Helene von Vetsera

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Helene von Vetsera

Helene Baronin von Vetsera, geb. Baltazzi wurde am 29.5.1847 in Marseille geboren. 

Ihr Vater war Theodore Baltazzi. Ihre Mutter Elizabeth Sarell. 

Sie kam aus einer Bankiersfamilie und wuchs in Konstantinopel auf. Sie galt als unermesslich reich und unglaublich schön. 

Foto: Wikimedia/Commons
Helene und Albin Vetsera

Dieser Reichtum und ihre Schönheit zog auch den österreichischen Diplomaten Albin Ritter von Vetsera an, der bei Hof um die Hand der jungen Helene bat und gleich mitteilte, dass diese aus reichem Hause kam. 

Die Hochzeit wurde erlaubt und so ehelichte am 2.4.1864 in Konstantinopel die 16jährige den um 20 Jahre älteren Albin und zog mit ihm nach Wien. 

Durch ihre Mitgift konnte sich das Paar ein Palais anmieten. Das Paar bekam 4 Kinder, wovon der erstgeborene Ladislaus (1865; Bericht folgt) und die drittgeborene Mary (1871) in die Weltgeschichte eingehen sollten. 

Helene hatte in Wien nur ein einziges Ziel: Sie wollte in der Hocharistokratie aufgenommen werden. Dazu war ihr jedes Mittel Recht. 

Da sie nicht adelig geboren war und ihr Mann erst 1870 den Titel eines Freiherrstandes erhielt, war dies ihre einzige Beschäftigung.

Um ihr Ziel zu erreichen, ließ sie sich auf zahlreiche Affären ein, u.a. mit Erzherzog Wilhelm. Obwohl die Adelswelt ihre Soireen stürmten (das Geld zog schließlich diese Herrschaften an), so rümpften sie über Helene dennoch ihre feinen Nasen. 

Ihre Brüder hatten es da etwas einfacher. Vor allem Alexander und Hector waren bald die Lieblinge der Frauen und der Reitgesellschaft, so gehörten diese zu den Reitfreunden von Kaiserin Elisabeth. Helene erhoffte sich über Alexander und Hector Zugang zu den höchsten Kreisen. 

Am 8.12.1881 ereilte sie der erste große Schicksalsschlag. Ihr 16jähriger Sohn Ladislaus kehrte nach dem Theaterbesuch nicht mehr zurück. Er war einer der zahlreichen Toten beim Ringtheaterbrand. 

Am 17.11.1887 starb ihr Ehemann Albin in Kairo. 

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Mary Vetsera

Ihr Bruder Alexander Baltazzi (Reitbegleiter und -freund von Elisabeth) wurde das Familienoberhaupt und Vormund der Kinder. 

Um ihr Ziel zu erreichen, machte sich Helene sogar an den 18jährigen Kronprinz Rudolf heran, den sie auf Schritt und Tritt verfolgte und bei jedem Ausritt auftauchte. 

Immer wieder taucht in der Literatur auf, dass Kaiser Franz Joseph mit Helene von Vetsera eine Affäre gehabt haben soll. Doch das konnte ich durch zahlreiche Nachforschungen widerlegen. 

Die Affäre soll, laut Historikern und heischenden Gazetten 1850 stattgefunden haben. 

Kaiser Franz Joseph war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt, Helene allerdings 3 (!) Jahre alt! 

Wie dies also jemals stattgefunden haben könnte (noch dazu wuchs Helene in Konstantinopel auf), ist genauso ein haushoher Schwachsinn, wie das Mary Vetsera eine uneheliche Tochter von Kaiser Franz Joseph war. 

Auch die angebliche Affäre zu dem 14jährigen Rudolf ist allenfalls eine Mär, allerdings lauerte Helene dem blutjungen Kronprinzen einmal auf und überreichte ihm ein Geschenk. 

Als er mit diesem nach Hause kam, echauffierte sich Kaiser Franz Joseph über diese impertinente Person lautstark und verbat dem gesamten Haus jeglichen Kontakt. Leider sollte es anders kommen. 

Ebenso absurd, ist immer wieder die seltsame Verschwörungstheorie, dass Kronprinz Rudolf der Vater von Mary und sich „das Vater-Tochter-Liebespaar“ deswegen töten musste. 

Ich frage mich wirklich, wie und warum man auf solche Geschichten kommt, ohne einmal Daten und Fakten zu überprüfen. 

Zurück zu den Fakten:

Mary kam am 19.3.1871 zur Welt, die nachgesagte Affäre soll aber mit dem 18jährigen Rudolf stattgefunden haben. 

Demnach 1876. 

Wie er also dann bereits 1870 das Kind gezeugt haben möchte, dürfen mir besagte Historiker gerne erklären. 

Kronprinz Rudolf war damals 12 Jahre alt und wurde – nach den Schriften seines Lehrers – erst mit 15 durch Fischzucht (!) aufgeklärt. 

Mit 18 wurde er den „hygienischen Damen“ am Wiener Hof zugeführt. 

Als ihre Kinder, vor allem ihr Lieblingskind Mary, in jenem Alter war, um bei Hofe eingeführt zu werden, wurde ihr allerdings von Kaiser Franz Joseph persönlich der Zutritt verwehrt. 

Da ihr Bruder Heinrich Baltazzi eine Affäre mit Marie Gräfin von Larisch hatte – diese war wiederum die Lieblingsnichte von Kaiserin Elisabeth – führten beide auf großem Wunsch von Mary Kronprinz Rudolf zu. 

