Kaiserin Elisabeth – als Mutter (Teil 3)

Foto: Golfhotel Kaiserin Elisabeth

Da fast jeder Beitrag von mir mit einem Vergleich zu den Sissi Filmen anfängt, möchte ich auch jetzt meine einleitenden Worte dafür nutzen. Voriges Jahr zu Weihnachten sah ich mir die Trilogie mit ganz anderen Augen an, als bisher. Mit dem Wissen, dass ich mir mühsam erarbeitet habe, wurde mir bewusst, wie viel Klischee und kaum ein Funken Wahrheit diese in die Welt tragen. Noch heute sehen die meisten das Gesicht unserer Kaiserin mit dem von Romy Schneider. Natürlich ist sie entzückend und süß in dem Film, das mag ich gar nicht bestreiten. Aber mittlerweile kann ich Romy verstehen, als sie sagte, dass sie mit dem Sissi Kitsch nichts mehr zu tun haben möchte. In Wahrheit stimmt an den Filmen gar nichts. Mit der Angelszene beginnend, bis hin zu den Namen der ersten Tochter ist nichts richtig. Wenn schon ein Kind in Venedig in die Richtung ihrer Mutter läuft, so hätte dies Gisela sein müssen und nicht Sophie. Aber wenn man der Tochter schon die falschen Namen „Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria“ gibt, so kann man auch vom Rest nicht verlangen, sich an korrekte historische Fakten zu halten. Schade ist nur, dass bis heute die Filme mehr zählen, als die Geschichte unserer Kaiserin per se. Ich versuche nun, dieses Klischee aufzuheben.

Nach der Verlobung (die ihr hier nachlesen könnt) und der aufwändigen Hochzeit (hier zum Nachlesen) war die einzige Pflicht, die Kaiserin Elisabeth hatte, ein Kind zu bekommen.

Die Flitterwochen verbrachte das junge Paar im Schloss und Schlosspark Laxenburg, welches Sisi zwar ans Herz wuchs, sie allerdings auch an Einsamkeit beinahe zu Grunde gehen ließ.

Foto: Wikimedia/Commons Sophie Gräfin von Esterházy

Kaiser Franz Joseph hatte kaum Zeit für seine junge schöne Braut und so musste sie sich mit den ihr völlig fremden Hofdamen begnügen, allen voran die verhasste Erzherzogin Sophie Prinzessin von und zu Liechtenstein, Gräfin Esterházy von Galántha, bekannt als „Gräfin Esterházy“ (*5.9.1798, †17.6.1896). Pünktlich um 5.00 Uhr früh verließ der junge Kaiser Laxenburg, fuhr mit der Kutsche zurück nach Wien, entweder in die Hofburg oder nach Schloss Schönbrunn, um an seinem Schreibtisch Staatsgeschäfte zu verrichten und kam erst abends zum Diner, welches um 18.00 Uhr serviert wurde, zurück.

Schlosspark Laxenburg mit der Franzensburg Foto: Schloss Laxenburg

Elisabeth blieb allein. Also allein in ihrem Kummer. Denn vollkommen fremde Personen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das junge, verschüchterte, von Heimweh geplagten Mädchen zu zähmen und die Hofetikette einzudrillen. Von Erzherzogin Sophie beauftragt, wurde jeder Fauxpas, den die junge Kaiserin betrieb, an diese gemeldet.

Kein Reiten ohne Begleitung, kein Spazieren gehen ohne neugierige Blicke ihrer ihr fremden Hofdamen. Sogar am Abend, während des Diners, durfte sie mit ihrem Mann nicht alleine Speisen. Flügeladjutant Hugo von Weckbecker (*1820, †1866) wurde neben Sisi platziert, damit die schüchterne Kaiserin endlich sprechen lerne. Eine Kaiserin habe schließlich die Gäste des Kaisers charmant zu unterhalten. Und auch hier war Sophie von Esterházy stets an Elisabeths Seite. Jeder Fehler wurde sofort korrigiert. Auch coram publico. Ich glaube, es kann sich jeder selbst vorstellen, wie unangenehm dies ist.

Vierzehn Tage nach ihrer Hochzeit, schrieb sie verzweifelt in ihr Tagebuch:

Es kehrt der junge Frühling wieder
Und schmückt den Baum mit frischen Grün
Und lehrt den Vögeln neue Lieder
Und macht die Blumen schöner blüh’n. 

Doch was ist mir die Frühlingwonne
Hier in dem fernen, fremden Land?
Ich sehn‘ mich nach der Heimat Sonne, 
Ich sehn‘ mich nach der Isar Strand. (1)

Auch die ersten Wehklagen über ihre verlorene und einzig wahrhaften Liebe kamen wieder ans Tageslicht. Wir erinnern uns an ihren Jugendfreund Richard, der ihr seitens ihrer Mutter entrissen wurde. Die glücklichen Kindertage könnt ihr hier nachlesen.

Nur einmal konnt ich wahrhaft lieben
Es war das erstemal. 
Nichts konnte meine Wonne trüben
Bis Gott mein Glück mir stahl…

Nur kurz warn diese schönsten Stunden, 
Nur kurz die schönste Zeit. 
Nun ist mein Hoffen all entschwunden, 
Ihn geb ich nicht in Ewigkeit. (2)

Gräfin Marie Festetics, Hofdame, Foto: Wikimedia/Commons

Viel später kehrte sie mit ihrer Hofdame und Vertrauten Marie Gräfin von Festetics (*20.10.1839, †17.4.1923) zurück und zeigte ihr den Schreibtisch, an dem sie stundenlang Briefe und Gedichte schrieb und sich die Seele aus dem Leib weinte. Marie von Festetics notierte in ihr Tagebuch: „Elisabeth ging von Zimmer zu Zimmer – sagte von jedem, was es war – aber ohne näheren Commentar, bis Sie endlich in einem Eckzimmer stehen blieb, wo ein Schreibtisch zwischen Fenstern stand u. ein Schreibsessel davor; lange stand Sie mäuschentill da – plötzlich sagte Sie: … Hier habe ich viel geweint, Marie. Allein der Gedanke an diese Zeit preßt mein Herz zusammen. Hier war ich nach meiner Hochzeit… Ich fühlte mich so verlassen, so einsam. Der Kaiser konnte tagsüber natürlich nicht hier sein, er ist täglich in der Früh nach Wien gegangen. Um sechs Uhr ist er zum Diner zurückgekehrt. Bis dahin war ich den ganzen Tag allein und hatte Angst vor dem Augenblick, da Erzherzogin Sophie kam. Denn sie kam jeden Tag, um jede Stunde zu spionieren, was ich tue. Ich war ganz à la merci dieser ganz bösartigen Frau. Alles war schlecht was ich tat. Sie urteilte abfällig über jeden, den ich liebte. Alles hat sie herausbekommen, weil sie ständig gespitzelt hat. Das ganze Haus hat sie so gefürchtet, daß alle zitterten. Natürlich haben sie ihr alles mitgeteilt. Die kleinste Sache war eine Staatsaffäre…“ (3)

Erzherzogin Sophie Foto: Wikimedia/Commons

Sisi, welche in Possenhofen immer vor Gesundheit strotzte, wurde labil. Ihre Stimmungsschwankungen waren enorm. Ihr Leiden wurde täglich mehr. Erzherzogin Sophie nahm dieses Leiden als Kränkung auf. Sie selbst, die immer Kaiserin werden wollte, musste zusehen, wie dieses Kind die Stellung die man ihr auftrug als Bürde ansah. Erzherzogin Sophie (*27.1805, †28.5.1872) kümmerte die instabile Lage ihrer Schwiegertochter nicht. Sie sah nur das glückliche Gesicht ihres Sohnes und schrieb Briefe an ihre Schwestern nach Bayern und Sachsen, wo sie vom „glücklichsten Ehepaar aller Zeiten“ schrieb. Auch die Flitterwochen erwähnte sie als „ländliche Idylle“ und „herzerquickender Anblick der beiden glücklichen Kinder“.

