Augustin de Iturbide y Green

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Augustin de Iturbide y Green

Augustin de Iturbide y Green wurde am 2.4.1863 in Mexiko Stadt geboren. 

Sein Vater war Don Ángel Maria de Iturbide y Huarte. Seine Mutter die Amerikanerin Alice Green.  

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Don Ángel Maria de Iturbide y Huarte, leiblicher Vater

Als Max das Kaiserreich übernahm (1863) bat er Kaiser Augustin um 2 seiner Enkel, damit er seine Thronansprüche weitervererben konnte. 

Die ärztliche Bestätigung, dass Erzherzog Max zeugungsfähig war, wurde bereits vorgelegt. Angeblich bat Max seinen Bruder Erzherzog Karl Ludwig um einen seiner Söhne, die er für das Erbe des Thronanspruches brauchte, was dieser aber ablehnte. So wand er sich an Kaiser Augustin. 

Kaiser Maximilian war ein Bruder von Kaiser Franz Joseph. Er wurde unter dem Namen Ferdinand Maximilian Erzherzog von Österreich geboren. 

Am 16.9.1865 wurde das kaiserliche Dekret unterzeichnet unterzeichnet und so adoptierten Max und Charlotte Salvator und dessen Cousin Augustin de Iturbide y Green (Bericht folgt) mit allen Rechten und dem Titel „Hoheit“. 

Salvator war 16 und Augustin 2 Jahre alt, als sie neue Eltern bekamen. 

Das hatte nichts mit Liebe und Zuneigung zu tun, sondern galt einfach nur, um den Thron und das Erbe zu sichern. 

Er wurde damit der Neffe von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Erzherzogin Charlotte und Erzherzog Ferdinand „Max“

Erzherzogin Charlotte von Österreich, war eine geborene Prinzessin von Belgien, Tante von Kronprinzessin Stephanie und Louise Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, sowie Schwester vom gefürchteten König Leopold II von Belgien (Teufel von Kongo). 

Kaiser Maximilian wollte damit seine unliebsame Herrschaft in Mexiko legitimieren. Er setzte den 2jährigen deshalb auch als Thronerben ein. Sein Titel wurde zu „Principe de Iturbide“. Die Anrede lautete „Seine Hoheit“. 

Leider half diese Adoption trotzdem nichts. Am 19.6.1867 wurde Kaiser Maximilian standrechtlich erschossen. Kaiserin Carlota floh nach Europa zurück, wo sie dem Irrsinn verfiel. 

Noch vor der Hinrichtung von Max schickte er den 4jährigen mit seinen Erziehern nach Havanna und sorgte dafür, dass er seinen leiblichen Eltern zurück geführt wird. 

Mit seinen leiblichen Eltern floh er von Havanna zuerst nach England und später in die Vereinigten Staaten. 

Als Jugendlicher verzichtete Augustin auf all seine Ansprüche und durfte wieder nach Mexiko zurück. Er diente sogar zeitweilig in der mexikanischen Armee, als er 1890 den amtierenden Präsidenten Portfirio Díaz kritisierte, wurde der Prinz hart bestraft. Augustin wurde verhaftet und schließlich für immer aus dem Land verwiesen. 

Luis Hernandez via findagrave.com
Familiengrab, Augustin de Iturbide y Green, Saint John the Evangelist Church Cemetery, Washington D.C

1894 ehelichte er die Engländerin Lucy Eleanor Jackson (kein Foto bekannt). Die Ehe blieb kinderlos. 1914 reichte Augustin die Scheidung ein. 

1915 ehelichte er die Amerikanerin Mary Louise Kearney (kein Foto bekannt) mit welcher er nach Washington D.C. ging. Durch das fortgeschrittene Alter des Paares, blieb auch diese Ehe kinderlos. 

Augustin de Iturbide y Green starb 61jährig am 3.3.1925, knapp vor seinem 62. Geburtstag, in Washington D.C. Er ruht im Familiengrab am Saint John the Evangelist Church Cemetery in Washington D.C. 

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
Fotorechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra, Luis Hernandez via findagrave.com


Literatur Hinweis:

The New York Times
4 May 1890
Prince Augustin Yturbide: Most of His Life Spent in Washington

Königin Elisabeth von Rumänien bzw. als Carmen Sylva

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Königin Elisabeth von Rumänien, Carmen Sylva

Elisabeth Pauline Ottilie Luise Prinzessin zu Wied, bekannt als Königin Elisabeth von Rumänien bzw. als Carmen Sylva wurde am 29.12.1843 auf Schloss Monrepos bei Neuwied/Rhein geboren. 

