Foto: Wikimedia/Commons Augustin de Iturbide y Green
Augustin de Iturbide y Green wurde am 2.4.1863 in Mexiko Stadt geboren.
Sein Vater war Don Ángel Maria de Iturbide y Huarte. Seine Mutter die Amerikanerin Alice Green.
Foto: Wikimedia/Commons Don Ángel Maria de Iturbide y Huarte, leiblicher Vater
Als Max das Kaiserreich übernahm (1863) bat er Kaiser Augustin um 2 seiner Enkel, damit er seine Thronansprüche weitervererben konnte.
Die ärztliche Bestätigung, dass Erzherzog Max zeugungsfähig war, wurde bereits vorgelegt. Angeblich bat Max seinen Bruder Erzherzog Karl Ludwig um einen seiner Söhne, die er für das Erbe des Thronanspruches brauchte, was dieser aber ablehnte. So wand er sich an Kaiser Augustin.
Kaiser Maximilian war ein Bruder von Kaiser Franz Joseph. Er wurde unter dem Namen Ferdinand Maximilian Erzherzog von Österreich geboren.
Am 16.9.1865 wurde das kaiserliche Dekret unterzeichnet unterzeichnet und so adoptierten Max und Charlotte Salvator und dessen Cousin Augustin de Iturbide y Green (Bericht folgt) mit allen Rechten und dem Titel „Hoheit“.
Salvator war 16 und Augustin 2 Jahre alt, als sie neue Eltern bekamen.
Das hatte nichts mit Liebe und Zuneigung zu tun, sondern galt einfach nur, um den Thron und das Erbe zu sichern.
Er wurde damit der Neffe von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Erzherzogin Charlotte und Erzherzog Ferdinand „Max“
Erzherzogin Charlotte von Österreich, war eine geborene Prinzessin von Belgien, Tante von Kronprinzessin Stephanie und Louise Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, sowie Schwester vom gefürchteten König Leopold II von Belgien (Teufel von Kongo).
Kaiser Maximilian wollte damit seine unliebsame Herrschaft in Mexiko legitimieren. Er setzte den 2jährigen deshalb auch als Thronerben ein. Sein Titel wurde zu „Principe de Iturbide“. Die Anrede lautete „Seine Hoheit“.
Leider half diese Adoption trotzdem nichts. Am 19.6.1867 wurde Kaiser Maximilian standrechtlich erschossen. Kaiserin Carlota floh nach Europa zurück, wo sie dem Irrsinn verfiel.
Noch vor der Hinrichtung von Max schickte er den 4jährigen mit seinen Erziehern nach Havanna und sorgte dafür, dass er seinen leiblichen Eltern zurück geführt wird.
Mit seinen leiblichen Eltern floh er von Havanna zuerst nach England und später in die Vereinigten Staaten.
Als Jugendlicher verzichtete Augustin auf all seine Ansprüche und durfte wieder nach Mexiko zurück. Er diente sogar zeitweilig in der mexikanischen Armee, als er 1890 den amtierenden Präsidenten Portfirio Díaz kritisierte, wurde der Prinz hart bestraft. Augustin wurde verhaftet und schließlich für immer aus dem Land verwiesen.
Luis Hernandez via findagrave.com Familiengrab, Augustin de Iturbide y Green, Saint John the Evangelist Church Cemetery, Washington D.C
1894 ehelichte er die Engländerin Lucy Eleanor Jackson (kein Foto bekannt). Die Ehe blieb kinderlos. 1914 reichte Augustin die Scheidung ein.
1915 ehelichte er die Amerikanerin Mary Louise Kearney (kein Foto bekannt) mit welcher er nach Washington D.C. ging. Durch das fortgeschrittene Alter des Paares, blieb auch diese Ehe kinderlos.
Augustin de Iturbide y Green starb 61jährig am 3.3.1925, knapp vor seinem 62. Geburtstag, in Washington D.C. Er ruht im Familiengrab am Saint John the Evangelist Church Cemetery in Washington D.C.
Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Fotorechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra, Luis Hernandez via findagrave.com
Literatur Hinweis:
The New York Times 4 May 1890 Prince Augustin Yturbide: Most of His Life Spent in Washington
August 2018, als wir gerade einmal 8 Monate als Sternenkaiserin zusammen waren, plante ich eine Reise durch Niederösterreich. Es war eine 4-Schlösser Tour.
Begonnen hatte die Tour mit Schloss Wallsee, später ging es am selben Tag weiter zum Wasserschloss Totzenbach.
Tags darauf fuhren wir zum Renaissanceschloss Greillenstein und wieder einen Tag später zum Schloss Ruegers, dass uns bis in den September 2020 begleiten sollte.
Immer wieder waren wir im Letzteren zu Gast. Mittlerweile gibt es das Schloss Ruegers genauso nicht mehr, wie uns. Schloss Ruegers schloss zwar 2019 seine Pforten, ließ uns aber immer wieder shooten, das letzte Mal im September 2020. Im April 2021 trennten wir uns, im September 2021 wurde Schloss Ruegers verkauft.
