenn sie die Mätresse vom Kronprinzen war – glaubte man nicht.
Die letzte gemeinsame Nacht verbrachte das „Liebespaar“ gemeinsam vom 27.1. auf den 28.1.1889.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kronprinz Rudolf, Geliebter
Beim Abschied küsste er sie auf die Stirn und machte ein Kreuz auf diese. Dies war zuvor nie vorgekommen. Mizzi war in äußerster Besorgnis um Rudolf und wusste, dass sie ihn nie wieder sehen würde.
Von Mizzi fuhr Rudolf direkt zur angesetzten Jagd nach Mayerling.
Rudolfs Leiche fand man am 30.1.1889. Er hinterließ ihr in seinem Testament 30.000 Gulden (heute € 504.389,40), mit denen sie sich zur Ruhe setzte.
Zum Zeitpunkt des Todes von Rudolf war Mizzi 24 Jahre alt.
1891 verkaufte Mizzi das Haus in der Heumühlgasse und zog in die Paniglgasse, 1040 Wien.
Mizzi Kaspar starb am 29.1.1907 43jährig an einer Rückenmarksverhärtung welche eine Folge von Syphilis war. Sie ruhte am Stadtfriedhof in Mödling; ihr Grab wurde allerdings zwischenzeitig aufgelassen.
Mizzi hinterließ keine Briefe, kein Tagebuch und keine Memoiren. Zeit ihres Lebens lehnte sie jedes Interview ab – obwohl man ihr viel Geld bot. Sie blieb stur und hielt zu Kronprinz Rudolf.
Als sie starb, kam die Kripo und nahm ihre Wohnung Stein für Stein, Brett für Brett auseinander, um irgendwelche Hinterlassenschaften zu Rudolf zu finden. Man fand nichts. Nicht einmal ein gemeinsames Bild wurde gefunden, obwohl es diese angeblich gab. Mizzi wusste um den brisanten Inhalt und hatte alles vor ihrem Tod vernichtet.
Wer sich noch mehr für Kronprinz Rudolfs Leben interessiert, dem lege ich gerne mein Youtube Live ans Herz, in welchem ich über sein Leben erzähle.
Petra Schimbäck
Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweise:
Jean-Paul Bled Kronprinz Rudolf Böhlau, Wien 2006
Brigitte Hamann Kronprinz Rudolf. Ein Leben. Amalthea, Wien 2005
Rudolf Ein Leben im Schatten von Mayerling. Ausstellungskatalog, Wien 1990
Brigitte Hamann Rudolf. Majestät, ich warne Sie…, Geheime und private Schriften Amalthea-Verlag, Wien/München 1979
Oscar von Mitis Das Leben des Kronprinzen Rudolf Mit Briefen und Schriften aus dessen Nachlass. Insel-Verlag, Leipzig 1928
Helmut Reinmüller Cold Case Mayerling Der Tod von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera Kriminalpolizeiliche Aufarbeitung des Falles mit Originalquellen. Kral Verlag, Berndorf 2021
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