Ihr Vater war Fürst Hermann zu Wied. Ihre Mutter Prinzessin Marie von Nassau-Weilburg. 

Elisabeth schrieb schon früh Gedichte und wurde von ihren Eltern diesbezüglich auch sehr gefördert. Niemand geringerer als Clara Schumann gab ihr Klavierunterricht. Ihr Hauslehrer Georg Sauerwein unterstützte sie bei ihren Schriften. Er selbst nannte sich „Sylvaticus“, wovon sie ihr Pseudonym Sylva ableitete. 

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König Karl I von Rumänien

Am Berliner Hof lernte sie Prinz Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen kennen und lieben. 1869 heirateten die beiden und zogen nach Bukarest. Das einzige Kind, Tochter Maria, starb 3jährig 1874. 

Den Tod der Tochter verkraftete Elisabeth nur schwer. Sie verarbeitete diesen in zahlreichen Gedichten und Liedern. 

1881 wurde Karl zu König Karl I von Rumänien; Elisabeth somit zur Königin. 

Ihre schriftstellerische Tätigkeit war mittlerweile bekannt, weshalb sie vom Volk die „dichtende Königin“ genannt wurde. 

Gemeinsam mit ihrer Freundin Mite Kremnitz, welche sie zur Hofdame machte, schrieb sie Gedichte, Romane, Märchen und Kinderbücher. 

Ihre Bücher wurden so gut wie nie kritisiert. Einer ihrer Gedichtbände wurde von der Académie français aufgenommen. 

Ab 1884 verband sie eine innige Freundschaft zu Kaiserin Elisabeth. Diese beneidete die Freundin heimlich für ihr Autorendasein. 

1888 wurde Elisabeth für Geisteskrank erklärt: König Karl verbannte einer ihrer Hofdamen aus politischen Gründen nach Italien. Königin Elisabeth ließ sich diese Behandlung ihrer Hofdame nicht gefallen und reiste hinterher. Um einen Skandal zu vermeiden, wurde die Königin für Geisteskrank erklärt. 

Elisabeth brach mit ihrem Mann und kehrte nicht mehr nach Bukarest zurück. 

Nur durch das Zureden ihres Geistlichen Ludwig Schueller versöhnte sie sich mit ihrem Mann wieder und reiste 1894 wieder nach Bukarest zurück. 

Zum 25. Hochzeitstag wurde deshalb nicht nur landesweit der Hochzeitstag, sondern auch die Rückkehr der genesenden Königin gefeiert. 

Elisabeth engagierte sich auch sozial. Zahlreiche Schulen und Krankenhäuser wurden auf ihr Geheiß erbaut. Sie veranlasste den Bau einer Handarbeitsschule, wo die berühmte rumänische Trachten-Stickerei gelehrt werden sollte. Sie selbst trug sehr häufig die rumänische Tracht. 

Königin Elisabeth, Carmen Sylva starb 73jährig am 2.3.1916 in Bukarest. Sie ruht in Curtea de Arges. 

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
Bildrechte: Wikimedia/Commons


Literatur Hinweis:

Elisabeth Heimpel
Carmen Sylva
Neue Deutsche Biographie, (NDB), Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957

Maria Sidonie Ludovica Prinzessin von Sachsen

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Maria Sidonie Ludovica Prinzessin von Sachsen

Maria Sidonie Ludovica von Sachsen, genannt Sidonie wurde am 16.8.1834 in Dresden im Schloss Pillnitz geboren. 

Ihr Vater war Prinz Johann von Sachsen, ab 1854 König Johann von Sachsen. Ihre Mutter Amalie Auguste Prinzessin von Bayern. 

Amalie Auguste war eine Schwester von (Erzherzogin) Sophie und (Herzogin) Ludovika und die Zwillingsschwester von Elisabeth (von Preußen). 

Sidonie war somit die Cousine von (Kaiser) Franz Joseph, (Kaiserin) Elisabeth und (König) Maximilian II von Bayern. 

Sidonie wurde 1853 von Erzherzogin Sophie als Heiratskanditatin für Kaiser Franz Joseph ausgesucht. Franz Joseph lehnte sie allerdings ab. Sie habe ihm nicht gefallen. 

Ebenfalls 1853 hielt Prinzregent Friedrich um Sidonies Hand an. Doch ihr Vater lehnte den Heiratsantrag ab, da Friedrich einer anderen Konfession angehörte. 

