Mizzi Kasper
Maria Kaspar, bekannt als Mizzi wurde am 28.9.1864 in Graz geboren.
Mizzi war Edelhure, was damals auch „Soubrette“ genannt wurde.
Sie war die Langzeitgeliebte von Kronprinz Rudolf und galt (und gilt) in der historischen Welt als dessen große Liebe.
Dies kann jedoch als kontrovers diskutiert werden. Bei aller Revolution die Rudolf immer wieder gegen das Kaiserhaus vorbrachte, so wusste er dennoch, wo er herkam. Eine „Soubrette“ als „große Liebe“ zu benennen, ist deswegen etwas Fehl am Platz.
Aufgrund ihrers Verhältnisses und ihrer ungemeinen Loyalität wurde Mizzi von Rudolf reich beschenkt.
1887 kaufte er ihr um 60.000 Gulden (heute € 1.008.778,80 EUR) ein dreistöckiges Haus in der Heumühlgasse 10, 1040 Wien. Weiters bekam sie Bargeld und Schmuck im Wert von 130.000 (€ 2.185.687,40) Gulden.
Als er immer Lebensmüder wurde, bat Rudolf Mizzi sich mit ihm gemeinsam das Leben zu nehmen. Als Ort für den gemeinsamen Selbstmord hatte er den Husarentempel in Mödling auserkoren. Doch Mizzi lehnte ab.
Sie versuchte noch sein Leben zu retten, als sie die Polizei in dessen Plan einweihte. Niemand wollte ihr Gehör schenken.
Einer Soubrette- auch wenn sie die Mätresse vom Kronprinzen war – glaubte man nicht.
Die letzte gemeinsame Nacht verbrachte das „Liebespaar“ gemeinsam vom 27.1. auf den 28.1.1889.
Beim Abschied küsste er sie auf die Stirn und machte ein Kreuz auf diese. Dies war zuvor nie vorgekommen. Mizzi war in äußerster Besorgnis um Rudolf und wusste, dass sie ihn nie wieder sehen würde.
Von Mizzi fuhr Rudolf direkt zur angesetzten Jagd nach Mayerling.
Rudolfs Leiche fand man am 30.1.1889. Er hinterließ ihr in seinem Testament 30.000 Gulden (heute € 504.389,40), mit denen sie sich zur Ruhe setzte.
Zum Zeitpunkt des Todes von Rudolf war Mizzi 24 Jahre alt.
1891 verkaufte Mizzi das Haus in der Heumühlgasse und zog in die Paniglgasse, 1040 Wien.
Mizzi Kaspar starb am 29.1.1907 43jährig an einer Rückenmarksverhärtung welche eine Folge von Syphilis war. Sie ruhte am Stadtfriedhof in Mödling; ihr Grab wurde allerdings zwischenzeitig aufgelassen.
Mizzi hinterließ keine Briefe, kein Tagebuch und keine Memoiren. Zeit ihres Lebens lehnte sie jedes Interview ab – obwohl man ihr viel Geld bot. Sie blieb stur und hielt zu Kronprinz Rudolf.
Als sie starb, kam die Kripo und nahm ihre Wohnung Stein für Stein, Brett für Brett auseinander, um irgendwelche Hinterlassenschaften zu Rudolf zu finden. Man fand nichts. Nicht einmal ein gemeinsames Bild wurde gefunden, obwohl es diese angeblich gab. Mizzi wusste um den brisanten Inhalt und hatte alles vor ihrem Tod vernichtet.
Wer sich noch mehr für Kronprinz Rudolfs Leben interessiert, dem lege ich gerne mein Youtube Live ans Herz, in welchem ich über sein Leben erzähle.
Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Petra Schimbäck
Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Literatur Hinweise:
Jean-Paul Bled
Kronprinz Rudolf
Böhlau, Wien 2006
Brigitte Hamann
Kronprinz Rudolf. Ein Leben.
Amalthea, Wien 2005
Rudolf Ein Leben im Schatten von Mayerling.
Ausstellungskatalog, Wien 1990
Brigitte Hamann
Rudolf. Majestät, ich warne Sie…,
Geheime und private Schriften
Amalthea-Verlag, Wien/München 1979
Oscar von Mitis
Das Leben des Kronprinzen Rudolf
Mit Briefen und Schriften aus dessen Nachlass.
Insel-Verlag, Leipzig 1928
Helmut Reinmüller
Cold Case Mayerling Der Tod von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera
Kriminalpolizeiliche Aufarbeitung des Falles mit Originalquellen.
Kral Verlag, Berndorf 2021


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