Kaiserin Elisabeth sah dies jedoch ganz anders. Auch Erzherzogin Marie Valerie schrieb darüber in ihrem Tagebuch. Doch wenden wir uns nun dem Thema, Elisabeth als Mutter zu.

Nach dem „ländlichen Idyll“ der Flitterwochen, fingen die Pflichten der jungen Kaiserin an. Die erste Reise des Kaiserpaares führte Anfang Juni nach Mähren und Böhmen, wo ihnen ein wohlgesonnenes Volk entgegen winkte. Elisabeth sollte als Erstes böhmisch lernen, doch die Sprache war ihr verhasst, weshalb es außer dem Zählen bis 10 nicht recht voranging. Auch hier reiste das Paar natürlich nicht allein. Neben dem

Graf Carl Grünne, Foto: Wikimedia/Commons
Dr. Johann Nepomuk Seeburger, Foto: Wikimedia/Commons

Flügeladjutant, reiste auch das Militär mit, Leibarzt Freiherr Dr. Johann Seeburger (*29.4.1800, †7.5.1870) , Graf Karl Grünne (*25.8.1808, †15.6.1884) und natürlich die Obersthofmeisterin und Obersthofmeister Ihrer Majestät, sowie zwei Hofdamen und ein Sekretär. All diese Personen brachten natürlich wiederum ihre Diener, Friseure und Lakaien mit. Auch das Dienstpersonal des Kaiserpaares durfte nicht fehlen. Ein Tross der Unendlichkeit ritt dem Kaiserpaar voraus und hinten nach. Ziemlich befremdlich für eine 16jährige, die gerade einmal ein paar Wochen Kaiserin war.

Elisabeth trat als charmante und liebreizende Kaiserin auf, deren Art mit den „einfachen“ Leuten zu sprechen auffiel. Die Hoffnung stieg bei Hofe, dass aus ihr doch noch einmal eine gute Kaiserin werden möge, die sich dem sozialen Engagement annehmen würde. Auf dieser Reise wurde sichtbar, dass Sisi mit Böhmen und der böhmischen Aristokratie, die immerhin auch in Wien den Ton angab, nichts anfangen konnte. Hauptsächlich waren sie es, die über die einfache herzögliche Abstammung die Nase rümpften und Elisabeth in allen Belangen auslachten. Kein Adel war ihr weniger Wohlgesonnen als der Böhmische. Immerhin waren dies aber die bekanntesten Namen des Landes: Schwarzenberg, Waldstein, Lobkowitz, Kinsky, Khevenhueller, Liechtenstein, Auersperg und einige andere.

Kaiser Ferdinand, Foto: habsburger.net
Kaiserin Maria Anna, Foto: Wikimedia/Commons

Ein kleiner Höhepunkt der Reise sollte der Besuch beim abgedankten Kaiser Ferdinand (*19.4.1793, †29.6.1875) und Kaiserin Maria Anna (*19.9.1803, †4.5.1884) werden, welche nun in Prag lebten. Der kleine, gutmütige Mann, dessen Kopf schief auf seinem Körper hing, stundenlang Domino spielte und mit seinem Neffen Franz Joseph wenig anfangen konnte, freute sich über den Besuch der hübschen Nachfolgerin seiner Frau. Maria Anna war ebenfalls entzückt, hatte aber am Wiener Hof nichts mehr zu melden.

14 Tage sollte die Reise dauern, welche an Strapazen kaum zu überbieten war. Doch zurück in Wien, wurde Elisabeth keine Ruhe gegönnt. Fronleichnam stand vor der Türe, weshalb eine große Prozession geplant war. Elisabeths Einwand noch nicht alt genug für diese Bürde zu sein, wurde abgeschmettert. Obwohl ihr die Verbindung Kirche und Politik völlig fremd war, erwartete man von ihr, dass sie eine große Staatstoilette trug. Kaiserin Maria Anna hatte jahrelang diese Aufgabe mit vollem Glanz und Hingabe absolviert. Sisi fürchtete sich in die Fußstapfen der beliebten Kaiserin zu treten. Doch Kaiser Franz Joseph und seine Mutter Erzherzogin Sophie hatten kein Mitleid mit ihr. Elisabeth galt als die große Hauptattraktion. Mit Schleppkleid und Brilliantendiadem geschmückt, stieg sie in den Hofgalawagen, der mit acht Schimmeln bespannt war. Doch Elisabeths Sorgen waren unbegründet. In frommer, demütiger Haltung überstand sie den Tag gekonnt und meisterlich, als habe sie nie etwas anderes zuvor gemacht.

Herzogin Ludovika, Foto: Wikimedia/Commons

Elisabeth, die weiterhin Tanzstunden und Sprachunterricht nahm und immer noch gerne Ausritt, musste dies bald nach der Hochzeit einstellen. Die ersten Zeichen einer Schwangerschaft stellten sich ein, welche Sophie mit Argusaugen beobachtete. Sisi litt unter schweren Schwangerschaftsproblemen: sie erbrach ständig, litt an Schwindelgefühl und Müdigkeit. Die meiste Zeit vom Tag musste sie liegend verbringen. Mutter Ludovika wurde Bang um ihre Tochter, doch traute sie sich nicht nach Wien. Der Dank, dass ihre Schwester die junge Elisabeth als Heiratskandidatin ihres Sohnes anerkannte, war so enorm, dass Ludovika Sophie beinahe devot begegnete.

Herzogin Mathilde in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons
Herzog Carl Theodor in Bayer, Foto: Wikimedia/Commons

Der Sommer stand bevor und so zog die Familie nach Ischl. Hier kam es zu einem lustigen Vorfall, den ich euch unbedingt erzählen möchte: Herzogin Ludovika (*30.8.1808, †25.1.1892) telegrafierte nach Ischl, um Sisi die Ankunft von Spatz, Gackel und sich selbst anzukündigen. Sie unterschrieb das Telegramm mit Mimi, da dies der Spitzname war, mit dem Sisi ihre Mutter seit ihrer Kindheit ansprach. Mimi gab noch den Zug und die Ankunftszeit in Lambach bekannt, da der Zug dort halten würde. Von dort sollte eine Kutsche für die Familie bereitstehen, um diese zur frisch umgebauten Kaiservilla zu bringen. So der Plan. Doch das Telegramm kam nicht in der Kaiservilla, sondern im Hotel Elisabeth an.

Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph Foto: ÖNB

Als Herzogin Ludovika, Schwester Herzogin Mathilde und Bruder Herzog Carl Theodor in Lambach ankamen, stand jedoch keine Kutsche bereit. Helle Aufregung entstand, noch dazu in einer Zeit ohne Telefon. Wir können uns das heute kaum noch vorstellen, oder? Zumindest eine Telefonzelle haben wir älteren Leser schon gekannt. Plötzlich erschien ein Hotelpage des Hotels Elisabeth in Ischl. Er hielt in der Hand 3 Käfige. Diese sollten für die Vögel „Mimi“, „Spatz“ und „Gackel“ sein.

Um hier eine kleine Erklärung abzugeben. Ludovika hatte für alle Kinder Kosenamen. Spatz war Mathilde (*30.9.1843, †18.6.1925), Gackel war Carl Theodor (*9.8.1839, †30.11.1909) und Mimi war, wie gesagt, sie selbst. Man mag sich das Gesicht des Pagen gar nicht vorstellen, als er den Irrtum bemerkte. Noch dazu wo er die Mutter und Geschwister Ihrer Majestät vor sich stehen hatte. Natürlich klärte sich der Irrtum als baldigst auf und so wurde die Familie mit der grell lackierten Hotelkutsche zur Kaiservilla gebracht.

Schon während der Schwangerschaft zogen dunkle Wolken über das Mutterglück auf. Erzherzogin Sophie riss alles an sich. Sie bestimmte, wo die Kindskammer eingerichtet wurde. Diese wurde so eng an ihre eigenen Appartements gelegt, so dass es Elisabeth niemals gelingen würde, ohne dem Wissen von Sophie ihr Kind zu besuchen. Auch die Einrichtung suchte Sophie aus.

Kaiserin Elisabeth wurde von Erzherzogin Sophie angeherrscht, sich beim Volk zu zeigen. Später erzählte sie dies ihrer Hofdame, welche die Geschichte in ihr Tagebuch notierte: „Kaum war sie da, schleppte sie mich schon hinunter in den Garten und erklärte, es sei meine Pflicht, meinen Bauch zu produzieren, damit das Volk sehe, daß ich tatsächlich schwanger bin. Es war schrecklich.“ (4) Sobald Sisi allein war, weinte sie sich in den Schlaf. Allein und von niemanden verstanden, durfte sie sich auch keinem in ihrer Umgebung anvertrauen. Es wurde ihr von Sophie verboten, irgendjemand als Freund oder Freundin anzusehen. Einzig Graf Grünne kümmerte sich väterlich um die junge verzweifelte Kaiserin, die das Hofleben immer mehr und mehr verabscheute.

Auch die Aja wurde von Erzherzogin Sophie gewählt. Freifrau von Welden, kinderlos und Witwe, ohne Kindererfahrung wurde aus politischen Gründen dazu auserkoren, das erste gemeinsame Kind von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph zu erziehen. Die Einwände seiner Frau konnte Franz Joseph weder verstehen, noch hörte er ihr richtig zu. Was Mutter entschied, wird schon gut für alle sein, so sein unumstößliches Motto zu allen Dingen die Sophie entschied. Umso mehr weinte sich Sisi immer mehr und mehr in den Schlaf.

Huldigungsblatt zur Geburt der kleinen Tochter Sophie, Foto: ÖNB

Am 5.3.1855 kam Sophie Friedericke Dorothea Maria Josepha um 3.00 Uhr nachts zur Welt. Die Geburt und warum das kleine Mädchen bereits am 29.5.1857 wieder verstarb, könnt ihr hier nachlesen. Wir sind also vom Sissi-Film Kitsch wirklich weit entfernt. Die (Film)Tochter, die auf die Namen Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria getauft wurde, hat nichts gemeinsam mit der kleinen Erzherzogin, welche am 5.3.1855 zur Welt kam. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs an falschen Informationen aus den Filmen, die Weltruhm erlangten und leider bis heute als der Inbegriff einer Sis(s)i am Wiener Hof gelten. Auch das zweite „s“ im Namen von Sisi hält sich hartnäckig. Elisabeth hat sich niemals SiSSi genannt. Vielleicht kann ich mit dem Kitsch endlich ein wenig aufräumen.

Die erste Zeit verbrachte Sisi mit der kleinen Sophie in Laxenburg. Kaiser Franz Joseph schrieb beinahe täglich an seine Mutter und kündigte an, dass seine Frau im Juni für 10 Tage das Land verlassen würde, um nach Possenhofen zu fahren. Die kleine Sophie lernte also schon recht früh ihre bayrische Verwandtschaft kennen.

Am 7.8.1855 telegrafierte ein liebevoller Vater an seine Mutter: „Wir sind sehr wohl und die Kleine war besonders heute sehr lustig. Sie jauchzte in einem fort und war sehr damit beschäftigt, ihren Fuß in den Mund zu stecken und daran zu schnullen. Sie scheint viele gymnastische Anlagen zu haben. Ich küsse Ihnen und dem Papa mit Sisi die Hände und bleibe Ihr treuer Sohn Franz.“ (5)

Schon bald machten sich die nächsten Schwangerschaftszeichen bemerkbar. Sobald diese öffentlich wurden, las der Erzbischof von Wien und der Bischof von Linz eine Messe, um eine glückliche Entbindung zu erbitten. Selbstverständlich nicht ganz Uneigennützig um einen Thronfolger zu bitten.

Erzherzogin Gisela, Foto: Dorotheum Wien

Erzherzogin Sophies Gesicht soll starr gewesen sein, als man ihr mitteilte, dass am 12.7.1856 um 6.35 Uhr in Schloss Laxenburg eine kleine Erzherzogin zur Welt kam. Auch bei dieser Geburt war Herzogin Ludovika nicht anwesend. Ebenso erschien sie zur Taufe nicht, obwohl sie offiziell die Taufpatin war. Am 13.7.1856 wurde die kleine Erzherzogin auf die Namen Gisella Ludovika Marie getauft. Gisella wurde später zu Gisela und Ludovika zu Louise, weshalb man heute in sämtlichen Geschichtsbüchern von Erzherzogin Gisela Louise Marie lesen kann. Erzherzogin Sophie wurde als Taufpatin-Stellvertreterin bestimmt. Sie selbst hatte schon Sophie Friedericke getauft.