1855 warb König Viktor Emanuel II von Sardinien-Piemont um die Prinzessin. Auch dieser Kanditat wurde von König Johann abgelehnt. 

1857 versuchte es letztmals Jérome Napoleon (ein Cousin von Napoleon III). Doch auch dieser wurde von König Johann nicht akzeptiert. 

Prinzessin Sidonie starb 27jährig unverheiratet am 1.3.1862 um 7.30 Uhr an Typhus. Sie wurde in der „Großen Gruft in der Katholischen Hofkirche“ beerdigt. Ihr Cousin König Maximilian II rief eine 14tägige Staatstrauer aus. 

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
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Literatur Hinweis:

Michaela Vocelka, Karl Vocelka
Franz Joseph I.: Kaiser von Österreich und König von Ungarn
C.H. Beck, 2015

Louise Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha

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Louise Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha

Louise Marie Amélie Prinzessin von Belgien, bekannt als Louise Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha wurde am 18.2.1858 in Laeken geboren. 

Ihr Vater war König Leopold II von Belgien. Ihre Mutter Marie Henriette Erzherzogin von Österreich. 

Das Paar war sich im gegenseitigen Hass zugeneigt. Das endete darin, dass Leopold permanent fremd ging und Henriette ihre Kinder quälte. Verschont blieb Thronfolger Leopold, der allerdings 10jährig an einer Lungenentzündung starb und Nesthäcken Clementine, der ganze Stolz des Vaters. 

Das Paar erzog ihre Kinder nicht wie Königskinder, sondern wie Kinder aus der untersten Bürgerschicht. Sie quälten diese bis aufs Blut. Waren schon vor dem Tod Leopolds Louise und Stephanie Ziel von Henriettes Gewaltattacken, so wurden diese nach dem Tode grausamer und schlimmer. 

‼️ ACHTUNG – TRIGGERWARUNG – KINDESMISSBRAUCH! ‼️

Im Sommer mussten sie um 5.00 Uhr früh, im Winter um 6.00 Uhr aufstehen. Waschen durften sich die beiden Jahr ein, Jahr aus nur mit eiskaltem Wasser, das diente der Abhärtung. Da ihre Zimmer im Winter nicht geheizt wurden, gefror im Winter das Wasser in den Kannen, dann hatten die Mädchen Pech und durften sich gar nicht säubern. 

Sie mussten sich ihre Betten selbst machen, sich selbst anziehen und die Möbel, die vom Sperrmüll waren, selbst abstauben. Half ihnen ein Bediensteter, wurde dieser vor den Augen der Kinder gezüchtigt und entlassen. 

Jahrein Jahraus mussten die Kinder dasselbe Kleidungsstück tragen,  ein sackähnliches Kleid, welches bis zu den Knöcheln ging und mit einem Ledergürtel zusammengehalten wurde. 

Um 7.30 Uhr erschien Königin Marie Henriette der sofort die Hände geküsst werden mussten. Dabei bekam jede Tochter eine schallende Ohrfeige, Vorhaltungen und Ermahnungen. Danach ging es zum gemeinsamen Frühstück. Während sich der Elterntisch bog, bekamen die Kinder kaum etwas zu essen. 

Wurde ihnen Obst oder Süßigkeiten angeboten, mussten die Kinder  dieses ablehnen, da sie Beherrschung lernen mussten. Die Eltern machten sich einen Spaß daraus. Louise aß unglaublich gerne Pfirsiche, welche in den Treibhäusern in Schloss Laeken wuchsen. Eines nachts schlich sie sich hinaus und stahl von einem Pfirsichbaum einen Pfirsich, den sich inmitten des Baumes fand. Am nächsten Tag wurde sie von ihrem Vater schwer verprügelt. Er hatte die Pfirsiche auf den Bäumen gezählt und wusste genau, dass einer fehlte und das Louise ihn gestohlen hatte.

An Ostern und Weihnachten wurden die Mädchen mit Obst und Süßigkeiten beschenkt, allerdings mussten sie den Großteil an die Bediensteten ihrer Eltern abgeben. Gehorchten sie nicht oder versteckten sie etwas, setzte es Prügel von der Mutter. 

