Kronprinz Rudolf

Foto: ÖNB
Kronprinz Rudolf

„Kurzbericht“ – weitere Recherchen und Ausführungen folgen…!

Vorwort

Ich forsche seit einiger Zeit an Kronprinz Rudolf, wurde aber durch meine schwere Erkrankung aufgehalten, weshalb jetzt „nur ein kurzer Bericht“ zu Kronprinz Rudolfs Leben erfolgt. Sobald ich die Recherchen abgeschlossen habe, vervollständige ich diesen Beitrag und werde dies über die Social Media Kanäle Facebook, Instagram und TikTok bekanntgeben.

Einiges konnte ich schon herausfinden und deshalb veröffentliche ich folgenden Vorbericht:

Kronprinz Rudolf

Rudolf Franz Karl Joseph von Österreich, bekannt als Kronprinz Rudolf wurde am 21.8.1858 im Neuen Schloss Laxenburg geboren. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
erstes, offizielles Familienportrait mit Erzherzogin Sophie, Erzherzog Franz Karl, Kaiserin Elisabeth, Kaiser Franz Joseph und den Kindern Erzherzogin Gisella und Baby Kronprinz Rudolf

Sein Vater war Kaiser Franz Joseph (*18.8.1830, ✝21.11.1916). Seine Mutter Elisabeth Herzogin in Bayern (*24.12.1837, ✝10.9.1898). 

Er war das dritte Kind des Kaiserpaares, aber der einzige Sohn. Der Spitzname für Rudolf, der nur dem innersten Familienkreis vorbehalten war, war Zeit seines Lebens „Nazi“.

Seine Ehefrau Stephanie nannte ihn „Coco“. 

Kronprinz Rudolf erhielt den Namen des großen Habsburg Kaiser Rudolf I (* 1.5.1218, †15.7.1291) und seinem Großvater Erzherzog Franz Karl Joseph, welcher auch gleichzeitig sein Taufpate war.

Schon früh wurde der Bub Kaiserin Elisabeth von Erzherzogin Sophie entzogen. 

Der Kronprinz sollte zum Kaiser und „zum richtigen Mann“ erzogen werden. 

Laut Erzherzogin Sophie verweichlichte Elisabeth ihren Sohn und solche Muttergefühle hatten nach ihrer Ansicht schon im Babyalter nichts zu suchen. Derweil war auch sie eine Glucke und sperrte ihren „von Gottes Gnaden“ geborenen Sohn Franz Joseph als Kind sogar ein. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Kaiserin Elisabeth mit Baby Kronprinz Rudolf, Erzherzogin Gisella und das verstorbene Baby Erzherzogin Sophie als Bild über dem Bett
Dieses Bild hing Zeit ihres Lebens über dem Bett von Kaiserin Elisabeth in der Hofburg. Noch heute ist es im Sisi-Museum dort zu sehen.

Als Kaiserin Elisabeth 1860/1 Madeira und Venedig wegen angeblicher Krankheit aufsuchte, entfremdete sie sich fast vollständig von ihren Kindern Rudolf und Gisella. Dies sollte sich nie wieder aufholen lassen, vor allem der Kronprinz suchte immer wieder die Nähe seiner Mutter. 

Die engste Vertraute blieb Zeit seines Lebens allerdings seine Schwester Gisella, mit der er beinahe bis zum 6ten Lebensjahr Tisch und Bett teilte. Umso härter traf es die beiden Geschwister, als die innig geliebte Großmutter Erzherzogin Sophie die beiden trennte. 

Diese Trennung verwanden beide nie und Rudolf weinte sich monatelang Nacht für Nacht in den Schlaf. 

Sophie bestimmte, dass es Zeit wurde, den verweichlichten Buben militärisch erziehen zu lassen. 

Graf Gondrecourt sah seine Macht gekommen und quälte den Buben bis aufs Blut. 