Seit dem gibt es im Internet statt die Sternenkaiserin, die Mythos Kaiserin Elisabeth Seite. Die Beiträge zu den restlichen Schlössern habe ich gelöscht, da die mit Kaiserin Elisabeth nichts gemeinsam hatten.
Auch wenn im Renaissanceschloss Greillenstein eine gebürtige Elisabeth Prinzessin von Bayern, verheiratete Elisabeth Gräfin von Kuefstein lebt, hat das Schloss per se nichts mit Kaiserin Elisabeth zu tun. Gräfin Kuefstein stammt im übrigen von der Linie Erzherzogin Marie Valérie ab.
Schloss Wallsee hat deshalb etwas gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth, da hier ihre Tochter Erzherzogin Marie Valérie mit ihrem Mann lebte.
Ich erspare euch die Einzelheiten zu Bauzeit, Bauherren und Grundrissen. Diesen Teil des Beitrages von Sabine habe ich gelöscht. Fakt ist, 1895 kaufte Erzherzog Franz Salvator das Schloss von Alfred Herzog Sachsen-Coburg und Gotha, da das Wasserschloss Lichtenegg in Wels aus allen Nähten platzte.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Schloss Lichtenegg, Wels
Bei 4 Kindern stand Kaiserin Elisabeth an Valéries Seite.
Sabine Rossegger ehemalige Sternenkaiserin:
Das Schloss war allerdings nicht im besten Zustand, als es Franz kaufte.
Foto: Wikimedia/Commons Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator
Das gesamte obere Geschoß war zu dem Zeitpunkt unbewohnbar, im Westteil des Schlosses waren alle Decken und Gewölbe in derart schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr zu retten waren und daher erneuert werden mussten.
Ebenso mussten alle Fenster, Fußböden, Türen und die Holzstiege repariert werden, so auch das Dach. Der gesamte heutige Verputz wurde damals aufgebracht.
2 Jahre lang wurde das Schloss renoviert, bevor Erzherzogin Marie Valerie (*22.4.1868,†6.9.1924) und Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und die immer größer werdende Familie am 4.9.1897 einzogen.
Die Bevölkerung des kleines Ortes freuten sich sehr über den Zuzug, galt die Kaisertochter für wohltätig und wohlwollend der Bevölkerung gegenüber.
Bald schon hatte sie den Beinamen
„der Engel von Wallsee“
Als Kaiserin Elisabeth das erste Mal zu Gast war, beschrieb dies Hofdame Irma Gräfin von Sztáray (*10.7.1863,†3.9.1940) wie folgt:
„Am 28. September (1897) verließen wir Meran und waren am nächsten Morgen in Wallsee, im neuen Heim der Erzherzogin Valérie. Die erzherzogliche Familie war erst vor kurzem hierher übersiedelt und es ist daher natürlich, dass die Kaiserin das herrliche Schloß und dessen Einrichtung mit größtem Interesse und auf das eingehendste besichtigte. Wallsee übertraf alle unsere Erwartungen. Unser kurzer Aufenthalt war ein würdiger Abschluß dieser mit mancherlei angenehmen Erinnerungen verknüpften Reise, für deren prächtigen Erfolg am besten die freudige Überraschung sprach, die Seine Majestät bekundete, als er im Ofener Bahnhofe meine teure Kaiserin von mir übernahm.“ (1)
Das Schloss befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Habsburg-Lothringen und wird auch von ihr ständig bewohnt.
Zur Zeit von Ing. Andreas & Margaretha Habsburg Lothringen (Ur-Enkelin von Marie Valérie und Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Elisabeth) und deren 3 Kindern.
Foto: Prinz Barbara gothische KapelleFoto: Prinz Barbara Standesamt
Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich!
Foto: Prinz Barbara
Den Besuch in Wallsee hatte Petra bis ins letzte Detail geplant, die Kleiderauswahl, den Hut – ein Originalstück aus 1897, ja sogar der Schirm – alles war von ihr festgelegt und vorgeplant.
Nichts wurde dem Zufall überlassen und wurde auf das Jahr abgestimmt 1897 in dem die Kaisertochter nach Wallsee zog.
Als wir auf das schwere schmiedeeiserne Tor zuschritten, an dem weithin sichtbar die Wappen von Marie Valerie und Franz Salvator erkennbar sind, öffnete es sich uns wie von selbst.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: Prinz BarbaraFoto: Prinz BarbaraFoto: Prinz Barbara ehemalige ReithalleFoto: Prinz Barbara ehemalige GärtnerhausFoto: Prinz Barbara Mosaik am Burgturm
Am Eingang wurden wir von Margaretha Habsburg-Lothringen der Ur-Ur-Enkelin von Marie Valérie und ihrem jüngsten Sohn Alexander begrüßt.