Am Vormittag mussten die Mädchen bei offenen Fenstern im ungeheizten Raum den Unterricht über sich ergehen lassen. Ihre von Frostbeulen überzogenen Fingern waren so klamm, dass sie kaum schreiben konnten. Ihre Lehrer waren dazu angehalten, sie trotzdem mit dem Rohrstab oder mit der Rute zu züchtigen. Besonders der Klavierlehrer liebte es Louise und Stephanie mit dem Lineal auf die Frostbeulen zu dreschen. 

Reichte diese Härte und Disziplinarstrafen nicht aus, mussten noch härtere Strafen her. Dann mussten die Mädchen stundenlang, mit einer Aufsichtsperson im Raum auf Erbsen knien oder wurden für 3 Stunden in der Finsternis zwischen zwei Doppeltüren eingesperrt. Ihre hysterischen angsterfüllten Kinderschreie waren im ganzen Schloss zu hören, doch niemand half den gequälten Kinderseelen. 

Die Kinder hatten nichts als Angst vor der Mutter und ihrem Vater. Besonders Louise hing sehr an ihrer Schwester Stephanie, die noch härtere Strafen abbekam, als sie selbst. Hatte eine der Schwestern ein Lieblingsteil aus einem alten genähten Stofffetzen oder eine Lieblingsbeschäftigung für sich entdeckt, wurde ihnen dieses sofort entrissen und verboten. Selbstverständlich mit der dazugehörigen Züchtigung.

Um 18.30 Uhr hatten die Kinder ihrem Vater die Hände zu küssen, was dieser ohne einem Funken an Emotion über sich ergehen ließ. Bis zum Zubettgehen der Eltern hatten die Kinder stumm im Raum zu stehen und zu warten, bis man ihnen einen Wink gab und sie sich entfernen durften. 

‼️ – TRIGGERWARNUNG ENDE – ‼️

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Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha

Mit 6 Jahren lernten die Kinder reiten und 1x Jahr fuhr die Königin mit ihren Kindern auf Wallfahrt nach Hall oder Montaign. Zuvor wurden diese herausgeputzt, denn der Schein musste gewahrt bleiben. Kaum zu Hause, ging der Terror für Louise und Stephanie erneut los. 

1873 wendete sich das Blatt für Louise, als sie verheiratet werden sollte. Den ersten Brautwerber Friedrich Prinz Hohenzollern lehnte König Leopold II ab. Den zweiten Brautwerber, den um 14 Jahre älteren, Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha nahm Leopold an. 

Doch hinter Philipps Besuch steckte ein ganz anderes Ziel. Marie Henriette und Philipp hatten eine heimliche Affäre und dieser war gekommen, um seine Geliebte aufzufordern Leopold zu verlassen. Obwohl Henriette ihren Mann hasste wie die Pest, scheute sie den öffentlichen Skandal und bot ihm stattdessen Louises Hand an. 

Am 25.3.1874 wurde Verlobung, am 4.2.1875 die standesamtliche Trauung und 18.2.1875 die kirchliche Zeremonie gefeiert. Louise, die in Brüssel „Rose aus Brüssel“ genannt wurde, war eine unglaubliche Schönheit und 17 Jahre alt, als sie den Geliebten ihrer Mutter ehelichen musste.

Für alles was später in ihrem Leben passierte, machte sie die unaufgeklärte Welt ihrer Zeit mitverantwortlich. In ihrer eigenen Biographie, beschrieb sie ihre misslungene Hochzeitsnacht so, dass sie bestürzt, geschändet und befleckt wieder erwachte. Vor lauter Angst und Scham vor Philipp floh sie mit dem Schlafhemd und nackten Füßen mitten im Winter zu den Triebhäusern in Laeken und ließ nach ihrer Mutter rufen. 

Ihre Kammerfrau führte sie in ihre Gemächer zurück und ihre Mutter weihte sie in die Kunst der weiblichen Liebe ein und erklärte ihr nun, dass sie zu wollen habe, wann immer Philipp wolle und tun müsse, was er verlangte. Sie versprach ihrer Mutter von nun nicht mehr so kindisch sein zu wollen. 

Ihr späterer Geliebter Geza notierte allerdings in seiner Biografie, dass ihr vom ersten Augenblick an vor Philipp graute. Sie empfand Ekel und Abscheu vor ihm und die Hochzeitsnacht verschlimmerte alles nur noch. Als sie dann nach ihrer Hochzeitsreise ins Wiener Palais kamen und sie dort im Schlafzimmer extrem grauenhafte pornografische Bilder vorfand und er ihr erörterte, diese Stellungen mit ihr noch vorzuhaben, floh sie weinend aus dem Schlafgemach. 