Elisabeth, nun stärker und selbstbewusster, fing an, um Sophie und Gisela zu kämpfen. Die Enttäuschung ihrer Schwiegermutter, keinen Thronfolger auf die Welt gebracht zu haben, nutzte sie aus, um die Kinderzimmer in die „Radetzky-Räume“ der Hofburg zu verlegen. Sophie tobte, doch diesmal hatte Elisabeth Schützenhilfe durch Franz Joseph. Er stellte sich nicht nur vor Sisi, so nannte er sie auch eine hingebungsvolle Mutter. Sophie drohte mit Auszug, was Franz Joseph verstimmte. Er schrieb einen Bettelbrief an seine Mutter: „Nie würde ich es zugeben, daß Sie Ihre jetzige Wohnung verlassen oder gar, was ich nicht gelesen haben will, ganz aus der Burg ziehen würden. Ich hoffe noch immer, daß sich alles sehr gut machen wird; die Kinder bekommen eine viel bessere Wohnung, in der sie auch künftig bleiben können, und Alles wird zufrieden sein.“ (6)

Erzherzogin Sophie Friederike, Foto: Wikimedia/Commons

1856 unternahm das Kaiserpaar eine 4monatige Reise nach Italien. Kaiser Franz Joseph wollte Lombardo-Venetien wieder mehr an das österreichische Reich binden. Obwohl Erzherzogin Sophie massive Einwände hatte, nahm Kaiserin Elisabeth die kleine Sophie mit auf die Reise. Baby Gisela verblieb bei ihrer Großmutter in Wien. Das Weihnachtsfest verbrachte die Familie getrennt. Sophie mit Gisela in Wien, Franz Joseph, Elisabeth und Sophie Friedericke in Venedig. Als Weihnachtsgeschenk wurde Sisi mit einem Portrait von Gisela überrascht. Elisabeth wurde auf dieser Reise zum ersten Mal ernsthaft krank. Ihre Lungen machten ihr große Probleme. Sie hustete unentwegt, was Kaiser Franz Joseph schwere Sorgen bereitete. Er kündigte bei seiner Mutter die Rückkehr für den 12.3.1857 an. Erzherzogin Sophie Friedericke wurde bereits am 2.3.1857 mit ihrer Kinderfrau Anna Kathrein auf die Reise geschickt. Franz Joseph schrieb in einem Brief an seine Mutter, dass er hoffte, dass die Kleine ihr die Hände küssen möge und sie artig sei.

Wenige Monate später kam es in Ungarn zu einem folgenschweren Schicksal, von dem sich Elisabeth – vor allem als Mutter – nie wieder erholen sollte. Aus Trotz setzte sie sich gegen ihre Schwiegermutter durch und nahm beide Kinder mit auf die Ungarnreise. Nicht nur, dass Erzherzogin Sophie Ungarn aus tiefstem Herzen hasste (das Libenyi-Attentat hatte sie nie vergessen; hier nachzulesen), so riet sie dem Kaiserpaar, die Kinder in Wien zu lassen. Das Unheil nahm seinen Lauf. Kaiserin Elisabeth verfiel das erste Mal in ihrem Leben in tiefe Trauer.

Im Dezember 1857 wurde erneut an Kaiserin Elisabeth eine Schwangerschaft festgestellt. Zur unendlichen Trauer, mischte sich freudige Erwartung, welche Sisi mit ihren üblichen Schwangerschaftsleiden quittierte. Sie erbrach ständig, war müde und bettlägrig. Die Abnabelung zu ihrer Tochter Gisela begann. Immer öfter war Sisi unpässlich, wollte das kleine Mädchen nicht sehen und machte sich selbst die größten Vorwürfe, ihre Tochter Sophie umgebracht zu haben.

Kaiser Max und Kaiserin Carlota, Foto: sternenkaiserin.com – Marie

Als am 27.7.1858 auch noch ihr Lieblingsschwager Erzherzog Ferdinand Maximilian, genannt Max (*6.7.1832, †19.6.1867), die schöne belgische Prinzessin Charlotte (*7.6.1840, †19.1.1927) heiratete und diese ab sofort ihr vorgezogen wurde, verfiel Sisi noch mehr in Depressionen. Charlotte kam aus einem unfassbar reichen Haus, war gebildet und schön. Erzherzogin Sophie und ihre gesamte Anhängerschaft ließen keine Möglichkeit aus, um Charlotte zu loben, zu huldigen oder zu bezirzen. Der labilen, schüchternen und unbeliebten Kaiserin muss das bis ins Mark erschüttert haben. Noch mehr als jemals zuvor, zog sie sich zurück. Leider auch vor ihrer Tochter. Mittlerweile vergingen Wochen bis sie Gisela wieder an sich ran ließ oder nach dem kleinen Töchterchen fragte.

Am 21.8.1858 setzten gegen 22.00 Uhr die letzten Wehen ein. Beide Mädchen waren leichte Geburten, kaum eine Wehe war zu spüren und schon waren die Kinder auf der Welt. So war es im August nicht. Erzherzogin Sophie und Gräfin Esterházy knieten am Boden und beteten, während sich Elisabeth die Seele aus dem Leib schrie. Um 22.15 Uhr war es endlich soweit. Der Thronfolger wurde geboren.

Völlig erschöpft fragte die Kaiserin ihren am Bett sitzenden Mann ob es ein Bub sei. Dieser erwiderte, dass die Hebamme Gruber es noch nicht so genau wisse. In Wirklichkeit wollte Kaiser Franz Joseph seine Frau schonen. Die Geburt hatte sie stark geschwächt. Man wollte ihr jede Aufregung ersparen. Vor lauter Enttäuschung, dass sie keine Antwort bekam, glaubte sie, wieder „nur“ ein Mädchen zur Welt gebracht zu haben. Doch Franz Joseph verneinte dies mit dem Satz „Nun, und wenn es ein Knabe wäre?“ (7)

Lithografie mit Kronprinz Rudolf in der Wiege, Foto: sternenkaiserin.com – Marie
Karoline Freifrau von Welden „Wowo“, die Kinderfrau von Erzherzogin Gisel(l)a und Kronprinz Rudolf, Kaiserin Elisabeth, Foto: Nationalbibliothek

Das ganze Land feierte die Geburt von Kronprinz Rudolf Franz Karl Joseph, dessen Vorname genauso aus den Habsburger Vorfahren gewählt wurde, wie Giselas. Nicht nur Wien feierte, auch das ganze Reich schloss sich den Huldigungen an. Kaiser Franz Joseph der seinen Sohn zwar nicht hübsch fand, dafür aber kräftig und stark, weinte jedes Mal vor Freude, wenn ihm ein Minister, das Militär oder ein Bediensteter gratulierte. Seine Freude kannte kaum eine Grenze.

Elisabeth, die wieder einmal nicht stillen durfte, hatte extreme Probleme mit dem Milcheinfluss. Sie bekam hohes Fieber. Trotzdem wurde ihr nicht erlaubt den Sohn zu stillen. Sie gab jeden Widerstand auf. Sie ließ die Kinderzimmer in die Räumlichkeiten von Erzherzogin Sophie verlegen und übergab die gesamte Erziehung in ihre Hände.