Wir spazierten durch den Garten die lange Auffahrt zum Schlosstor entlang, an deren rechten Seite ist noch die steinerne Reithalle erhalten.
Durch das große Haupttor des Burgturms, auf dessen großen Mosaik die Brüder Eberhard und Heinrich von Wallsee dargestellt sind, gelangten wir in den großen Innenhof des Schlosses.
Foto: Prinz Barbara 1. Innenhof, Schloss WallseeFoto: Prinz Barbara 2. Innenhof, Schloss Wallsee
Durch ein weiteres Tor gelangten wir in einen zweiten, kleineren Innenhof in dem sich heute noch die privaten Wohnräume der Familie befinden.
In einer Ecke dieses Innenhofes steht ein alter Brunnen, der an die Zeit erinnert, als noch mit Holzleitungen das Wasser ins Schloss transportiert wurde.
Betritt man das Schloss, glaubt man, die Zeit wäre stehen geblieben.
Foto: Prinz Barbara Bisquitstatute von Gödöllö Kaiserin Elisabeth
Foto: Prinz Barbara Lebensgroß Erzherzog Franz Salvator
Das zweite Schloss erinnert eher an eine Burg aus dem Mittelalter und so ist der Innenraum eher dunkel und das dunkle Mahagoni und die kleinen Fenster, durch das die Sonne drang, erhellten den Raum nicht sonderlich.
Im gesamten Gebäude ist die kaiserliche Familie allgegenwärtig.
Petra entdeckte sogar eine Statuette vom Denkmal aus Gödöllö.
Kaiser Franz Joseph ließ von den schönsten Denkmälern kleinere Repliken anfertigen und verteilte diese in der Familie und an seine engsten Vertrauten.
Foto: Prinz Barbara
Deshalb gelangen solche Statuetten auch immer wieder z.B. ins Dorotheum Wien.
Eine Vitrine mit Andenken an die Kaiserin erinnert an deren Besuche bei ihrer Tochter (Anmerkung Petra: aus Respekt zeige ich diese Fotos nicht).
Am oberen Treppenende erinnert ein lebensgroßes Gemälde an Erzherzog Franz Salvator.
Danach war unser Besuch auch schon wieder vorbei und wir verabschiedeten uns von Margaretha Habsburg, ihrem Mann Andreas und den Kindern, die nach und nach von der Schule nach Hause kamen.
Sabine Rossegger
Nachwort Petra:
Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter versuchte Valérie gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Prinzessin von Bayern (*12.7.1856,†27.7.1932) den trauernden Kaiser zu trösten.
Er war gerne in Wallsee zu Gast war, um dort mit seinen Enkelkindern Zeit zu verbringen.
Foto: Wikimedia/Commons Die gesamte Familie; ca. 1905
Foto: Wikimedia/Commons Unterm Weihnachtsbaum in Wallsee, Zeitungsillustration, 1916
Am 10.12.1918 verstarb Erzherzog Franz Karl, der älteste Sohn von Valérie, im Schloss Wallsee an der Spanischen Grippe. Zuvor hatte sie ihn noch aufopferungsvoll gepflegt.
In der Entbehrungsreichen Nachkriegszeit half der „Engel von Wallsee“ der Bevölkerung wo sie konnte und versorgte diese mit Essen, Kleidung und Medikamenten.
Leider erkrankte sie selbst an Lymphdrüsenkrebs.
Erzherzogin Marie Valérie starb am 6.9.1924 im Kreise ihrer Familie in Wallsee.Sie ruht am örtlichen Friedhof von Sindelburg-Wallsee.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – PetraFoto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Sohn Theodor Salvator (*9.10.1899,†8.4.1978) übernahm nach dem Tod seiner Eltern Schloss Wallsee. Seit dem ist es immer noch im Familienbesitz.
Erst ein Anruf des Heimatmuseumleiters von Wallsee und eines aufmerksamen Lesers meines Blogs, führten zufällig – zeitgleich (!) – zum gewünschten Ergebnis.
Im Ort Wallsee entdeckte ich ein Denkmal von Kaiser Franz Joseph, dass mich jahrelang zum Staunen brachte und sich erst im Jahr 2022 auflöste. Seit 2018 stand ein von mir gedrehtes Video falsch im Netz und obwohl ich auf dem Gemeindeamt von Wallsee nachfrug, was es mit dem „falschen“ Datum auf dem Kaiser Franz Joseph Denkmal auf sich hatte, bekam ich keine Antwort.
Auch Umfragen in nahegelegenen Geschäften, im Gasthaus usw. ergab kein Ergebnis.
Es gibt ein Kaiser Franz Joseph Denkmal mit dem „falschen Sterbejahr“.
Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee Fotos: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Kaiser Franz Joseph Denkmal, Wallsee
In Wirklichkeit soll das ein Jubiläumsjahr gewesen sein, der in Wallsee mit einem Denkmal gefeiert wurde. Leider hat man es bis heute (!) versäumt eine Tafel mit der Erklärung aufzustellen. Die Menschen vor Ort wissen nichts (!) über das Denkmal und so glaubt jeder Besucher, dass dies das „falsche Sterbejahr“ anzeigt.
Schade, dass man bis heute diese Information nicht direkt beim Denkmal angibt.
Petra Schimbäck
Rechtliche Hinweise:
Vorwort + Nachwort + Layout: Petra Schimbäck Recherchen: Petra Schimbäck Text + Recherchen: Sabine Rossegger Bildrechte: Prinz Barbara, Wikimedia/Commons, habsburger.net, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweis:
1 – S 166, Irma Gräfin von Sztáray Aus den letzten Jahren der Kaiserin Elisabeth Amalthea Verlag, 3te Auflage, 2005
Foto: Wikimedia/Commons Franz Josef Prinz von Windisch-Graetz
Franz Josef Marie Otto Antonius Ignatius Oktavius Prinz zu Windisch-Graetz wurde am 22.3.1904 in Prag geboren.
Sein Vater war Otto Prinz zu Windisch-Graetz. Seine Mutter Erzherzogin Elisabeth Marie. Sie war die Tochter von Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie.
Foto: Wikimedia/Commons Erzherzogin Elisabeth Marie „Erzsi“ und Otto von Windisch-Graetz Hochzeitsfoto
Franz Josef war somit der Enkel vom bereits verstorbenen Kronprinz Rudolf und der erneut verehelichten Stephanie, nunmehr Gräfin Lónyay von Nagy-Lónyay. Er war aber auch der Ur-Enkel der bereits verstorbenen Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph.
Erzherzogin Marie Valérie eilte an die Geburtsstätte zu Erzsi um ihr beizustehen. Ihr Gatte, Erzherzog Franz Salvator wurde von Kaiser Franz Joseph gebeten ihn als Taufpate zu vertreten. Bereits am 25.3.1904 fand die Taufe statt. Den Namen Franz Josef erbat sich sein Urgroßvater.
Franzi wie er von seiner Mutter liebevoll genannt wurde, galt wie sein späterer Bruder Ernst, genannt Erni, als besonders schön. „Kinder aus des Olymp entsprungen“, nannte man sie.
Franz Josef war ein sehr zartes Kind und von leidender Gesundheit. Er litt an Blutarmut und war anfällig für Azetonämie (Kinder erbrechen dabei bis zu 60x am Tag) und Lungentuberkulose, weshalb er oft auf Kur musste. Ihm wurde massenhaft Spinat hineingestopft, weil man glaubte, dass dieser übergesund sei.
Die erste Schulzeit verbrachte er in der Elementarschule der Marine in Pola. Elisabeth wachte mit Argusaugen über die Lernerfolge, die ausgezeichnet waren.
Als die Ehe der Eltern zum Scheitern verurteilt war, schenkte Ur-Großvater Kaiser Franz Joseph seiner Mutter das leerstehende Schloss Schönau, welches zuletzt Erzherzog Otto gehörte (Bruder von Erzherzog Franz Ferdinand). Elisabeth zog mit den Kindern von Italien nach Niederösterreich.
In den 1. Weltkriegs-Wintermonaten 1915/16 wurden Franzi und Erni schwer Lungenkrank. Sie ließ den besten Kinderarzt nach Schönau kommen, der ihr zu einem Ortswechsel am Semmering riet. Der Semmering war damals groß in Mode und der Luftkurort.
Mit stoischer Ruhe las sie den Kindern vor, ging in Eiseskälte mit ihnen spazieren, spielte mit ihnen, hielt sich an die Therapiepläne der Ärzte, ließ die Hauslehrer kommen und wagte sogar einen Versöhnungsversuch mit Otto. Und das alles, obwohl sie Kälte, Eis, Schnee, das Gebirge und mittlerweile auch Otto hasste.
Als ihr Großvater im November 1916 starb, wagte sie es die Scheidung zu beantragen. Doch sie hatte mit dem Widerstand von Otto nicht gerechnet. Ein erbitterter Sorgerechtsstreit begann, der darin gipfelte, dass 1921 22 Gendarmen und ein Richter vor Schloss Schönau aufkreuzten um ihr die kreischenden, sich wehrenden Kinder zu entreißen. Bis 1924 sollten die 4 Kinder beim Vater leben. 1924 brachte er die Kinder zu Elisabeth zurück, willigte aber nicht in die Scheidung ein. Die vier Kinderseelen waren für ihr weiteres Leben gebrochen.
Als Franzi 18 Jahre wurde, schrieb sie ihm einen rührseligen Brief, der allerdings auch Vorhaltungen enthielt. Er solle einen Beruf lernen und sich nicht auf Würde und Titel verlassen, weiters solle er an seiner Religion festhalten und jeden Tag mehrfach zum Kreuz beten.