Kaum in Wien angekommen, zeigte sich in Wien zudem Philipps rasende Eifersucht. Louise war sehr schön, was natürlich auch der Hocharistokratie der Wiener Gesellschaft nicht verborgen blieb. Während die Frauen eiferten, sahen ihr die Männer hinterher. Der 19jährige Kronprinz Rudolf konnte kaum die Augen von ihr abwenden und der sonst eher Männern zugewandte Erzherzog Ludwig Victor „Luziwuzi“ wollte unbedingt eine Affäre mit ihr. Auf den Hofbällen zum Tanz aufgefordert, lehnte Philipp aus Eifersucht alle Tänze ab. Louise reichte es bald und tanzte bald mit einem ungarischen Husar, was beinahe zum Eklat mit Philipp führte. Nur Kronprinz Rudolf löste die Sache souverän. Er forderte die Schöne zum Tanz auf und der Kronprinz weit über Philipp stand, durfte sich dieser mit ihm nicht anlegen. Später wurde Philipp der beste Freund von Rudolf. 

Warum überhaupt die von Gothas am Wiener Hof Ein und Aus gingen und zur Wiener Gesellschaft gehörten erörtere ich am Todestag von Philipp von Sachsen-Coburg und Gotha. 

Trotz aller Abscheu bekam Louise 2 Kinder. Prinz Leopold 1878 und Prinzessin Dorothea 1881. Mit Leopold hatte Louise Zeit ihres Lebens kein allzu gutes Verhältnis. Dora war ihr ganzer Halt und ihre große Liebe.

Sie hatte von 1883-1888 eine Affäre mit dem Adjutanten Daniel Baron d‘Ablaing van Giessenburg ihres Mannes. Als dieser starb, unterhielt sie bis 1895 eine Affäre mit dessen Nachfolger Miklós Dōry Baron de Jobahaza. Eine verhängnisvolle Begegnung im Stadtpark, sollte ihr ganzes Leben verändern. Sie lernte Geza Graf von Mattachich kennen und lieben. 

Am 1.11 1896 flog die Beziehung zu Geza auf. Das Paar logierte im Sacher und zufällig war auch Ludwig Victor anwesend. Da Luziwuzi nie bei Louise landen konnte, berichtete dieser eifersüchtig und mit spitzer Zunge den Vorfall seinem Bruder Kaiser Franz Joseph. Dieser tobte. 

Philipp trat nicht für seine Frau ein, weshalb ihn Louise 1897 verließ. Sie lebte nun eine offfene Beziehung mit Geza. Sie machten horrende Schulden, da beide über ihre Verhältnisse lebten. 

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Geza Graf Mattachich

Kaiser Franz Joseph befahl Prinz Philipp sich mit Graf Mattachich zu duellieren. Dabei wurde Philipp schwer verletzt (ihm wurde mit dem Schwert die Handsehne durchtrennt), aber nicht getötet. Die Wiener Gazetten berichteten von dem Duell und der anschließenden Genesung. 

Kaiser Franz Joseph ließ Louise im Mai 1898 in Kroatien verhaften und in die Irrenanstalt in Döbling einweisen. Ihre Diagnose lautete „intellektuelle und moralische Minderwertigkeit“. 

1899 wurde sie von Prof. Richard Krafft-Ebing für schwachsinnig erklärt und unter Kuratel gestellt. Sie durfte die Klinik nie wieder verlassen und wurde dazu nach Dresden in die Anstalt „Lindenhof“ gebracht. 

Geza traf es genauso schlimm: Er wurde verhaftet, der Adelstitel aberkannt und 6 Jahre zu schwerem Kerker verurteilt. 

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Prof. Richard Krafft-Ebing

1902 kam er frei. 1904 veröffentlichte er seine Memoiren, die ihm viel Presserummel und dem Kaiserhaus den Unmut der Öffentlichkeit einbrachte. 

Foto: lokalgeschichte.de
Privat-Irrenanstalt Lindenhof, Dresden

Aufgrund des Druckes der Öffentlichkeit, durfte Louise endlich unter Kuratel zwar, aber dennoch auf Kur fahren. Dort gelang Geza mit Hilfe zweier Fluchthelfer die Befreiung von Louise. Sie flohen nach Frankreich, wo sie sofort ein Gegengutachten anstrebten. Am 28.6.1905 wurde sie vom Obersthofmarschallamt aus dem Kuratel enthoben. 