Er zerrte ihn frühmorgens mit Trompetenklänge neben dem Bett aus selbigen, ließ ihn bis zum Umfallen neben dem Bett stehen und tränkte ihn für Disziplin und Ordnung im eiskalten Wasser. 

Der kleine Bub musste bei Wind und Wetter stundenlang Exerzieren oder Wache halten. 

Eine der beliebtesten Übungen von Gondrecourt war, den Kronprinzen um 3.00 Uhr morgens aus dem Bett zu zerren, ihn in den Lainzer Tierpark oder irgendwo in Schönbrunner Park zu bringen und von dort musste der kleine Bub mutterseelenallein, mitten in der Nacht und ohne Anhaltspunkt wo er überhaupt war, ins Schloss Schönbrunn zurück finden. 

Rudolf wurde kränker und blasser als jemals zuvor in seinem Leben.

Kaiser Franz Joseph machte sich lustig über seinen kleinen Sohn und nannte ihn „Krepierl“, immerhin hatte er diese Erziehung auch durch- und überlebt. 

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth weilten gerade in Ischl, als Elisabeth, durch das beherzte Eingreifen des Privatlehrers Josef Graf von Latour, der sich völlig unerlaubt einmischte (dies hätte ihn nicht nur seine Stellung, sondern auch die Reputation als Lehrer kosten können) und an die Kaiserin persönlich (!) ein Schreiben verfasste. 

Als diese von der Wildschwein-Affäre erfuhr, war das Maß voll.

Rudolf wurde von Gondrecourt zum Tierpark Lainz geschliffen, dort hinter die Mauer gestellt, während sich der General in Sicherheit brachte, schrie er, dass ein Wildschwein käme. 

Das Kind schrie in Todesangst wie am Spieß und je lauter es schrie, desto nervöser wurden die Wildschweine, die in der Nähe ihr Revier hatten.

Triggerwarnung Ende

Erzherzogin Sophie vor Treue zur Krone blind, sah über den Leidensdruck des geliebten Enkels hinweg.

Kaiserin Elisabeth explodierte beinahe und schrie so laut, dass die ganze Kaiservilla zuhören konnte (und Kaiserin Elisabeth sprach ansonsten sehr leise und erhob nie das Wort!). 

Dies war das einzige Mal, dass sich seine Mutter für ihn einsetzte. 

In einem förmlichen Ultimatum forderte sie eine liberale Erziehung von Kaiser Franz Joseph. Sie hatte Erfolg. 

Ab 1865 wurde Rudolf liberal erzogen. Danach wandte sie sich allerdings erneut von ihrem Sohn ab. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie
Hochzeitsfoto

Rudolf betrachtete – wie seine Mutter – das Bürgertum „als Basis für einen modernen Staat“, weshalb er sich den Zorn und Unmut des Adels zuzog. 

Jetzt wandte sich auch sein Vater erneut von ihm ab. Von haus aus, hatten sich die beiden nicht viel zu sagen, aber diese Einstellung, war für den verknöcherten Kaiser zu viel. 

Rudolf interessierte sich sehr für die Naturwissenschaften, vor allem für die Ornithologie. 

Er schrieb Sammlungen und Bücher über dieses Thema, die heute noch anerkannt sind. Ein Studium der Naturwissenschaften wurde ihm jedoch von seinem Vater (absichtlich) verwehrt. 

Er schrieb ein 24bändiges Werk über Österreich-Ungarn, welches er sowohl in Wort, als auch mit Bildern versah. Rudolf galt als überaus intelligent und wurde von den Universitäten sehr ernst genommen. 

Bis heute gilt dieses Werk in Ungarn als vorbildlich und wird für das Geschichtsstudium verwendet. 

Kronprinz Rudolf war ein großer Frauenheld und „Weiberer“, wie man in Wien sagen würde. Er hielt sich viele Geliebte, allerdings verliebte er sich richtig nur zweimal. Beide Frauen wurden ihm vom Habsburg Haus verwehrt, wobei Mizzi Kaspar verständlich war. Ihr Lebenswandel war für einen Kronprinzen nicht standesgemäß. 

