Schloss Wallsee – Erzherzogin Marie Váleries Wohnort

Foto: Prinz Barbara
Schloss Wallsee

Vorwort Petra:

August 2018, als wir gerade einmal 8 Monate als Sternenkaiserin zusammen waren, plante ich eine Reise durch Niederösterreich. Es war eine 4-Schlösser Tour.

Begonnen hatte die Tour mit Schloss Wallsee, später ging es am selben Tag weiter zum Wasserschloss Totzenbach.

Tags darauf fuhren wir zum Renaissanceschloss Greillenstein und wieder einen Tag später zum Schloss Ruegers, dass uns bis in den September 2020 begleiten sollte.

Immer wieder waren wir im Letzteren zu Gast. Mittlerweile gibt es das Schloss Ruegers genauso nicht mehr, wie uns. Schloss Ruegers schloss zwar 2019 seine Pforten, ließ uns aber immer wieder shooten, das letzte Mal im September 2020. Im April 2021 trennten wir uns, im September 2021 wurde Schloss Ruegers verkauft.

Seit dem gibt es im Internet statt die Sternenkaiserin, die Mythos Kaiserin Elisabeth Seite. Die Beiträge zu den restlichen Schlössern habe ich gelöscht, da die mit Kaiserin Elisabeth nichts gemeinsam hatten.

Auch wenn im Renaissanceschloss Greillenstein eine gebürtige Elisabeth Prinzessin von Bayern, verheiratete Elisabeth Gräfin von Kuefstein lebt, hat das Schloss per se nichts mit Kaiserin Elisabeth zu tun. Gräfin Kuefstein stammt im übrigen von der Linie Erzherzogin Marie Valérie ab.

Schloss Wallsee hat deshalb etwas gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth, da hier ihre Tochter Erzherzogin Marie Valérie mit ihrem Mann lebte.

Ich erspare euch die Einzelheiten zu Bauzeit, Bauherren und Grundrissen. Diesen Teil des Beitrages von Sabine habe ich gelöscht. Fakt ist, 1895 kaufte Erzherzog Franz Salvator das Schloss von Alfred Herzog Sachsen-Coburg und Gotha, da das Wasserschloss Lichtenegg in Wels aus allen Nähten platzte.

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Schloss Lichtenegg, Wels

Bei 4 Kindern stand Kaiserin Elisabeth an Valéries Seite.

Sabine Rossegger ehemalige Sternenkaiserin:

Das Schloss war allerdings nicht im besten Zustand, als es Franz kaufte.

MarieValerieFranzSalvator
Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator

Das gesamte obere Geschoß war zu dem Zeitpunkt unbewohnbar, im Westteil des Schlosses waren alle Decken und Gewölbe in derart schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr zu retten waren und daher erneuert werden mussten.

Ebenso mussten alle Fenster, Fußböden, Türen und die Holzstiege repariert werden, so auch das Dach. Der gesamte heutige Verputz wurde damals aufgebracht.

2 Jahre lang wurde das Schloss renoviert, bevor Erzherzogin Marie Valerie (*22.4.1868,†6.9.1924) und Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und die immer größer werdende Familie am 4.9.1897 einzogen.

Die Bevölkerung des kleines Ortes freuten sich sehr über den Zuzug, galt die Kaisertochter für wohltätig und wohlwollend der Bevölkerung gegenüber.

Bald schon hatte sie den Beinamen

„der Engel von Wallsee“

Als Kaiserin Elisabeth das erste Mal zu Gast war, beschrieb dies Hofdame Irma Gräfin von Sztáray (*10.7.1863,†3.9.1940) wie folgt: 

„Am 28. September (1897) verließen wir Meran und waren am nächsten Morgen in Wallsee, im neuen Heim der Erzherzogin Valérie. Die erzherzogliche Familie war erst vor kurzem hierher übersiedelt und es ist daher natürlich, dass die Kaiserin das herrliche Schloß und dessen Einrichtung mit größtem Interesse und auf das eingehendste besichtigte.
Wallsee übertraf alle unsere Erwartungen. Unser kurzer Aufenthalt war ein würdiger Abschluß dieser mit mancherlei angenehmen Erinnerungen verknüpften Reise, für deren prächtigen Erfolg am besten die freudige Überraschung sprach, die Seine Majestät bekundete, als er im Ofener Bahnhofe meine teure Kaiserin von mir übernahm.“
(1)

Das Schloss befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Habsburg-Lothringen und wird auch von ihr ständig bewohnt.

Zur Zeit von Ing. Andreas & Margaretha Habsburg Lothringen (Ur-Enkelin von Marie Valérie und Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Elisabeth) und deren 3 Kindern.

Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich!

Foto: Prinz Barbara

Den Besuch in Wallsee hatte Petra bis ins letzte Detail geplant, die Kleiderauswahl, den Hut – ein Originalstück aus 1897, ja sogar der Schirm – alles war von ihr festgelegt und vorgeplant.

Nichts wurde dem Zufall überlassen und wurde auf das Jahr abgestimmt 1897 in dem die Kaisertochter nach Wallsee zog.



Als wir auf das schwere schmiedeeiserne Tor zuschritten, an dem weithin sichtbar die Wappen von Marie Valerie und Franz Salvator erkennbar sind, öffnete es sich uns wie von selbst.

Am Eingang wurden wir von Margaretha Habsburg-Lothringen der Ur-Ur-Enkelin von Marie Valérie und ihrem jüngsten Sohn Alexander begrüßt.

Wir spazierten durch den Garten die lange Auffahrt zum Schlosstor entlang, an deren rechten Seite ist noch die steinerne Reithalle erhalten.

Durch das große Haupttor des Burgturms, auf dessen großen Mosaik die Brüder Eberhard und Heinrich von Wallsee dargestellt sind, gelangten wir in den großen Innenhof des Schlosses.

Durch ein weiteres Tor gelangten wir in einen zweiten, kleineren Innenhof in dem sich heute noch die privaten Wohnräume der Familie befinden.

In einer Ecke dieses Innenhofes steht ein alter Brunnen, der an die Zeit erinnert, als noch mit Holzleitungen das Wasser ins Schloss transportiert wurde.

Betritt man das Schloss, glaubt man, die Zeit wäre stehen geblieben.

Foto: Prinz Barbara
Bisquitstatute von Gödöllö
Kaiserin Elisabeth
Foto: Prinz Barbara
Lebensgroß
Erzherzog Franz Salvator

Das zweite Schloss erinnert eher an eine Burg aus dem Mittelalter und so ist der Innenraum eher dunkel und das dunkle Mahagoni und die kleinen Fenster, durch das die Sonne drang, erhellten den Raum nicht sonderlich.

Im gesamten Gebäude ist die kaiserliche Familie allgegenwärtig.

Petra entdeckte sogar eine Statuette vom Denkmal aus Gödöllö.

Kaiser Franz Joseph ließ von den schönsten Denkmälern kleinere Repliken anfertigen und verteilte diese in der Familie und an seine engsten Vertrauten.

Foto: Prinz Barbara

Deshalb gelangen solche Statuetten auch immer wieder z.B. ins Dorotheum Wien.

Eine Vitrine mit Andenken an die Kaiserin erinnert an deren Besuche bei ihrer Tochter (Anmerkung Petra: aus Respekt zeige ich diese Fotos nicht).

Am oberen Treppenende erinnert ein lebensgroßes Gemälde an Erzherzog Franz Salvator.

Danach war unser Besuch auch schon wieder vorbei und wir verabschiedeten uns von Margaretha Habsburg, ihrem Mann Andreas und den Kindern, die nach und nach von der Schule nach Hause kamen.

Sabine Rossegger



Nachwort Petra:

Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter versuchte Valérie gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Prinzessin von Bayern (*12.7.1856,27.7.1932) den trauernden Kaiser zu trösten.

Er war gerne in Wallsee zu Gast war, um dort mit seinen Enkelkindern Zeit zu verbringen.

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Foto: Wikimedia/Commons
Die gesamte Familie; ca. 1905
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Foto: Wikimedia/Commons
Unterm Weihnachtsbaum in Wallsee, Zeitungsillustration, 1916

Am 10.12.1918 verstarb Erzherzog Franz Karl, der älteste Sohn von Valérie, im Schloss Wallsee an der Spanischen Grippe. Zuvor hatte sie ihn noch aufopferungsvoll gepflegt.

In der Entbehrungsreichen Nachkriegszeit half der „Engel von Wallsee“ der Bevölkerung wo sie konnte und versorgte diese mit Essen, Kleidung und Medikamenten.

Leider erkrankte sie selbst an Lymphdrüsenkrebs.

Erzherzogin Marie Valérie starb am 6.9.1924 im Kreise ihrer Familie in Wallsee. Sie ruht am örtlichen Friedhof von Sindelburg-Wallsee.

Sohn Theodor Salvator (*9.10.1899,8.4.1978) übernahm nach dem Tod seiner Eltern Schloss Wallsee. Seit dem ist es immer noch im Familienbesitz.