1906 ließ sich Louise von Philipp scheiden. Louise wurde von ihren Eltern verstossen und König Leopold sprach ihr ein lebenslanges Betretungsverbot für Belgien aus. 

Geza und Louise ließen sich in Baden bei Wien nieder, verschuldeten sich aber wieder, so dass ihre Gläubiger erneut ein  Kuratel „der Verschwendung“ anstrebten. 

Im 1. Weltkrieg wurde Geza verhaftet und in ein Internierungslager gebracht. Louise wurde des Landes verwiesen, weshalb sie zuerst nach Dresden, dann nach Ungarn floh. 

Foto: Colson Michel via findagrave.com
Grab von Louise von Sachsen-Coburg

1919 wurde sie von Bolschewiken wegen angeblicher Spionage verhaftet und zum Tode verurteilt. 6 Tage lang musste sie von ihrer Zelle aus den zahlreichen Erschießungen zuhören. Béla Kun begnadigte sie schließlich. 

Zurück in Wien, traf sie wieder auf Geza. Die beiden ließen sich im Parkhotel Schönbrunn nieder, wo sie aber wieder wegen Schulden rausflogen. Das Paar zog nach Paris, wo Geza schließlich 1923 starb. Sie zog ruhelos durch Frankreich und landete 1924 schließlich wieder in Deutschland. 

Louise von Sachsen-Coburg starb am 1.3.1924 völlig verarmt 66jährig in Wiesbaden. Sie ruht am Südfriedhof in Wiesbaden. 

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
Fotorechte: Wikimedia/Commons, Colson Michel/findagrave.com, lokalgeschichte.de


Literatur Hinweis:

Louise von Sachsen-Coburg
Throne, die ich stürzen sah
Amalthea, Wien, 1926

Geza Mattachich
Aus den letzten Jahren Memoiren von Geza Mattachich
Kultur-Verlag, Leipzig 1904

Maria Matray, Answald Krüger
Die Liaison,
Scherz Verlag, Bern/München 1973

Gerd Holler
Louise von Sachsen-Coburg. Ihr Kampf um Liebe und Glück
Amalthea, Wien 1991

Schloss Wallsee – Erzherzogin Marie Váleries Wohnort

Foto: Prinz Barbara
Schloss Wallsee

Vorwort Petra:

August 2018, als wir gerade einmal 8 Monate als Sternenkaiserin zusammen waren, plante ich eine Reise durch Niederösterreich. Es war eine 4-Schlösser Tour.

Begonnen hatte die Tour mit Schloss Wallsee, später ging es am selben Tag weiter zum Wasserschloss Totzenbach.

Tags darauf fuhren wir zum Renaissanceschloss Greillenstein und wieder einen Tag später zum Schloss Ruegers, dass uns bis in den September 2020 begleiten sollte.

Immer wieder waren wir im Letzteren zu Gast. Mittlerweile gibt es das Schloss Ruegers genauso nicht mehr, wie uns. Schloss Ruegers schloss zwar 2019 seine Pforten, ließ uns aber immer wieder shooten, das letzte Mal im September 2020. Im April 2021 trennten wir uns, im September 2021 wurde Schloss Ruegers verkauft.

Seit dem gibt es im Internet statt die Sternenkaiserin, die Mythos Kaiserin Elisabeth Seite. Die Beiträge zu den restlichen Schlössern habe ich gelöscht, da die mit Kaiserin Elisabeth nichts gemeinsam hatten.

Auch wenn im Renaissanceschloss Greillenstein eine gebürtige Elisabeth Prinzessin von Bayern, verheiratete Elisabeth Gräfin von Kuefstein lebt, hat das Schloss per se nichts mit Kaiserin Elisabeth zu tun. Gräfin Kuefstein stammt im übrigen von der Linie Erzherzogin Marie Valérie ab.

Schloss Wallsee hat deshalb etwas gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth, da hier ihre Tochter Erzherzogin Marie Valérie mit ihrem Mann lebte.

Ich erspare euch die Einzelheiten zu Bauzeit, Bauherren und Grundrissen. Diesen Teil des Beitrages von Sabine habe ich gelöscht. Fakt ist, 1895 kaufte Erzherzog Franz Salvator das Schloss von Alfred Herzog Sachsen-Coburg und Gotha, da das Wasserschloss Lichtenegg in Wels aus allen Nähten platzte.

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Schloss Lichtenegg, Wels

Bei 4 Kindern stand Kaiserin Elisabeth an Valéries Seite.