Franzi begann in Mödling Landwirtschaft zu studieren, da ihm als Erbe Schloss Schönau versprochen wurde. Doch je älter er wurde, desto mehr nabelte er sich von seiner Mutter ab und entwickelte sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Dies passte Erzsi so gar nicht. Immer öfter kam es zum Streit.
Neben dem Studium, war das Jagen und die Zucht der Wolfshunde seiner Mutter sein größtes Hobby. Die Hunde vertrauten ihm blind.
Als einer der Jäger einen ungehorsamen Hund mit der Kette schlug, schoss Franz Joseph dem Jäger ins Bein. Danach entließ er ihn.
Der Hund rannte zurück zu Elisabeth und ließ sich von dieser gesund pflegen.
Doch das gute Verhältnis endete abrupt, als Elisabeth mit Leopold Petznek zusammenzog und aus reiner Bosheit Schloss Schönau verkaufte. Sie hatte weder Geld- noch Versorgungssorgen.
Doch die Kinder waren ihr entglitten, gingen ihre eigenen Wege und so wurde sie herrisch, despotisch, zynisch, aggressiv, launisch und unzufrieden.
Als ein Streit eskalierte, zog Franzi mit 30 aus und schmieß das Studium.
Er zog in eine kleine Garçonniere in ein Palais, das sein Vater vermietet hatte. Da er keinen Beruf erlernt hatte und auch sonst kein Ziel im Leben besaß, wollte er von seiner Mutter eine monatliche Apanage. Als sie diese nicht bezahlen wollte, ging er vor Gericht. Seine Mutter hetzte ihm Anwälte und Detektive auf den Leib, um zu beweisen, dass ihr sehr schöner, 1,90 m groß gewordener Sohn, ein Frauenheld und Lebemann geworden war.
Erst der SPÖ Mann Julius Deutsch, mit denen Elisabeth zwischenzeitlich durch ihren Lebenspartner Leopold Petznek verkehrte, brachte sie zur Räson. Sie gab nach und willigte ein, ihrem Sohn eine monatliche Apanage von Schilling 400 zu bezahlen.
Ohne Wissen seiner Mutter heiratete er am 3.1.1934 Ghislaine d’Arschot-Schoenhoven (*10.3.1912,†6.3.1997) in Brüssel. Das Paar bekam 2 Kinder, die Ehe wurde sehr glücklich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ er Europa und ging nach Kenia, um als Großwildjäger Karriere zu machen.
Als Elisabeth dies erfuhr lenkte sie ein. Sie schrieb ihrem Sohn und dieser kam zurück nach Wien, wo sie zwischenzeitlich mit Leopold wohnte. Mutter und Sohn versöhnten sich und so stellte er ihr Ghislaine und die erstgeborene Enkeltochter Stephanie vor. Von nun an schrieben sich die beiden wöchentlich Briefe.
8 Monate im Jahr verbrachte Franzi weiterhin mit seiner Familie in Kenia, er besuchte seine Mutter allerdings mindestens einmal im Jahr.
Franz Josef zu Windisch-Graetz starb 76jährig am 1.1.1981 in Nairobi. Er ruht in Nairobi auf seinem ehemaligen Grundstück.
Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildrechte: Wikimedia/Commons
Literatur Hinweise:
Friedrich Weissensteiner Die rote Erzherzogin Piper Verlag, 1993
Ghislaine Windisch-Graetz Kaiseradler und rote Nelken Das Leben der Tochter des Kronprinzen Rudolf Amalthea Verlag, 1992
Henriette Alexandrine Friederike Wilhelmine Prinzessin von Nassau-Weilburg, bekannt als Erzherzogin Henriette, wurde am 30.10.1797 in Schloss Eremitage in Bayreuth geboren.
Foto: Wikimedia/Commons Friedrich Wilhelm Fürst von Nassau-Weilburg Foto: Wikimedia/Commons Luise Prinzessin von Sayn-Hachenberg
Ihr Vater war Friedrich Wilhelm Fürst von Nassau-Weilburg (*25.10.1768,†9.1.1816). Ihre Mutter war Luise Prinzessin von Sayn-Hachenburg (*19.4.1772,†9.1.1827)
Foto: Wikimedia/Commons Erzherzog Karl
Henriette wurde am 17.9.1815 mit dem großen Erzherzog Karl Ludwig Johann Joseph Laurentius von Österreich (*5.9.1771,†30.4.1847) verheiratet. Dieser war nicht nur um 26 Jahre älter, sondern auch durch seinen Sieg bei der „Schlacht bei Aspern“ gegen Napoleon berühmt.
Erzherzog Karl war ein Sohn von Kaiser Leopold II, somit ein Cousin von Erzherzog Franz Karl und Großcousin von Kaiser Franz Joseph.
Die Ehe wurde äußerst glücklich und das Paar bekam 7 Kinder.