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Antonia von Toskana

Die erste große Liebe war Antonia Erzherzogin von Toskana (*10.1.1858, †13.4.1883). 

Die Ehe wurde abgelehnt, da die Hofärzte bei Maria Antonia ein schweres Lungenleiden feststellten. Doch das hielt das verliebte Paar nicht ab. 

Am 1.1.1880 wurde das Paar heimlich in der Gardekirche in 1030 Wien, Rennweg vom damaligen Burgkaplan Godfried Marschall (später Bischof) getraut. 

Doch die Rechnung wurde ohne dem neuen Kronprinzenpaar gemacht. 

Auf Druck seines Vaters musste Kronprinz Rudolf Stephanie Prinzessin von Belgien ehelichen. Sie war immens reich und von gesunder „Natur“. Die Hochzeit fand am 10.5.1881 statt. 

Das Problem: nun war Rudolf Bigamist und die Ehe nicht gültig. 

Kronprinzessin Maria Antonia wurde ins Ausland gebracht. Sie wurde Äbtissin im Damenstift Prag. 

Das „offizielle Kronprinzpaar“ wohnte die erste Zeit ebenfalls in Prag und galt als glücklich. 

Problematisch wurde es für Maria Antonia, als sie schwanger wurde. Sie verließ das Damenstift und zog nach Cannes, da auch ihre Gesundheit immer weiter abnahm. 

Jetzt wird es obskur: 

Der Kronprinz musste natürlich auch offiziell ein Kind zeugen und so wurde auch Stephanie schwanger. 

🔷 Am 7.3.1883 kam in der Villa Felicia in Cannes „Kronprinz Carl Rudolf“ zur Welt

🔷 Am 2.9.1883 kam im Schloss Laxenburg Erzherzogin Elisabeth Marie „Erzsi“ zur Welt

Der Krimi geht weiter: 

5 Wochen nach der Geburt ihres Sohnes, starb die schwer kranke Maria Antonia und Kronprinz Rudolf stand mit seinem heimlich gezeugten Kronprinzen und einer schwangern Kronprinzessin da. 

Er eilte mit Sohn zu seiner Mutter Kaiserin Elisabeth und weihte sie in das ganze Dilemma ein. 

Nun wurde der Rittmeister Heinrich Graf von Pachmann, dessen Frau Marie kürzlich Sohn Robert entbunden hatte und der bald darauf verstarb, Ziehvater von Kronprinz Carl Rudolf. 

Damit Marie und Heinrich von Pachmann keine Schulden erleiden, wurde ihnen eine jährliche Apanage von 30.000 Gulden (ca. € 360.000) zugesandt. 

Des Weiteren erhielt Carl Rudolf den Namen „Robert Pachmann“. 

Die Familie Pachmann war Kaiserin deswegen bekannt, da sie im selben Haus wohnten, wie ihr Leibkammerdiener Johann Werth. Die Adresse lautete: 1150 Wien, Haidmanngasse 4 

Er machte die Pachmanns mit der Kaiserin bekannt und umgekehrt. Werth wusste, dass Robert kürzlich verstorben war. 

Damit war von der heimlich geschlossenen Ehe des Kronprinzen nichts mehr übrig, außer Dokumente die fest verschlossen wurden und man hoffte, dass sie nie wieder das Tageslicht sehen würden. 

Erzherzogin Maria Antonia, die eigentlich Kronprinzessin Antonia war, wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt. 

Völlig obskur ist ebenfalls, dass die angebliche Äbtisstin des Damenstiftes Prag mit allen Ehren und Standesdünkel einer Erzherzogin, Ehefrau und Mutter in der Kapuzinergruft beigesetzt wurde.

Dies hat ihre Hofdame per Brief an ihre Schwester hinterlassen. Die nächste Frage die sich in diesem haarsträubenden Krimi ergibt ist, warum hat eine angebliche Äbtisstin des Damenstiftes Prag, eine Hofdame.