Sabine Rossegger ehemalige Sternenkaiserin:

Das Schloss war allerdings nicht im besten Zustand, als es Franz kaufte.

MarieValerieFranzSalvator
Foto: Wikimedia/Commons
Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator

Das gesamte obere Geschoß war zu dem Zeitpunkt unbewohnbar, im Westteil des Schlosses waren alle Decken und Gewölbe in derart schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr zu retten waren und daher erneuert werden mussten.

Ebenso mussten alle Fenster, Fußböden, Türen und die Holzstiege repariert werden, so auch das Dach. Der gesamte heutige Verputz wurde damals aufgebracht.

2 Jahre lang wurde das Schloss renoviert, bevor Erzherzogin Marie Valerie (*22.4.1868,†6.9.1924) und Erzherzog Franz Salvator (*21.8.1866, †20.4.1939) und die immer größer werdende Familie am 4.9.1897 einzogen.

Die Bevölkerung des kleines Ortes freuten sich sehr über den Zuzug, galt die Kaisertochter für wohltätig und wohlwollend der Bevölkerung gegenüber.

Bald schon hatte sie den Beinamen

„der Engel von Wallsee“

Als Kaiserin Elisabeth das erste Mal zu Gast war, beschrieb dies Hofdame Irma Gräfin von Sztáray (*10.7.1863,†3.9.1940) wie folgt: 

„Am 28. September (1897) verließen wir Meran und waren am nächsten Morgen in Wallsee, im neuen Heim der Erzherzogin Valérie. Die erzherzogliche Familie war erst vor kurzem hierher übersiedelt und es ist daher natürlich, dass die Kaiserin das herrliche Schloß und dessen Einrichtung mit größtem Interesse und auf das eingehendste besichtigte.
Wallsee übertraf alle unsere Erwartungen. Unser kurzer Aufenthalt war ein würdiger Abschluß dieser mit mancherlei angenehmen Erinnerungen verknüpften Reise, für deren prächtigen Erfolg am besten die freudige Überraschung sprach, die Seine Majestät bekundete, als er im Ofener Bahnhofe meine teure Kaiserin von mir übernahm.“
(1)

Das Schloss befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Habsburg-Lothringen und wird auch von ihr ständig bewohnt.

Zur Zeit von Ing. Andreas & Margaretha Habsburg Lothringen (Ur-Enkelin von Marie Valérie und Ur-Ur-Enkelin von Kaiserin Elisabeth) und deren 3 Kindern.

Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich!

Foto: Prinz Barbara

Den Besuch in Wallsee hatte Petra bis ins letzte Detail geplant, die Kleiderauswahl, den Hut – ein Originalstück aus 1897, ja sogar der Schirm – alles war von ihr festgelegt und vorgeplant.

Nichts wurde dem Zufall überlassen und wurde auf das Jahr abgestimmt 1897 in dem die Kaisertochter nach Wallsee zog.



Als wir auf das schwere schmiedeeiserne Tor zuschritten, an dem weithin sichtbar die Wappen von Marie Valerie und Franz Salvator erkennbar sind, öffnete es sich uns wie von selbst.

Am Eingang wurden wir von Margaretha Habsburg-Lothringen der Ur-Ur-Enkelin von Marie Valérie und ihrem jüngsten Sohn Alexander begrüßt.

Wir spazierten durch den Garten die lange Auffahrt zum Schlosstor entlang, an deren rechten Seite ist noch die steinerne Reithalle erhalten.

Durch das große Haupttor des Burgturms, auf dessen großen Mosaik die Brüder Eberhard und Heinrich von Wallsee dargestellt sind, gelangten wir in den großen Innenhof des Schlosses.

Durch ein weiteres Tor gelangten wir in einen zweiten, kleineren Innenhof in dem sich heute noch die privaten Wohnräume der Familie befinden.

In einer Ecke dieses Innenhofes steht ein alter Brunnen, der an die Zeit erinnert, als noch mit Holzleitungen das Wasser ins Schloss transportiert wurde.

Betritt man das Schloss, glaubt man, die Zeit wäre stehen geblieben.

Foto: Prinz Barbara
Bisquitstatute von Gödöllö
Kaiserin Elisabeth
Foto: Prinz Barbara
Lebensgroß
Erzherzog Franz Salvator

Das zweite Schloss erinnert eher an eine Burg aus dem Mittelalter und so ist der Innenraum eher dunkel und das dunkle Mahagoni und die kleinen Fenster, durch das die Sonne drang, erhellten den Raum nicht sonderlich.