Maria Theresia Isabella (*31.7.1816,†8.8.1867)
Albrecht Fiedrich Rudolf (*3.8.1817,†18.2.1895)
Karl Ferdinand (29.7.1818, †20.11.1874)
Friedrich Ferdinand Leopold (*14.5.1821,†5.10.1847
Rudolph Franz (*/† 1822)
Maria Karolina (*10.9.1825,†17.6.1915)
Wilhelm Franz Karl (*21.4.1827,†29.7.1894)
Weltberühmt wurde Erzherzog Albrecht – das Albertina Museum geht auf ihn zurück. Und auch Tochter Maria Theresia ist berühmt, da sie Philipp von Württemberg ehelichte und man gemeinsam das Palais Imperial, das heutige Hotel Imperial, a Luxury Collection Hotel, Vienna bauen ließ. Der gemeinsame Sohn der beiden, also Henriettes Enkel, Albrecht von Württemberg ehelichte wiederum die Tochter von Erzherzog Karl Ludwig, Margarete Sophie, welche die Nichte von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth war.
Henriette war eine Sensation im erzkatholischen Habsburg-Haus. Sie war eine Protestantin und blieb dieses auch nach ihrer Hochzeit. Die Ehe der beiden gilt in der Literatur als „erste Mischehe“.
Karl ließ ihr in Baden bei Wien die Villa Weilburg bauen. In der reformierten Stadtkirche in Wien, wurde ihr für den Zugang zur Kirche das eigens erbaute „Henriettentor“ gebaut, welches allerdings nach ihrem Tod wieder zugemauert wurde.
Erzherzogin Henriette brachte 1816 den Brauch ihrer Heimat „brennende Kerzen auf dem Weihnachtsbaum“ zu haben, mit nach Wien.
Diese Sensation fand Kaiser Franz II/I so schön, dass er ab sofort in der Hofburg „brennende Kerzen“ auf die Christbäume schmücken ließ. Schon bald machte es das ganze Land nach. Ein Brauch der bis heute in die ganze Welt getragen wird.
Doch das Glück währte nur kurz. Henriette steckte sich bei ihren Kindern mit Scharlach an und laborierte zusätzlich noch an einer Lungenentzündung.
Erzherzogin Henriette starb 32jährig am 29.12.1829 in Wien und hinterließ einen fassungslosen Erzherzog Karl und 7 Kinder. Sie ruht in der Kapuzinergruft.
Aufgrund ihres protestantischen Glaubens, wollte man sie in der Kapuzinergruft nicht aufnehmen. Kaiser Franz II/I kämpfte jedoch um die Erlaubnis, sein Ausspruch: „Sie lebte als Lebende unter uns, soll sie es also als Tote auch tun“ ist legendär.
Petra Schimbäck
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Sarkophag Erzherzogin Henriette
Text + Recherchen: Petra Schimbäck Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweise:
Friedrich Seibert Henriette Prinzessin von Nassau-Weilburg Wiesbaden 1916
Brigitte Hamann Die Habsburger: Ein biographisches Lexikon Gebundene Ausgabe Carl Ueberreuter Verlag, 1988
Albertina Museum, Wien Danke für die Hilfe und die Fotoerlaubnis
Ludwig Salvator Erzherzog von Österreich, Prinz von Toskana
näher bringen. Er war durch seine freie unkonventionelle Art verhasst am Wiener Hof und natürlich beliebt bei Kaiserin Elisabeth. Sie besuchte ihn und seine Geliebte sogar mehrmals auf Mallorca.
Ein Bericht:
Ludwig Salvator wurde am 4.8.1847 in Brandeis geboren.
Leopold II, Foto: Wikimedia/Commons
Maria Antonia Prinzessin Neapel-Sizilien Foto: Wikimedia/Commons
Sein Vater war Leopold II Großherzog von Toskana, Erzherzog von Österreich (*3.10.1797, †29.1.1870) . Seine Mutter Maria Antonia Prinzessin von Neapel-Sizilien (*19.12.1814, †7.11.1898).
Ludwig war ein Ur-Enkel von Kaiser Leopold II, der wiederum das neunte Kind von Maria Theresia und Kaiser Franz I Stephan war.
Er war somit ein Cousin von Kaiser Franz Joseph.
Seine Eltern legten wenig Wert auf höfische Etikette und ließen ihre Kinder liberal erziehen. Ludwig hatte Zeit seines Lebens große Interessen an fremden Sprachen, der Natur und des Meeres.
1860 musste die Familie die Toskana verlassen und richtete sich auf Schloss Brandeis ein.
1867 ging er auf Geheiß von Kaiser Franz Joseph auf eine ausgedehnte Seereise, um die relativ unbekannten Baleareninseln zu erforschen. Er verliebte sich auf Anhieb in Mallorca und siedelte 3 Jahre später komplett auf die Insel.
Bis heute wird er auf Mallorca verehrt. Eine seiner Wohnungen wurde ein Museum, welches öffentlich zugänglich ist.