Hofdamen waren nur hohen Adeligen zugeteilt, welche dem Erzhaus angehörten, was bei Antonia der Fall war. Allerdings nicht mehr, wenn diese in ein Damenstift eingezogen wäre. Hier wäre ihr eine Zofe zugestanden und eine Kammerfrau, nicht aber eine Hofdame.

Als die Pachmann-Story an die Öffentlichkeit kam, wurde tatsächlich eine Blutprobe gemacht, damit die DNA überprüft werden konnte. Aus zuverlässlichen Quellen weiß ich, dass die „Blutprobe verunreinigt“ war und deshalb kein DNA-Match zustande kam. In der Presse wurde lediglich veröffentlicht, dass die DNA Probe nicht zueinander passe und diese Geschichte, ein für alle Mal „begraben“ ist.

Warum aber, veröffentlichte die Schönbrunner GmbH bei der Ausstellung im Schloss Hof vom 21.3.-20.11.2020 in der Sonderausstellung „Sisis Sohn Rudolf“ ein Foto von Antonia und schrieb darunter 1. Ehefrau des Kronprinzen?

Dieses Foto und genau dieser Satz ließen mich stutzig werden und so begann ich meine intensive Forschungen, welche – wie oben erwähnt – durch meine schwere Erkrankung gestoppt werden mussten. Doch jetzt bin ich wieder fit und sie gehen weiter.

Danach war Kronprinz Rudolf nicht mehr derselbe. Er wechselte die Betten und die Frauen, steckte sich mit Gonorrhoe an und wurde Zeugungsfähig. 

Diese Geschlechtskrankheit gab er an Stephanie weiter, so dass sie keine Kinder mehr bekommen konnte. Aus anfänglicher Sympathie und Liebe die sie für ihn empfand, wurde unbändiger Hass, die die beiden in lautstarken Streitigkeiten austrugen. 

Ab 1888 betätigte sich Rudolf als Journalist; allerdings musste er dies hinter dem Rücken des Vaters tun. Moritz Szeps war sein väterlicher Freund und unterstützte ihn bei seinen Schriften gegen die Regierung von Graf Eduard Taaffe im „Neuen Wiener Tageblatt“. 

Die Freundschaft zu Moritz Szeps und Moritz Hirsch, welche beide Juden waren, brachte ihm den Namen „Judenknecht“ ein. Die Feindschaft der Antisemiten zu Kronprinz Rudolf war erschreckend hoch. 

Rudolf wurde keine politische Funktion von seinem Vater eingeräumt. Dieser schottete ihn komplett vom täglichen Geschehen im Reich Österreich-Ungarn ab. Rudolf musste sich über tagespolitische Themen über die Presse informieren. 

Das Verhältnis zwischen Kaiser Franz Joseph und Kronprinz Rudolf wurde immer schwieriger. Kaiserin Elisabeth zeigte an ihrem Sohn keinerlei Interesse und weigerte sich zwischen Vater und Sohn zu vermitteln. 

Von Selbstmordgedanken getrieben, zog er sich immer mehr in schwere Alkohol- und Drogeneskapaden zurück. Kronprinz Rudolf war der modernen Droge Morphium verfallen.

Nun lernte seine zweite Liebe kennen: Mizzi Kaspar, eine Soubrette (veralteter Ausdruck für Prostituierte)

Foto: Wikimedia/Commons
Mizzi Kaspar

Sie wurde seine Langzeitgeliebte und er verwöhnte sie mit Schmuck und teurer Kleidung. Ganz Wien wusste Bescheid, aber niemand traschte öffentlich. 

Eines Tages bat er Mizzi, ob sie bereit wäre, sich am Husarenberg in Mödling, gemeinsam das Leben zu nehmen. Doch Mizzi lehnte entsetzt ab.