Im gesamten Gebäude ist die kaiserliche Familie allgegenwärtig.

Petra entdeckte sogar eine Statuette vom Denkmal aus Gödöllö.

Kaiser Franz Joseph ließ von den schönsten Denkmälern kleinere Repliken anfertigen und verteilte diese in der Familie und an seine engsten Vertrauten.

Foto: Prinz Barbara

Deshalb gelangen solche Statuetten auch immer wieder z.B. ins Dorotheum Wien.

Eine Vitrine mit Andenken an die Kaiserin erinnert an deren Besuche bei ihrer Tochter (Anmerkung Petra: aus Respekt zeige ich diese Fotos nicht).

Am oberen Treppenende erinnert ein lebensgroßes Gemälde an Erzherzog Franz Salvator.

Danach war unser Besuch auch schon wieder vorbei und wir verabschiedeten uns von Margaretha Habsburg, ihrem Mann Andreas und den Kindern, die nach und nach von der Schule nach Hause kamen.

Sabine Rossegger



Nachwort Petra:

Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter versuchte Valérie gemeinsam mit ihrer Schwester Gisela Prinzessin von Bayern (*12.7.1856,27.7.1932) den trauernden Kaiser zu trösten.

Er war gerne in Wallsee zu Gast war, um dort mit seinen Enkelkindern Zeit zu verbringen.

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Foto: Wikimedia/Commons
Die gesamte Familie; ca. 1905
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Foto: Wikimedia/Commons
Unterm Weihnachtsbaum in Wallsee, Zeitungsillustration, 1916

Am 10.12.1918 verstarb Erzherzog Franz Karl, der älteste Sohn von Valérie, im Schloss Wallsee an der Spanischen Grippe. Zuvor hatte sie ihn noch aufopferungsvoll gepflegt.

In der Entbehrungsreichen Nachkriegszeit half der „Engel von Wallsee“ der Bevölkerung wo sie konnte und versorgte diese mit Essen, Kleidung und Medikamenten.

Leider erkrankte sie selbst an Lymphdrüsenkrebs.

Erzherzogin Marie Valérie starb am 6.9.1924 im Kreise ihrer Familie in Wallsee. Sie ruht am örtlichen Friedhof von Sindelburg-Wallsee.

Sohn Theodor Salvator (*9.10.1899,8.4.1978) übernahm nach dem Tod seiner Eltern Schloss Wallsee. Seit dem ist es immer noch im Familienbesitz.


Erst ein Anruf des Heimatmuseumleiters von Wallsee und eines aufmerksamen Lesers meines Blogs, führten zufällig – zeitgleich (!) – zum gewünschten Ergebnis.

Im Ort Wallsee entdeckte ich ein Denkmal von Kaiser Franz Joseph, dass mich jahrelang zum Staunen brachte und sich erst im Jahr 2022 auflöste. Seit 2018 stand ein von mir gedrehtes Video falsch im Netz und obwohl ich auf dem Gemeindeamt von Wallsee nachfrug, was es mit dem „falschen“ Datum auf dem Kaiser Franz Joseph Denkmal auf sich hatte, bekam ich keine Antwort.

Auch Umfragen in nahegelegenen Geschäften, im Gasthaus usw. ergab kein Ergebnis.

Es gibt ein Kaiser Franz Joseph Denkmal mit dem „falschen Sterbejahr“.

In Wirklichkeit soll das ein Jubiläumsjahr gewesen sein, der in Wallsee mit einem Denkmal gefeiert wurde. Leider hat man es bis heute (!) versäumt eine Tafel mit der Erklärung aufzustellen. Die Menschen vor Ort wissen nichts (!) über das Denkmal und so glaubt jeder Besucher, dass dies das „falsche Sterbejahr“ anzeigt.

Schade, dass man bis heute diese Information nicht direkt beim Denkmal angibt.

Petra Schimbäck

Rechtliche Hinweise:

Vorwort + Nachwort + Layout: Petra Schimbäck
Recherchen: Petra Schimbäck
Text + Recherchen: Sabine Rossegger
Bildrechte: Prinz Barbara, Wikimedia/Commons, habsburger.net, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra


Literatur Hinweis:

1 – S 166,
Irma Gräfin von Sztáray
Aus den letzten Jahren der Kaiserin Elisabeth
Amalthea Verlag, 3te Auflage, 2005