Ab sofort waren sich Gisela und Rudolf am nächsten. „Wowo“, wie Aja Karoline Freifrau von Welden (*13.4.1812, †6.8.1892) von den Kindern genannt  und „Nono“, wie die Kammerfrau Leopoldine Nischer (*1813, †1883) genannt wurde, wurden zum Lebensmittelpunkt der beiden. Noch als Erwachsene sprachen beide überaus liebevoll über Wowo und Nono.

Gisela und Rudolf als Kinder, Foto: Wikimedia/Commons

Gisela, die etwas herb wirkte und das stämmige Wesen von Franz Joseph geerbte hatte und Rudolf, der das Aussehen seiner Mutter, sowie deren Intelligenz und Sensibilität erbte, waren unzertrennlich. Obwohl Rudolf es nicht leiden konnte, wenn Gisela mit seinen Sachen spielte und Gisela sich beschwerte, wenn er ihre Spielsachen versteckte, hielten zusammen wie Pech und Schwefel.

Die ersten Jahre fiel ihnen die Abwesenheit von Elisabeth gar nicht auf. Großmutter Sophie, Nono und Wowo kümmerten sich rührend um die Kinder und Kaiser Franz Joseph nahm sich so viel Zeit wie möglich. Mittlerweile hatte sich die Beziehung zwischen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu einer ambivalenten Ehe entwickelt (der Beitrag kann hier nachgelesen werden).

Um die Abnabelung zu ihren Kindern zu verstehen, muss ich ins Jahr 1860 springen und euch bitten obigen Beitrag zu lesen. Kaiserin Elisabeth fing an, sich immer mehr gegen ihren Mann durchzusetzen, kränkelte aber stets vor sich hin. Wie in meinem Bericht erwähnt, ist die Wahrheit über den Bruch zwischen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth bis heute nicht erforscht. In allen Filmen wird es vereinfacht mit einer Lungenkrankheit dargestellt. So steht es auch in (wirklich) allen Geschichtsbüchern, dennoch bleiben Zweifel. Schon der erste Biograf Conte Corti sprach vom „Deckmantel der Krankheit“. Bleiben wir also dabei.

Im November 1860 verließ Kaiserin Elisabeth Laxenburg und kehrte erst am 16.8.1862 nach Wien zurück. Nur in Venedig hatte Elisabeth ihre Kinder gesehen. Viel zu kurz, wenn man bedenkt, wie klein die Kinder damals noch waren.

kaiserliche Familie, Foto: ÖNB

Gisela war zum Zeitpunkt der Rückkehr bereits 6 Jahre alt, Kronprinz Rudolf knapp 4 Jahre alt. Auch als Kaiserin Elisabeth zurück war, kümmerte sie sich nicht um die Kinder, die sie so sehr vermissten. Vor allem der kleine Rudolf hing sehr an seiner Mutter. Er vergötterte sie Zeit seines Lebens und buhlte immer um ihre Liebe. Vergeblich.

Graf Leopold Gondrecourt, Foto: Wikimedia/Commons

Als er 6 Jahre alt war, wurde er von Gisela getrennt. Er wurde von Graf Leopold Gondrecourt (*1816, †22.5.1888) militärisch erzogen. Den Buben traf damit ein hartes Schicksal. Rudolf, der überhaupt nicht für den militärischen Drill geeignet war, weinte sich jeden Abend isoliert in den Schlaf. Er fürchtete sich allein vor der Dunkelheit, zitterte vor Angst vor dem Knallen der Pistolen und konnte die Einsamkeit nicht ertragen. Er wurde physisch und psychisch von Gondrecourt misshandelt. Elisabeth weilte außerhalb von Wien, weshalb sie von den Qualen die Rudolf erlitt zunächst nichts wusste. Vater Kaiser Franz Joseph sah geflissentlich weg und nannte seinen Sohn einen „Kepierl“. Erzherzogin Sophie vor Treue zur Krone blind, sah über den Leidensdruck des geliebten Enkels hinweg. Gondrecourt sah seine Macht und quälte den Buben bis aufs Blut. Er zerrte ihn früh morgens mit Trompetenklänge neben dem Bett aus selbigen, ließ ihn bis zum Umfallen stehen und tränkte ihn für Disziplin und Ordnung im eiskalten Wasser. Rudolf wurde kränker und blasser als jemals zuvor in seinem Leben.

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth weilen gerade in Bad Ischl, als Elisabeth von der Wildschwein-Affäre erfuhr, war das Maß voll. Rudolf wurde von Gondrecourt zum Tierpark Lainz geschliffen, dort hinter die Mauer gestellt, während sich der General in Sicherheit brachte, schrie er, dass ein Wildschwein käme. Das Kind schrie in Todesangst wie am Spieß und je lauter es schrie, desto nervöser wurden die Wildschweine, die in der Nähe ihr Revier hatten.

Sie eilte zum Kaiser und schrie ihn förmlich an: „Entweder Gondrecourt oder ich!“ (8). Danach eilte sie in ihr Zimmer und schrieb das berühmte förmliche Ulitimatum:

Ich wünsche, dass mir vorbehalten bleibe, unumschränkte Vollmacht in Allem, was die Kinder betrifft, die Wahl ihrer Umgebung, den Ort ihres Aufenthaltes, die complette Leitung ihrer Erziehung, mit einem Wort, alles bleibt mir ganz allein zu bestimmen, bis zum Moment der Volljährigkeit. Ferner wünsche ich, dass, was immer meine persönlichen Angelegenheiten betrifft, wie unter anderem die Anordnungen im Haus p.p. mir allein zu bestimmen vorbehalten bleibt. 

Elisabeth, Ischl, 27.8.1865 (9)

Josef Latour, Foto: Wikimedia/Commons
Dr. Hermann Widerhofer, Foto: Wikimedia/Commons

Kaiser Franz Joseph gab nach. Rudolf wurde aus den Klauen des Folterers befreit. Zuerst wurde er in die ärztliche Obhut von Dr. Hermann Widerhofer (*24.3.1832, †28.7.1901) aufgenommen, danach übernahm ihn Josef Latour von Thurmburg (*2.2.1820, †28.12.1903), zu dem Kaiserin Elisabeth ein freundschaftliches Verhältnis hatte. Doch es war zu spät. Gondrecourt hatte ganze Arbeit geleistet. Das Trauma begleitete Rudolf Zeit seines Lebens.

Erzherzogin Gisela und Kronprinz Rudolf bekamen, als sie knapp 12 und 10 Jahre alt waren, noch eine Schwester. Kaiserin Elisabeth war zum Zeitpunkt der erneuten Schwangerschaft 30 Jahre alt. Am 8.6.1867 fand in Budapest die Krönung zur Königin von Ungarn statt. Am 11.6.1867 fuhr das Königspaar nach Schloss Gödöllo, welches ihnen als Krönungsgeschenk übergeben worden war. Im November 1867 wurde in Wien die Schwangerschaft bekanntgegeben. Es stellte sich zum ersten Mal seit Jahren so etwas wie ein Familienleben ein, an welchem auch die Kinder Gisela und Rudolf teilnehmen durften. Im Jänner 1868 erfuhr Herzogin Ludovika von Sophie in einem Brief von der freudigen Botschaft.