Er interessierte sich für die Flora und Fauna der Insel und begann Bücher zu schreiben, die bis heute naturwissenschaftlichen Zwecken dienen.
Ludwig zog es vor sich leger zu kleiden, weshalb er bald wie ein „armer“ Einheimischer aussah. Obwohl er reich war, scherten ihn solche Dinge wie Kleidung nicht. Er trug abgewetzte Anzüge, geflickte Sakkos und Hosen. Um Geld zu sparen, band er sich seine Manschetten-Hemden mit Bindfaden zu.
Wie leger Ludwig war, zeigt folgende Geschichte:
Ein Bauer blieb mit seinem Karren im Schlamm stecken. Ludwig eilte ihm zu Hilfe. Der Bauer erkannte den berühmten Erzherzog Ludwig nicht und gab ihm nach getaner Arbeit ein Geldstück. Ludwig war Zeit seines Lebens stolz auf sein „erstes selbstverdientes“ Geld.
Er widmete sich intensiv den Studien der Inseln, u.a. auch Menorca und schrieb insgesamt 9 Bücher über die Balearen. Diese sind so umfangreich, dass sie bis heute (!) als Nachschlagewerk und Schulstoff für Kinder verwendet werden.
Der Wiener Hof lehnte den Sonderling ab. Er wurde als Kommunist beschimpft und der bösartige Tratsch kannte kaum eine Grenze. Man rümpfte über ihn die Nase, wo man nur konnte. Nur eine ließ sich vom Spott nicht beirren:
Kaiserin Elisabeth
Im Dezember 1892 – also 3 Jahre nach Kronprinz Rudolfs Tod – besuchte die bereits von Depressionen heimgesuchte Elisabeth ihren (angeheirateten) Cousin, mit dem sie eine große Freundschaft verband.
Ihren 55. Geburtstag (24.12.1892) – also gleichzeitig auch den Weihnachtsabend), verbrachte sie lieber mit Ludwig, als mit ihrer Familie in Wien.
Ein Umstand, den Kaiser Franz Joseph gar nicht gut hieß. Besorgt schrieb er seiner ambivalenten Gemahlin, ob sich
„der dicke Luiggi auch ordentlich um sie kümmere“.
Da der Dezember 1892 allerdings auf Mallorca stark verregnet war, brach Kaiserin Elisabeth ihren Aufenthalt ab und ließ ihre Yacht „Miramar“ Richtung Griechenland steuern. Im Jänner 1893 kam Kaiserin Elisabeth zurück.
Ludwig Salvator heiratete nie, hatte aber ein reges Liebesleben, das auch einige uneheliche Kinder zur Folge hatte. Alle Kinder ließ er versorgen.
Foto: mallorcamagazin Catalina Homar
Seine Dauergeliebte und große Liebe war eine einfache Tischlertochter. Catalina Homar (*1869, †1905) war nicht nur sehr schön, sie war auch sehr klug. Sie lernte unter Ludwigs Führung Lesen und Schreiben und so setzte er sie als Verwalterin seines Weingutes „S‘Estaca“ ein.
Er nahm Catalina auch mit auf seine Reisen und sogar am Wiener Hof führte er sie ein. Sehr zum Missfallen des Wiener Hofes, die Damen der adeligen Gesellschaft waren einer Ohnmacht nahe.
Als Elisabeth starb, war Ludwigs Trauer groß.
1905 ging er mit Catalina auf eine große Reise. In Jerusalem steckte sie sich mit Lepra an und starb 36jährig. Ludwig verfiel in tiefe Trauer.
Seine Trauer überwand er mit dem Schreiben eines Buches, welches einen Skandal im Kaiserhaus auslöste. Das Buch hieß „Catalina Homar“.
In diesem erfuhr Kaiser Franz Joseph, dass seine geliebte Elisabeth mit Catalina mehrfach zusammen traf und an einem Tisch saß. Sie unterhielten sich so gut, dass man hätte meinen können, die beiden kannten sich schon ewig. Er verbot jede weitere Verbreitung.
Der Skandal, dass seine Engels-Sisi mit einer einfachen mallorquinischen Tischlertochter an einem Tisch sitzen musste, war für den verknöcherten Monarchen zu viel.
Obwohl bereits 1000 Stück im Umlauf waren, sind kaum Exemplare erhalten.
Im Laufe von 30 Jahren erwarb Ludwig zwischen den Orten Valldemossa und Delá einen ganzen Küstenstrich, der er der Natur widmete. Kein Baum durfte gefällt, kein Haus erbaut und kein Tier getötet werden.
Er selbst ließ sich in Son Marroig nieder. Im Landhaus S’Estaca, in welchem er mit Catalina lebte, widmete er sich demWeinbau und gewann zahlreiche Preise (heute gehört das Gut Hollywood Schauspieler Michael Douglas).