Erst ein Anruf des Heimatmuseumleiters von Wallsee und eines aufmerksamen Lesers meines Blogs, führten zufällig – zeitgleich (!) – zum gewünschten Ergebnis.

Im Ort Wallsee entdeckte ich ein Denkmal von Kaiser Franz Joseph, dass mich jahrelang zum Staunen brachte und sich erst im Jahr 2022 auflöste. Seit 2018 stand ein von mir gedrehtes Video falsch im Netz und obwohl ich auf dem Gemeindeamt von Wallsee nachfrug, was es mit dem „falschen“ Datum auf dem Kaiser Franz Joseph Denkmal auf sich hatte, bekam ich keine Antwort.

Auch Umfragen in nahegelegenen Geschäften, im Gasthaus usw. ergab kein Ergebnis.

Es gibt ein Kaiser Franz Joseph Denkmal mit dem „falschen Sterbejahr“.

In Wirklichkeit soll das ein Jubiläumsjahr gewesen sein, der in Wallsee mit einem Denkmal gefeiert wurde. Leider hat man es bis heute (!) versäumt eine Tafel mit der Erklärung aufzustellen. Die Menschen vor Ort wissen nichts (!) über das Denkmal und so glaubt jeder Besucher, dass dies das „falsche Sterbejahr“ anzeigt.

Schade, dass man bis heute diese Information nicht direkt beim Denkmal angibt.

Petra Schimbäck

Rechtliche Hinweise:

Vorwort + Nachwort + Layout: Petra Schimbäck
Recherchen: Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Sabine Rossegger
Bildrechte: Prinz Barbara, Wikimedia/Commons, habsburger.net, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra


Literatur Hinweis:

1 – S 166,
Irma Gräfin von Sztáray
Aus den letzten Jahren der Kaiserin Elisabeth
Amalthea Verlag, 3te Auflage, 2005

Erzherzogin Sophie Friedericke Dorothea Maria Josepha von Österreich

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie Friedericke

Wie viel der Kitsch „Sissi“ uns jedes Jahr rund um Weihnachten von der Wahrheit trennt, zeigt am allerbesten die abstruse Geschichte rund um die Tochter Sophie.

Auch wenn viele die Filme mögen, so sind sie leider nur ein 50er Jahre Traum, der die Leute nach den Kriegswirren zum Ablenken einlud. Und nichts war einfacher, als ein zuckersüßes Mädel, die „gute alte Zeit“ in Form der Kaiserzeit, die damals noch gar nicht so lange her war.

Was machte es da schon aus, dass an Sissi nichts stimmte? Weder die dümmliche Angelszene, noch die Zeitabfolge, noch die Mode (Kaiserin Elisabeth lief nicht im schulterfreien Kleid und offenem Haar tagsüber durch Schloss Schönbrunn oder durch die Hofburg), noch der Name.

Elisabeth hieß nun einmal niemals Sissi.

Eine Unart, die sich bis heute durchzieht ist die schreckliche Schreibweise von „Sissi“. Egal ob auf sämtlichen Social Media Seiten, in historischen Büchern (auch namhafte Historiker selbst), auf Souvenirs, auf Bonbons und sämtlichen Zeug das sich verkaufen lässt. Aber nicht nur „Sissi“ wird überall vermarktet. Man findet die Schreibweise „Sissy Café“ genauso oft, wie „Sissi“ selbst.

Auch das Spanische Hofzeremoniell gab es nicht in der Art, wie es der Film vermuten lässt. Den Blogbeitrag dazu findet ihr in diesem Blog.

Ich versuche seit Jahren dem Film-Kitsch entgegenzuwirken und zeige die reale Welt unserer Kaiserin.

Ich beginne also mit der kleinen Erzherzogin Sophie, die in Sissi den komplett falschen Namen

„Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria“

erhalten hat.
Bis auf den ersten Vornamen, stimmt nichts an dem kleinen Filmbaby.
Nicht einmal ihre Geschichte an sich.

Hier die reale Geschichte der kleinen Erzherzogin Sophie, welche so früh aus ihrem Leben geschieden ist:

Die einzige wahre Pflicht von Kaiserin Elisabeth war es, so rasch als möglich Nachwuchs zu bekommen. Vorzugsweise Buben, damit die Thronfolge gesichert wurde.

Wer sich mit Kaiserin Elisabeth als Mutter beschäftigen möchte, kann dies auf diesem Blog gerne tun. Auch hier wird mit Mythen und Legenden aufgeräumt, denn eines war Elisabeth ganz bestimmt NICHT: eine schlechte Mutter

Nach den strapaziösen Hochzeitsfeierlichkeiten, den Flitterwochen und der Reise nach Böhmen und Mähren, stellte Erzherzogin Sophie als baldigst die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft bei ihrer noch sehr jungen Schwiegertochter fest.