Königin Marie von Neapel, Foto: Wikimedia/Commons

Die Schwangerschaft verlief ruhig und ohne gröbere Vorkommnisse. Elisabeth hatte es sich zum Ziel gesetzt, ihr Kind in Ungarn zur Welt zu bringen, weshalb sie sich im Februar 1868 Richtung Ofen auf machte. Sollte es ein Bub werden, beschloss sie, sollte er Stefan heißen. Stefan war der erste heilige König und beim ungarischen Volk sehr beliebt. Kaiser Franz Joseph befürchtete, dass die Geburt in Ungarn ihr in Wien viele Minuspunkte einbringen würde. Seine Frau war mittlerweile sehr unpopulär geworden. Nur noch Randnotizen in den Zeitungen und beim Volk nicht sonderlich beliebt. Ihre Schwester Königin Marie von Neapel (*4.10.1841, †19.1.1925) war angereist, um ihr bei der Geburt beizustehen. Die Geburt selbst war musterhaft. Erst kurz vor der Geburt, musste die Hebamme helfen, bis dahin hatte es Marie allein geschafft. Am 22.4.1868 wurde das letzte Kind des Paares, Erzherzogin Marie Valerie Mathilde Amalie geboren.

Kaiserin Elisabeth im Krönungskleid, Foto: ÖNB

Kaiser Franz Joseph, stolz nochmals Vater geworden zu sein, telegraphierte an die daheim gebliebenen Kinder: „Sie ist recht hübsch, hat große, dunkelblaue Augen, eine noch etwas zu dicke Nase, sehr kleinen Mund, ungeheuer dicke Backen und so dichte dunkle Haare, daß man sie jetzt schon frisieren könnte. Auch am Körper ist sehr stark, und sie schlägt sehr frisch mit den Händen und Füßen herum… sie schreit sehr selten…und stinkt …“ (10) Die Kinder erschrocken über so viel Liebe in wenigen Sätzen, rückten noch näher zusammen, da sie befürchteten, die neue Schwester würde alle Aufmerksamkeit auf sich lenken. Doch es kam für die beiden noch viel schlimmer.

Erzherzogin Marie Valerie, Foto: ÖNB

Das „ungarische Kind“ wie Marie Valerie bald genannt wurde, bekam vom Wiener Hof den Namen „die Einzige“. Elisabeth selbst hatte ihr also den „Beinamen“ nicht gegeben. Wieder eine Mär mehr, die sich bis heute hartnäckig hält. „Das ungarische Kind“ entstand dadurch, dass der Tratsch des Wiener Hofes und bald des Volkes Sisi eine Affäre mit Julius „Gyula“ Graf Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka (*8.3.1823, †18.2.1890) andichtete.

Elisabeth sorgte mit großem Pflichteifer dafür, dass Erzherzogin Sophie „ihr“ Kind nicht in die Obhut bekam. Die nächsten Jahre tat Kaiserin Elisabeth keinen Schritt ohne ihrer Valerie. Entweder war sie in der Obhut ihr vertrauter Menschen oder direkt bei Elisabeth selbst. Kein Tag verging, an dem sie Valerie nicht zu Bett brachte oder dafür sorgte, dass es ihr gut ging. Wollten die Geschwister sie sehen, war Elisabeth stets an der Seite ihrer Tochter. Rudolf und Gisela eiferten sehr und bemühten sich nicht sonderlich um ihre Schwester. Dies nahm ihnen ihre Mutter übel.

Schon mit drei Wochen begann für Marie Valerie das Reisen. Von Ofen nach Gödöllö, von Gödöllö nach Ischl, von Ischl nach Possenhofen usw. In Schloss Garatshausen, wo Elisabeth zu Gast ihrer Schwester Helene von Thurn und Taxis (*4.4.1834, †16.5.1890) war, schrieb sie halb hysterisch an Franz Joseph, da Valerie kränkelte. Sie habe das grässliche Gefühl von unverlässlichen Menschen umzingelt zu sein, denn sie befürchtete, dass „ihr teuerster Schatz“ durch die Amme die schlechte Milch abgebe, vergiftet worden sei. Sie entledigte sich derer und stellte eine Neue ein. Über die Ungarin, die eine Männerstimme hatte, permanente Csárdás Lieder sang und fürchterliche Angst vor Mäusen hatte, amüsierte sie sich allerdings königlich, wenn nicht sogar kaiserlich.

Stammbaum: Marie, Fotos: Wikimedia/Commons

Während sie sich fürsorglich um Marie Valerie kümmerte, vergaß sie vollends Gisela und Rudolf und sah diese nur ab und an in Wien oder in Gödöllö, wenn sie diese besuchten.

Die weiteren Schicksale der Kinder, werde ich in einzelnen Berichten erzählen, so viel sei jedoch erwähnt:

Gisela und Leopold von Bayern, Foto: Wikimedia/Commons
Max Emmanuel und Amelie in Bayern, Foto: Wikimedia/Commons

Erzherzogin Gisela verheiratete sie mit 16 Jahren an Prinz Leopold von Bayern (*9.2.1846, †28.9.1930) damit dieser nicht die erwählte Braut Amelie von Sachsen-Coburg und Gotha (*23.10.1848, †6.5.1894) ehelichen konnte. In diese hatte sich nämlich ihr Bruder Max Emmanuel (Mapperl) in Bayern (*7.12.1849, †12.6.1893) verliebt. Um Leopold von seiner Braut loszusagen, musste sie eingreifen und ihm die Hand ihrer Tochter anbieten. Da Prinz Leopold diese nicht verwehren konnte, wurde als baldigst Hochzeit gefeiert. Die Trennung von Bruder Rudolf war tränenreich und kaum zu ertragen. Der 14jährige war nun wirklich auf sich allein gestellt. Sie starb am 27.7.1932. 

Kronprinz Rudolf ehelichte auf Druck seines Vaters die belgische Prinzessin Stephanie (*21.5.1864, †23.8.1945) und ging mit ihr eine lieblose Ehe ein, die in kräftezehrenden Streitigkeiten ausartete. Als er seine Mutter in vielerlei Hinsicht um Hilfe bat (verschiedene politische Ansichten gegenüber seines Vaters Kaiser Franz Joseph, lieblose Ehe, Krankheit, Scheidung) und diese ihn in Stich ließ, brachte er sich am 30.1.1889 in Mayerling um. Kaiserin Elisabeth trug ab diesem Zeitpunkt nur noch schwarz, zumindest wenn sie in der Öffentlichkeit stand. Mit dem Tod des Sohnes verlor sie das zweite Kind. Sie versank in Selbstmitleid und schweren Depressionen. Sie wurde rastlos und reiste von Land zu Land, um nirgendwo zu bleiben. Ihr Tod war eine Erlösung für sie.

Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie, Foto: Wikimedia/Commons
Marie Valerie und Franz Salvator, Foto: Wikimedia/Commons

Erzherzogin Marie Valerie verliebte sich auf einem Ball in Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und musste lange für diese Liebe kämpfen. Im Trauerjahr von Kronprinz Rudolf feierte sie in Bad Ischl Hochzeit. Kaiserin Elisabeth trauerte sehr um ihre Tochter und konnte deren Entscheidung so früh zu heiraten nicht verstehen. Sie reiste zu den Geburten der ersten Kinder an, was sowohl Gisela, als auch Schwiegertochter Stephanie versagt blieb. Marie Valerie war Zeit ihres Lebens ihrer Mutter für die tiefempfundene Liebe dankbar und bemühte sich nach deren Tod um ein Familienleben am Wiener Hof. Sie starb am 6.9.1924. 

Alles in allem war Kaiserin Elisabeth eine Mutter die viel zu geben hatte, aber durch die frühen Schwangerschaften einfach zu überfordert war. Auch das strenge spanische Hofzeremoniell, mit dem die Kinder aufgezogen werden sollten, war ihr Fremd. Sie selbst wurde frei und ohne großartige konventionelle Erziehungsmaßnahmen erzogen, sollte ein strenges Protokoll abhalten, was sie selbst hasste. Nur mit Marie Valerie und gereifter durch ihr Alter, konnte sie die Mutter sein, die sie sein wollte und konnte. 

~ Petra ~

kaiserliche Familie vor dem Schloss Gödöllö, Foto: Wikimedia/Commons

Rechtliche Hinweise:
Textrechte: Petra
Stammbaum: Petra
Bildrechte: Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), sternenkaiserin.com – Marie, Wikimedia/Commons, Dorotheum Wien


Literarische Hinweise:

1 – S. 75/76, 2 – S. 76/77, 3 – S. 79/80, 4 – S. 91
Elisabeth Hamann
Elisabeth Kaiserin wider Willen
Piper Verlag, TB, 8. Auflage 2017,

5 – S 22, 6 – S. 29, 10 – S 92
Martha Schad
Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter
Piper Verlag, TB, 2. Auflage 2013

7 – S 79, 8 – S 121
E.C. Conte Corti
Elisabeth von Österreich, Tragik einer Unpolitischen
Wilhelm Heyne Verlag, 15. Auflage, 1975 (nur noch antiquarisch erhältlich)

9 – S 26
Sisi Magazin, Kronen Zeitung – vergriffen (nur noch antiquarisch erhältlich)

Erzherzogin Sophie Friedericke Dorothea Maria Josepha von Österreich

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie Friedericke

Wie viel der Kitsch „Sissi“ uns jedes Jahr rund um Weihnachten von der Wahrheit trennt, zeigt am allerbesten die abstruse Geschichte rund um die Tochter Sophie.

Auch wenn viele die Filme mögen, so sind sie leider nur ein 50er Jahre Traum, der die Leute nach den Kriegswirren zum Ablenken einlud. Und nichts war einfacher, als ein zuckersüßes Mädel, die „gute alte Zeit“ in Form der Kaiserzeit, die damals noch gar nicht so lange her war.

Was machte es da schon aus, dass an Sissi nichts stimmte? Weder die dümmliche Angelszene, noch die Zeit Abfolge, noch die Mode (Kaiserin Elisabeth lief nicht im schulterfreien Kleid tagsüber durch Schloss Schönbrunn oder durch die Hofburg), noch der Name.

Elisabeth hieß nun mal niemals Sissi.

Ihr Kosename war immer nur Sisi. Und niemals hätte sie das gemeine Volk mit Kaiserin Sisi anreden dürfen.

Eine Unart, die sich bis heute durchzieht ist die schreckliche Schreibweise von Sissi. Egal ob auf sämtlichen Social Media Seiten, in historischen Büchern (auch namhafte Historiker selbst), auf Souvenirs, auf Bonbons und sämtlichen Zeug das sich verkaufen lässt.

Auch das Spanische Hofzeremoniell gab es nicht in der Art, wie es der Film vermuten lässt. Mein Beitrag dazu kann hier nachgelesen werden.

Ich versuche seit Jahren dem Film-Kitsch entgegenzuwirken und zeige die reale Welt unserer Kaiserin.

Beginnen wir auch hier mit der kleinen Erzherzogin Sophie, die in Sissi den komplett falschen Namen

„Sophie Anastasia Amalie Elisabeth Franziska Stephanie Karoline Maria“

erhalten hat.

Bis auf den ersten Vornamen, stimmt nichts an dem kleinen Filmbaby. Nicht einmal ihre Geschichte an sich.

Aber beginnen wir wie immer von vorne und mit der realen Geschichte:

Die einzige wahre Pflicht von Kaiserin Elisabeth war es, so rasch als möglich Nachwuchs zu bekommen.

Vorzugsweise Buben, damit die Thronfolge gesichert sein konnte. Der Beitrag zur Elisabeth als Mutter kann hier nachgelesen werden. 

Nach den strapaziösen Hochzeitsfeierlichkeiten (der Bericht kann hier nachgelesen werden), den Flitterwochen und der Reise nach Böhmen und Mähren, stellte Erzherzogin Sophie als baldigst die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft bei ihrer noch sehr jungen Schwiegertochter fest.

Sie schrieb eilig an ihren abwesenden Sohn:

„Auch glaube ich, dass Elisabeth sich nicht zu sehr mit ihren Papageien abgeben sollte, da zumal in den ersten Monaten man sich so leicht an den Tieren verschaut, die Kinder Ähnlichkeit mit ihnen erhalten. Sie sollte lieber sich im Spiegel und Dich anschauen. Dieses Verschauen lass ich mir gefallen.“ (1)

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie

Sophie setzte sich durch, die Papageien mussten die Räumlichkeiten verlassen. Elisabeth war aufs äußerste betrübt.

Sophie nahm darauf wenig Rücksicht und hielt die junge Frau an, sich in der Öffentlichkeit mit dem Bauch zu zeigen.

Das Volk solle die stolze schwangere Kaiserin sehen.

Elisabeth wollte fliehen, sie weinte beinahe Tag und Nacht. 

Selbst die Geburt ist seitens Sophie dokumentiert. Sie schrieb in ihr Tagebuch:

„Sisi hielt die Hand meines Sohnes zwischen den ihren und küßte sie einmal mit ihrer lebhaften und respektvollen Zärtlichkeit; das war so rührend und machte ihn weinen; er küßte sie ohne Unterlaß, tröstete sie und klagte mit ihr und schaute mich bei jeder Wehe an, um zu sehen, ob ich damit zufrieden war. ….. Endlich nach einigen guten und langen Wehen kam der Kopf und gleich danach war das Kind geboren.“ (2)

Obwohl Ludovika zur Geburt „eingeladen“ wurde, ließ sie den Vortritt ihrer verehrten Schwester.

Kaiserin Elisabeth wurde nach Schloss Laxenburg gebracht, wo die Geburt auf Hochtouren vorbereitet wurde. 

Am 5.3.1855 um 3.00 Uhr nachts kam schließlich die kleine Sophie Friedericke Dorothea Maria Josepha Erzherzogin von Österreich zur Welt.