Ludwig wurde im zunehmenden Alter dick, weshalb er bald aus allen Nähten platzte. Sehr zum Hohn des Wiener Hofes, welche ihn noch mehr verspotteten. Selbst Kaiser Franz Joseph stimmte in den Hohn mit ein, als er vom „dicken Luiggi“ sprach.
Als der erste Weltkrieg (1914) ausbrach, befahlKaiser Franz Joseph Ludwig zurück und bat ihn auf Schloss Brandeis zu leben. Mittlerweile litt Ludwig an schwerer Elephantitis und konnte sich kaum noch bewegen.
Ludwig Salvator Erzherzog von Österreich starb 68jährig am 12.10.1915 auf Schloss Brandeis.
Sein letzter Wunsch auf Mallorca beerdigt werden zu wollen, wurde ihm verwehrt.
Anstatt auf einem Grabhügel von der Sonne umsäumt, ruht er in einer Wandnische der Kapuzinergruft.
Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra Grabnische, Erzherzog Ludwig Salvator, Kapuzinergruft
Reisebericht – Mallorca Museumsbesuch
Wir besichtigen nun das ehemalige „Kartäuserkloster von Valldemossa“ in welchem der Erzherzog 4 Jahre lebte, bevor er in seine Villa umzog. Nehmt euch Zeit, das Museum ist größer, als ihr glaubt.
Adresse: Plaça Cartoixa, S/N, 07170 Valldemossa, Illes Balears, Spanien Öffnungszeiten: Montag – Samstag von 10.00 Uhr – 16.30 Uhr (bitte erkundigt euch aber noch einmal vor Ort; Zeiten könnten variabel sein). Eintritt: € 4,00 Erwachsene, € 2,00 Kinder
Hier haben übrigens auch Chopin und seine Lebensgefährtin George Sand (Autorin, welche eigentlich „Amantine Aurore de Francueil“ hieß) 3 Monate logiert. Ich zeige euch aber nur die Erzherzog Ludwig Salvator Räume.
Kaiserin Elisabeth besuchte die Insel insgesamt 3x.
1861 war Kaiserin Elisabeth, mit der von Queen Victoria geliehenen Yacht nach Palma de Mallorca gekommen.
Da sie den Rummel um ihre Person hasste, vermied sie die Öffentlichkeit und besuchte die Hauptstadt „inkognito“.
In Palma wurde ihr zu Ehren in der Kathedrale eine Messe gelesen. Sie besuchte die Innenstadt von Palma und das Schloss Bellver.
In der Llotja de Palma – auch La Lonja de los Mercaderes genannt – („das“ historische Gebäude von Palma), wartete eine große Menschenmenge und eine Musikkapelle auf die hohe Besucherin.
Doch Kaiserin Elisabeth wollte ihr Ziel Madeira so schnell als möglich erreichen und zog es vor die Lonja nicht mehr zu besuchen.
Im Dezember 1892 – also 3 Jahre nach Kronprinz Rudolfs Tod – besuchte die bereits von Depressionen heimgesuchte Elisabeth ihren (angeheirateten) Cousin, mit dem sie eine große Freundschaft verband.
Ihren 55. Geburtstag (24.12.1892) – also gleichzeitig auch den Weihnachtsabend) -, verbrachte sie lieber mit Ludwig, als mit ihrer Familie in Wien.Ein Umstand, den Kaiser Franz Joseph gar nicht gut hieß. Besorgt schrieb er seiner ambivalenten Gattin, ob sich „der dicke Luiggi auch ordentlich um sie kümmere“. Da der Dezember 1892 allerdings auf Mallorca stark verregnet war, brach Kaiserin Elisabeth ihren Aufenthalt ab und ließ ihre Yacht „Mariamar“ Richtung Griechenland steuern.
Im Jänner 1893 kam Kaiserin Elisabeth zurück auf Mallorca, um ihren Cousin zu besuchen.
Er holte die Kaiserin in der Bucht, in der ihre Yacht ankerte ab. Dabei begleiteten ihn einige Künstler, mit denen er befreundet war.
Wahrscheinlich auf Geheiß Ludwigs entstand dieser heimliche Schnappschuss, der heute im Archiv verwahrt wird.
Foto: Archiv Son Moragues Kaiserin Elisabeth, 1893 auf Mallorca
Seine Villa war damals noch nicht so einfach zu erreichen wie heute. Es war ein fast zweistündiger Fußweg der zurückgelegt werden musste.
In der Villa angekommen, wartete auf Kaiserin Elisabeth ein überladenes Buffet, dass sie angeblich sehr verächtlich gutiert haben soll. Da Ludwig in seinen späteren Jahren sehr wohlgenährt war, war es für die sehr schlanke Kaiserin wohl unangenehm ein solches Mahl vorgesetzt bekommen zu haben.
Die Finca S’Estaca in Valldemossa ist heute im Privatbesitz von Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones. Es gibt ein paar Einblicke in die Villa S’Estaca, in der auch Kaiserin Elisabeth zwei Mal einkehrte.
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