Sie schrieb eilig an ihren abwesenden Sohn:

„Auch glaube ich, dass Elisabeth sich nicht zu sehr mit ihren Papageien abgeben sollte, da zumal in den ersten Monaten man sich so leicht an den Tieren verschaut, die Kinder Ähnlichkeit mit ihnen erhalten. Sie sollte lieber sich im Spiegel und Dich anschauen. Dieses Verschauen lass ich mir gefallen.“ (1)

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie

Sophie setzte sich durch, die Papageien mussten die Räumlichkeiten verlassen. Elisabeth war aufs äußerste betrübt.

Sophie nahm darauf wenig Rücksicht und hielt die junge Frau an, sich in der Öffentlichkeit mit dem Bauch zu zeigen.

Das Volk solle die stolze schwangere Kaiserin sehen.

Elisabeth wollte fliehen, sie weinte beinahe Tag und Nacht. 

Selbst die Geburt ist seitens Sophie dokumentiert. Sie schrieb in ihr Tagebuch:

„Sisi hielt die Hand meines Sohnes zwischen den ihren und küßte sie einmal mit ihrer lebhaften und respektvollen Zärtlichkeit; das war so rührend und machte ihn weinen; er küßte sie ohne Unterlaß, tröstete sie und klagte mit ihr und schaute mich bei jeder Wehe an, um zu sehen, ob ich damit zufrieden war. ….. Endlich nach einigen guten und langen Wehen kam der Kopf und gleich danach war das Kind geboren.“ (2)

Obwohl Ludovika zur Geburt „eingeladen“ wurde, ließ sie den Vortritt ihrer verehrten Schwester.

Kaiserin Elisabeth wurde nach Schloss Laxenburg gebracht, wo die Geburt auf Hochtouren vorbereitet wurde. 

Am 5.3.1855 um 3.00 Uhr nachts kam schließlich die kleine

zur Welt.

Ihr Name ist nicht wie so oft, ein Alleingang von Erzherzogin Sophie, sondern ein durchaus übliches Handeln bei den kaiserlichen und königlichen Familien. So wurde immer der Name der Großmutter weitergegeben, erst im weiteren Verlauf die eigentlichen „neuen“ Namen.

Fotos: Wikimedia/Commons, Stammbaum: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Foto: Wikimedia/Commons
Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth, Erzherzogin Sophie und die kleine Gisela

Doch auch gleich nach der Geburt gab es wieder Streit.

Sophie wollte sich um die kleine Erzherzogin selbst kümmern. Sie bestand darauf, dass das Kinderzimmer in ihren Wohntrakt verlegt wurde. Elisabeth musste sich anmelden, um ihre Tochter besuchen zu dürfen.

Eigenartig ist, dass Sophie Elisabeth verbat ihren Säugling zu stillen, immerhin stillte sie selbst ihren Franzi. Etwas, dass zu dieser Zeit im Hochadel kaum jemand tat.

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie Friedericke

Elisabeth wurde quasi das Kind entrissen, was eine große Bestürzung bei ihr auslöste. Sie beschwerte sich lautstark bei Franz Joseph. Es half aber leider nichts.

Die kleine Erzherzogin verblieb in der Obhut ihrer Großmutter, die diese wie einen Kelch herumreichte und allen Besuchern des Schlosses zeigte.

Permanent war um das kleine Mädchen irgendwer herum. Es ist verwunderlich, denn als Franz Joseph noch „Franzi“ war, wurde er von Sophie richtiggehend abgeschottet und teilweise sogar versperrt.

Nach der Geburt von Gisella(*), stellte sich Elisabeth quer. Sie verlangte die Kinder umgehend zurück. Sie sollten in die Radetzky-Räume verlegt werden.
(Anmerkung Petra: Erzherzogin Gisella wurde erst mit der ihrer Hochzeit zu Gisela)

In einem langen Brief erklärte Franz Joseph seiner Mutter die Gründe. Im Prinzip ging es Elisabeth nur um die Wintermonate. Im Sommer verbrachte man die Zeit in Laxenburg, während Sophie in Schönbrunn war. Franz Joseph setzte sich gegen seine Mutter durch. Sophie und Gisella zogen in die gewünschten Räume.

Sophie galt als glückliches, lebhaftes Mädchen, das gerne gluckste und ihre Zehen in den Mund steckte, wie Kaiser Franz Joseph amüsiert an seine Mutter schrieb. Als sie zu Laufen begann, erkundigte sie gerne das Schloss. 

