Henriette Prinzessin von Nassau-Weilburg – Erzherzogin Henriette

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Erzherzogin Henriette

Henriette Alexandrine Friederike Wilhelmine Prinzessin von Nassau-Weilburg, bekannt als Erzherzogin Henriette, wurde am 30.10.1797 in Schloss Eremitage in Bayreuth geboren.

Ihr Vater war Friedrich Wilhelm Fürst von Nassau-Weilburg (*25.10.1768,†9.1.1816). Ihre Mutter war Luise Prinzessin von Sayn-Hachenburg (*19.4.1772,†9.1.1827)

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Erzherzog Karl

Henriette wurde am 17.9.1815 mit dem großen Erzherzog Karl Ludwig Johann Joseph Laurentius von Österreich (*5.9.1771,†30.4.1847) verheiratet. Dieser war nicht nur um 26 Jahre älter, sondern auch durch seinen Sieg bei der „Schlacht bei Aspern“ gegen Napoleon berühmt.

Erzherzog Karl war ein Sohn von Kaiser Leopold II, somit ein Cousin von Erzherzog Franz Karl und Großcousin von Kaiser Franz Joseph.

Die Ehe wurde äußerst glücklich und das Paar bekam 7 Kinder.

  • Maria Theresia Isabella (*31.7.1816,†8.8.1867)
  • Albrecht Fiedrich Rudolf (*3.8.1817,†18.2.1895)
  • Karl Ferdinand (29.7.1818, †20.11.1874)
  • Friedrich Ferdinand Leopold (*14.5.1821,†5.10.1847
  • Rudolph Franz (*/† 1822)
  • Maria Karolina (*10.9.1825,†17.6.1915)
  • Wilhelm Franz Karl (*21.4.1827,†29.7.1894)

Weltberühmt wurde Erzherzog Albrecht – das Albertina Museum geht auf ihn zurück. Und auch Tochter Maria Theresia ist berühmt, da sie Philipp von Württemberg ehelichte und man gemeinsam das Palais Imperial, das heutige Hotel Imperial, a Luxury Collection Hotel, Vienna bauen ließ. Der gemeinsame Sohn der beiden, also Henriettes Enkel, Albrecht von Württemberg ehelichte wiederum die Tochter von Erzherzog Karl Ludwig, Margarete Sophie, welche die Nichte von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth war.

Henriette war eine Sensation im erzkatholischen Habsburg-Haus. Sie war eine Protestantin und blieb dieses auch nach ihrer Hochzeit. Die Ehe der beiden gilt in der Literatur als „erste Mischehe“.

Karl ließ ihr in Baden bei Wien die Villa Weilburg bauen. In der reformierten Stadtkirche in Wien, wurde ihr für den Zugang zur Kirche das eigens erbaute „Henriettentor“ gebaut, welches allerdings nach ihrem Tod wieder zugemauert wurde.

Erzherzogin Henriette brachte 1816 den Brauch ihrer Heimat „brennende Kerzen auf dem Weihnachtsbaum“ zu haben, mit nach Wien.

Diese Sensation fand Kaiser Franz II/I so schön, dass er ab sofort in der Hofburg „brennende Kerzen“ auf die Christbäume schmücken ließ. Schon bald machte es das ganze Land nach. Ein Brauch der bis heute in die ganze Welt getragen wird.

Doch das Glück währte nur kurz. Henriette steckte sich bei ihren Kindern mit Scharlach an und laborierte zusätzlich noch an einer Lungenentzündung.

Erzherzogin Henriette starb 32jährig am 29.12.1829 in Wien und hinterließ einen fassungslosen Erzherzog Karl und 7 Kinder. Sie ruht in der Kapuzinergruft.

Aufgrund ihres protestantischen Glaubens, wollte man sie in der Kapuzinergruft nicht aufnehmen. Kaiser Franz II/I kämpfte jedoch um die Erlaubnis, sein Ausspruch: „Sie lebte als Lebende unter uns, soll sie es also als Tote auch tun“ ist legendär.

Petra Schimbäck


Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Sarkophag Erzherzogin Henriette

Text + Recherchen: Petra Schimbäck
Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra


Literatur Hinweise:

Friedrich Seibert
Henriette Prinzessin von Nassau-Weilburg
Wiesbaden 1916

Brigitte Hamann
Die Habsburger: Ein biographisches Lexikon Gebundene Ausgabe
Carl Ueberreuter Verlag, 1988

Albertina Museum, Wien
Danke für die Hilfe und die Fotoerlaubnis