Durch Marie Gräfin Larisch, welche die Lieblingsnichte von Kaiserin Elisabeth war, lernte er die 17jährige Baronesse Mary Vetsera kennen und begann mit dieser eine Liaison. Von romantischen Gefühlen getrieben, stimmte sie einem gemeinsamen Selbstmord zu. 

Die letzte gemeinsame Nacht verbrachte das Liebespaar Rudolf und Mizzi gemeinsam vom 27.1. auf den 28.1.1889. Beim Abschied küsste er sie auf die Stirn und machte ein Kreuz auf diese. Dies war zuvor nie vorgekommen. 

Mizzi versuchte ihm das Leben zu retten, in dem sie die Polizei in seinen Plan einweihte. Aber niemand wollte ihr Gehör oder Glauben schenken.

Von Mizzi fuhr Rudolf direkt zur angesetzten Jagd nach Mayerling, wo er von Philipp Prinz von Sachsen-Coburg, Josef Graf Hoyos-Sprinzenstein und Diener Johann Loschek erwartet wurde. 

Wegen angeblicher Unpässlichkeit zog sich Rudolf zurück, die Jagd wurde abgesagt. Er schickte Prinz Philipp zu seinem Vater nach Wien und ließ sich bei Stephanie und Kaiser Franz Joseph für sein Fernbleiben entschuldigen. 

Leibfiaker Bratfisch brachte abends Mary Vetsera zum Jagdschloss. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Mary Vetsera

Ohne das Graf Hoyos-Sprinzenstein dies mitbekam, wartete Mary heimlich im Schlafzimmer, während Rudolf mit ihm relativ schweigend das Abendessen einnahm. Danach zog sich Rudolf zurück und bat Loschek niemanden zu ihm zu lassen. 

In den frühen Morgenstunden vom 30.1.1889 erschoss Rudolf zuerst Mary, danach mit Hilfe eines Spiegels sich selbst. Er wurde nur 30 Jahre alt. 

Kronprinz Rudolf wurde für Geisteskrank erklärt. Nur so konnte er seine letzte Ruhestätte in der Kapuzinergruft finden. 

Obwohl sie lebend mit ihrem Sohn kein Naheverhältnis hatte, hinterließ der Tod bei Kaiserin Elisabeth tiefe Spuren.

Von Selbstvorwürfen, Selbstmitleid und Depressionen getrieben, trug sie ab diesem Tag – bis zu ihrem eigenen Tod – in der breiten Öffentlichkeit nur noch schwarz (außer auf Korfu). Wenn man aber bedenkt, dass sie vielleicht ein unfassbares Geheimnis mit sich Tragen musste, ist dieses Verhalten mehr als verständlich.

Der gesamte Rundgang durch das Karmel Mayerling, könnt ihr euch in diesem Video ansehen.

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Mary Vetsera war nur Mittel zum Zweck. Die große Liebe, wie sie so gerne in (zum Teil auch in historischen) Büchern, Musical (Rudolf) und Kitschfilmen propagiert wird, existierte zumindest von der Seite des Kronprinzen nicht. 

Mary selbst war noch viel zu jung (17), um die Lügen, Manipulationen und die Depression eines erwachsenen Mannes zu erkennen bzw. zu durchschauen; noch dazu kannte man das Wort „Depression“ als solches noch gar nicht. 

Seit dem Tod von Rudolf ranken sich viele Mythen und Theorien um selbigen. 

Der kaiserliche Hof vertuschte die Tragödie und gab weitestgehend Mary Vetsera die Schuld an allem. So soll sie dem Kronprinz Gift gegeben und sich dann selbst das Leben genommen haben. 

Zumindest wurde das als erstes verlautbart. 

Kaiserin Elisabeth war es, die Helene von Vetsera zu sich bat, um ihr vom Tod ihrer Tochter zu berichten und zu kondulieren. 

Niemand hat es für notwendig erachtet, die Mutter von Mary zu verständigen. 