1857 beging Kaiserin Elisabeth einen fatalen Fehler, den sie Zeit ihres Lebens bereuen sollte.

Sie entschied sich bei der geplanten Ungarnreise die Kinder mitzunehmen. Erzherzogin Sophie zeterte, Kaiserin Elisabeth setzte sich jedoch durch.

Am 4.5.1857 fuhr die kaiserliche Familie nach Ofen, wo vor allem Elisabeth huldvoll empfangen wurde.

Die Menschen lagen ihr zu Füßen. Sie spürte sofort eine Verbundenheit mit diesen überaus freundlichen Menschen. Sie verliebte sich augenblicklich in Land und Leute.

Doch der Schein trügte. Gisella bekam Fieber und Durchfall. Sophie erkrankte ebenso. Dr. Seeburger diagnostizierte „Zahnen“ und tat die Beschwerden ab; er befand Elisabeth als „hysterisch“. Wie fatal diese Fehlentscheidung war, stellte sich bald heraus.

Es ist nicht überliefert ob Sophie an der Ruhr oder an Typhus litt, jedoch erkrankte sie so schwer, dass sie nichts mehr behalten konnte. Ihr Körper magerte ab, sie wand sich vor Schmerzen und Erschöpfung.

Am 29.5.1857 verlor die kleine Sophie den Kampf und starb in den Armen ihrer gramgebeugten Mutter. Sie wurde nur 2 Jahre alt. 

Foto: Wikimedia/Commons 
Lithographie Josef Kriehuber
Dieses Bild hing über dem Bett von Kaiserin Elisabeth. Es zeigt im Bild die kleine Erzherzogin Sophie, im Arm hält Kaiserin Elisabeth Kronprinz Rudolf, daneben stehend Erzherzogin Gisela.

Elisabeth überwand den Tod der kleinen Sophie nie. Wie sehr sich Kaiser Franz Joseph mit der Kleinen verbunden fühlt, zeigte erst der Tod von Kaiserin Elisabeth. Diesen Schmerz hielt Marie Valérie in ihrem Tagebuch fest.

20. – 22.September 1898 „Mit Papas Gutheissung wird Mamas Toilettenzimmer in der Villa Hermes mit all den gewohnten Sachen hergerichtet… Erinnerungen tauchen auf – längst vergangenes Weh – auch an das baby, das ihr vor mehr als 40 Jahren vorangegangen, nach denen Papa jetzt fragt, die er aufbewahrt wissen und doch nicht sehen will Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich ihn vom „baby“ sprechen hörte…“ (3)

Erzherzogin Sophie machte Elisabeth schwere Vorwürfe. Es wird mit ein Grund gewesen sein, warum sie den Kampf gegen Sophie in der Erziehung von Gisella und Rudolf abgab.

Die Kinder übersiedelten wieder zu Erzherzogin Sophie. Zu Gisella und Rudolf hatte Elisabeth Zeit ihres Lebens ein sehr angespanntes und distanziertes Verhältnis.

Erzherzogin Sophie Friedericke ruht in der Kapuzinergruft.

Bei der letzten Renovierung wurden die sterblichen Überreste von Sophie, gemeinsam mit anderen Kindern, in einem Mauerabteil beigesetzt.

Eine gemeinsame Grabplatte erinnert an die toten Kinder. Wer genau liest, wird auch den Namen von Maria Anna entdecken. Sie war die Schwester von Kaiser Franz Joseph.

Am 31.5.1894 besuchte Kaiser Franz Joseph die Plitvicer Seen in Kroatien. Er genehmigte durch seine Unterschrift, dass entlang der Seen ein Weg nach dem Namen seiner Tochter Maria Dorothea benannt werden darf. Noch heute heißt der Weg schlicht „Dorothea Weg“.

– Petra – 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Rechtliche Hinweise:

Text: Petra Schimbäck
Recherchen: Petra Schimbäck
Stammbaum: Petra Schimbäck
Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra 


Literatur Hinweise:

1 – S. 233
Anna Ehrlich, Christa Bauer
Erzherzogin Sophie Die starke Frau am Wiener Hof
Amalthea Verlag, 1. Ausgabe, 2016

2 – S 19
Martha Schad
Kaiserin Elisabeth und ihrer Töchter
Piper Verlag, Ausgabe 1999, TB Ausgabe


3 – S 313/4
Erzherzogin Marie Valérie
Martha Schad als Herausgeberin
Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth
Piper Verlag, 7. Auflage, 2013