Ihr Name ist nicht wie so oft, ein Alleingang von Erzherzogin Sophie, sondern ein durchaus übliches Handeln bei den kaiserlichen und königlichen Familien. So wurde immer der Name der Großmutter weitergegeben, erst im weiteren Verlauf die eigentlichen „neuen“ Namen.

Fotos: Wikimedia/Commons, Stammbaum: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra (vormals Sternenkaiserin)
Foto: Wikimedia/Commons
Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth, Erzherzogin Sophie und die kleine Gisela

Doch auch gleich nach der Geburt gab es wieder Streit.

Sophie wollte sich um die kleine Erzherzogin selbst kümmern. Sie bestand darauf, dass das Kinderzimmer in ihren Wohntrakt verlegt wurde. Elisabeth musste sich anmelden, um ihre Tochter besuchen zu dürfen.

Eigenartig ist, dass Sophie Elisabeth verbat ihren Säugling zu stillen, immerhin stillte sie selbst ihren Franzi. Etwas, dass zu dieser Zeit im Hochadel kaum jemand tat.

Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Sophie Friedericke

Elisabeth wurde quasi das Kind entrissen, was eine große Bestürzung bei ihr auslöste. Sie beschwerte sich lautstark bei Franz Joseph. Es half aber leider nichts.

Die kleine Erzherzogin verblieb in der Obhut ihrer Großmutter, die diese wie einen Kelch herumreichte und allen Besuchern des Schlosses zeigte.

Permanent war um das kleine Mädchen irgendwer herum. Es ist verwunderlich, denn als Franz Joseph noch „Franzi“ war, wurde er von Sophie richtiggehend abgeschottet und teilweise sogar versperrt.

Nach der Geburt von Gisella(*), stellte sich Elisabeth quer. Sie verlangte die Kinder umgehend zurück. Sie sollten in die Radetzky-Räume verlegt werden.
(Anmerkung Petra: Erzherzogin Gisella wurde erst mit der ihrer Hochzeit zu Gisela)

In einem langen Brief erklärte Franz Joseph seiner Mutter die Gründe. Im Prinzip ging es Elisabeth nur um die Wintermonate. Im Sommer verbrachte man die Zeit in Laxenburg, während Sophie in Schönbrunn war. Franz Joseph setzte sich gegen seine Mutter durch. Sophie und Gisella zogen in die gewünschten Räume.

Sophie galt als glückliches, lebhaftes Mädchen, das gerne gluckste und ihre Zehen in den Mund steckte, wie Kaiser Franz Joseph amüsiert an seine Mutter schrieb. Als sie zu Laufen begann, erkundigte sie gerne das Schloss. 

1857 beging Kaiserin Elisabeth einen fatalen Fehler, den sie Zeit ihres Lebens bereuen sollte.

Sie entschied sich bei der geplanten Ungarnreise die Kinder mitzunehmen. Erzherzogin Sophie zeterte, Kaiserin Elisabeth setzte sich jedoch durch.

Am 4. Mai 1857 fuhr die kaiserliche Familie nach Ofen, wo vor allem Elisabeth huldvoll empfangen wurde.

Die Menschen lagen ihr zu Füßen. Sie spürte sofort eine Verbundenheit mit diesen überaus freundlichen Menschen. Sie verliebte sich augenblicklich in Land und Leute.

Doch der Schein trügte. Gisella bekam Fieber und Durchfall. Sophie erkrankte ebenso. Dr. Seeburger diagnostizierte „Zahnen“ und tat die Beschwerden ab; er befand Elisabeth als „hysterisch“. Wie fatal diese Fehlentscheidung war, stellte sich bald heraus.

Es ist nicht überliefert ob Sophie an der Ruhr oder an Typhus litt, jedoch erkrankte sie so schwer, dass sie nichts mehr behalten konnte. Ihr Körper magerte ab, sie wand sich vor Schmerzen und Erschöpfung.

Am 29.5.1857 verlor die kleine Sophie den Kampf und starb in den Armen ihrer gramgebeugten Mutter. Sie wurde nur 2 Jahre alt. 

Foto: Wikimedia/Commons 
Lithographie Josef Kriehuber
Dieses Bild hing über dem Bett von Kaiserin Elisabeth. Es zeigt im Bild die kleine Erzherzogin Sophie, im Arm hält Kaiserin Elisabeth Kronprinz Rudolf, daneben stehend Erzherzogin Gisela.

Elisabeth überwand den Tod der kleinen Sophie nie. Wie sehr sich Kaiser Franz Joseph mit der Kleinen verbunden fühlt, zeigte erst der Tod von Kaiserin Elisabeth. Diesen Schmerz hielt Marie Valérie in ihrem Tagebuch fest.

20. – 22.September 1898 „Mit Papas Gutheissung wird Mamas Toilettenzimmer in der Villa Hermes mit all den gewohnten Sachen hergerichtet… Erinnerungen tauchen auf – längst vergangenes Weh – auch an das baby, das ihr vor mehr als 40 Jahren vorangegangen, nach denen Papa jetzt fragt, die er aufbewahrt wissen und doch nicht sehen will Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich ihn vom „baby“ sprechen hörte…“ (3)

Erzherzogin Sophie machte Elisabeth schwere Vorwürfe. Es wird mit ein Grund gewesen sein, warum sie den Kampf gegen Sophie in der Erziehung von Gisella und Rudolf abgab.

Die Kinder übersiedelten wieder zu Erzherzogin Sophie. Zu Gisella und Rudolf hatte Elisabeth Zeit ihres Lebens ein sehr angespanntes und distanziertes Verhältnis.

Erzherzogin Sophie Friedericke ruht in der Kapuzinergruft. Bei der letzten Renovierung wurden die sterblichen Überreste von Sophie, gemeinsam mit anderen Kindern, in einem Mauerabteil beigesetzt.

Eine gemeinsame Grabplatte erinnert an die toten Kinder. Wer genau liest, wird auch den Namen von Maria Anna entdecken. Sie war die Schwester von Kaiser Franz Joseph. Der Beitrag zu ihr, kann hier nachgelesen werden. 

Am 31.5.1894 besuchte Kaiser Franz Joseph die Plitvicer Seen in Kroatien. Er genehmigte durch seine Unterschrift, dass entlang der Seen ein Weg nach dem Namen seiner Tochter Maria Dorothea benannt werden darf. Noch heute heißt der Weg schlicht „Dorothea Weg“.

– Petra – 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Rechtliche Hinweise:

Textrechte: Petra
Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra 
Stammbaum: Petra


Literatur Hinweise:

1 – S. 233
Anna Ehrlich, Christa Bauer
Erzherzogin Sophie Die starke Frau am Wiener Hof
Amalthea Verlag, 1. Ausgabe, 2016

2 – S 19
Martha Schad
Kaiserin Elisabeth und ihrer Töchter
Piper Verlag, Ausgabe 1999, TB Ausgabe


3 – S 313/4
Erzherzogin Marie Valérie
Martha Schad als Herausgeberin
Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth
Piper Verlag, 7. Auflage, 2013