Elisabeth kniete einige Tage später am Grab von Mary und bat sie um Verzeihung. Sie wusste um die Schuld ihres Sohnes und verwand dies nie. 

Gräfin Larisch wurde auf ewig vom Hof verbannt. Auch ihr Leben zerbrach vollständig an dieser Tragödie. 

Kaiser Franz Joseph verbannte die Familie Vetsera vom Wiener Hof, die an dieser Tragödie vollkommen zerbrach. 

Kaiserin Elisabeth ließ auf Korfu ein Denkmal für ihren Sohn erbauen, welches als verschollen gilt. Doch das stimmt nicht so ganz, wie ihr in diesem Video sehen könnt.

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Otto von Habsburg besass angeblich die Waffe von Kronprinz Rudolf, welche er Zeit seines Lebens nicht herausgab. Er bestritt dies allerdings immer vehement. 

Kaiserin Zita verband in den späten 1980er Jahren immer noch ihre Augen vor der Wahrheit. 

Sie behauptete weiterhin steif und fest, dass Rudolf einem Attentat, begangen vom französischen Staatsmann Georges Clemenceau, zum Opfer fiel. Ausgangspunkt sei gewesen, dass sich Rudolf dem Sturz seines Vaters nicht anschließen wollte. 

Wer sich für das Leben des Kronprinzen und die gesamte obskure Geschichte interessiert, dem empfehle ich mein Live-Video „Kronprinz Rudolfs Leben“.

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck
Bildnachweise: Wikimedia/Commons, Österreichische Nationalbibliothek, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Videonachweise: Petra Schimbäck
Ich danke dem Karmel Mayerling herzlich für die Video- und Fotoerlaubnis!
Ich danke dem Hofmobiliendepot herzlich für die Video- und Fotoerlaubnis!


Literatur Hinweise:

Jean-Paul Bled
Kronprinz Rudolf 
Böhlau, Wien 2006

Brigitte Hamann
Kronprinz Rudolf. Ein Leben. 
Amalthea, Wien 2005

Rudolf Ein Leben im Schatten von Mayerling. 
Ausstellungskatalog, Wien 1990

Brigitte Hamann
Rudolf. Majestät, ich warne Sie…,
Geheime und private Schriften 
Amalthea-Verlag, Wien/München 1979

Oscar von Mitis
Das Leben des Kronprinzen Rudolf
Mit Briefen und Schriften aus dessen Nachlass. 
Insel-Verlag, Leipzig 1928

Helmut Reinmüller
Cold Case Mayerling Der Tod von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera
Kriminalpolizeiliche Aufarbeitung des Falles mit Originalquellen. 
Kral Verlag, Berndorf 2021

Ernst Edler von Planitz
Die volle Wahrheit über den Tod des Kronprinzen von Österreich
Pichler Verlag, 1890

Friedrich Weissensteiner (Hrsg.)
Lieber Rudolf. Briefe von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth an ihren Sohn
Ueberreuter, Wien 1991

Sigrid-Maria Größing
Rudolf. Herzensbrecher, Freigeist, Psychopath
A & M, Salzburg 2006

Hermann Altenberg
Um Recht und Nachfolge im Hause Habsburg
Europa Verlag, 1966

Fritz Judtmann
Mayerling ohne Mythos
Ein Tatsachenbericht
Kremayr & Scheriau, 1968

Helmut Reinmüller
Mary Vetsera – Der Grabraub 1992. Darstellung der Tat aus kriminalpolizeilicher Sicht mit neuen Fakten, Details und Bildern
Kral-Verlag, 2019

Brigitte Sokop
Jene Gräfin Larisch
Marie Louise Gräfin Larisch-Wallersee, Vertraute der Kaiserin – Verfemte nach Mayerling
Böhlau, 2006

Rudolf R. Novak
Das Mayerling-Netz. Verborgene Zusammenhänge entdeckt
Berger, 2019

weitere Literatur folgt…