Die Tragödie nahm seinen Lauf. Als Helene jedoch hinter das Verhältnis ihrer Tochter kam, zog sie einen Schlussstrich und ging mit ihr auf eine ausgedehnte Englandreise, um ihr die Flausen auszutreiben. 

Doch zu spät. Mary war unsterblich in Rudolf verliebt und nahm nach der Reise sofort wieder Kontakt auf. 

Das Unglück nahm seinen Lauf. 

Nach dem Todesdrama verständigte Kaiserin Elisabeth persönlich Helene. Die beiden unterhielten sich privat. 

Bisher wurde in beinahe jedem – vor allem neueren – Mayerling-Buch behauptet, dass Helene erst nach Wochen zum Grab ihrer Tochter durfte. 

Das ist nicht korrekt. 

Ich habe herausgefunden, dass Helene sofort nach Heiligenkreuz fuhr, um das Grab zu besuchen. Täglich legte sie Kamelien auf dieses. Obwohl Ministerpräsident Graf von Taaffe sie eindringlich bat, dies aufgrund der Belagerung der Journalisten, Fotografen, Kripo und tausenden Schaulustiger zu unterlassen, gehorchte sie nicht! 

Polizeikommissär Kraus bespitzelte Freiherrin von Vetsera und berichtete täglich an Graf Taaffe. 

=> die Berichte liegen mir mittlerweile vor, ich bitte um Geduld, bis ich all meine Forschungsergebnisse zusammengetragen habe und veröffentliche. 

Da Mary nur in einem einfachen Holzsarg auf die schnelle am 1.2.1889 begraben wurde (der gesamte Bericht darüber liegt mir zwischenzeitlich vor), gab sie einen ordentlichen Sarg und ein richtiges Grab in Auftrag. 

Ein gesamter Rundgang durch das Karmel Mayerling findet ihr in diesem Video:

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Daraufhin wurde ihre Tochter exhumiert, umgebettet und wieder in ihr Grab gelegt. 

Doch nach Mayerling war das öffentliche Leben der Familie Vetsera komplett vorbei. 

Sie wurde von Allen gemieden und verachtet. Obwohl sie immer beteuerte, dass nur einzig allein Marie von Larisch der Drahtzieher der Affäre zwischen Mary und Kronprinz Rudolf gewesen sei, wollte Kaiser Franz Joseph von diesem Gerede nichts (mehr) hören und stieß sie endgültig aus der Gesellschaft aus. 

All (!) ihre Kinder starben vor ihr. Ladislaus und Mary, wie im Bericht erwähnt. Tochter Hanna an Tuberkulose und Sohn Franz „Feri“ an der Ostfront im Ersten Weltkrieg. Sie wurde ein sehr einsamer Mensch, der sich nach und nach völlig isoliert in ihr Palais zurückzog. 

Marys Grab in Heiligenkreuz – in diesem Video findet ihr alle Informationen:

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Als der Erste Weltkrieg ausbrach verlor Helene durch die Inflation ihr gesamtes Vermögen und ihr gemietetes Palais. 

Helene Baronin von Vetsera starb 78jährig am 1.2.1925 völlig verarmt in Wien. Sie ruht im Grab ihres Sohnes Franz, am Friedhof in Payerbach, Niederösterreich. 

Petra Schimbäck


Info nebenbei: 

Im Grunde ist es erschreckend, wie nahe die Todestage von Mizzi, Mary, Kronprinz Rudolf und Helene beieinander liegen. 

Wer an Mythologie glaubt, kann hier wahrscheinlich einen Zusammenhang erkennen. Da Mizzi und Helene an natürlichen Tode gestorben sind, ist es umso erstaunlicher. 


Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
Bildnachweise: Wikimedia/Commons, gw.geneanet.org
Videonachweise: Petra Schimbäck
Ich danke dem Karmel Mayerling, für die Foto- und Videoerlaubnis!


Literatur Hinweise:

Heinrich Baltazzi-Scharschmid, Hermann Swistun
Die Familien Baltazzi-Vetsera im kaiserlichen Wien
Böhlau, 1980

Brigitte Sokop
Jene Gräfin Larisch
Marie Louise Gräfin Larisch-Wallersee, Vertraute der Kaiserin – Verfemte nach Mayerling
Böhlau, 1980

Hermann Swistun
Mary Vetsera. Gefährtin für den Tod
Ueberreuter, 1999

Das Kronprinzenwerk

Es gibt nichts annähernd vergleichbares, was das Habsburg Reich umfassender beschreibt, als dieses Werk. 

Als das „Kronprinzenwerk“ wird die 24bändige Enzyklopädie „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“ bezeichnet, die von Kronprinz Rudolf 1883 persönlich angeregt wurde. 

Foto: Antiquitäten Wittmann Dachau
20 Bände des Kronprinzenwerkes

Er selbst hat an dem Werk mitgearbeitet, allerdings halfen noch weitere 432 Mitarbeiter das 24bändige Werk fertigzustellen. 

Die Enzyklopädie beschreibt je nach Kronländern geordnet: 

Länder, Völker, Landschaften und Regionen der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Kronprinz Rudolfs letztes Foto
(knapp vor seinem Tod aufgenommen)

Sie erschien am in deutscher (24 Bände) und in ungarischer (21 Bände) Sprache (Az Osztrák-Magyar Monarchia írásban és képben). 

Dementsprechend gab es auch zwei verschiedene Redaktionen mit unterschiedlichen Mitarbeitern. Kronprinz Rudolf hat bei beiden Sprachen mitgeholfen, da er durch Kaiserin Elisabeth angeregt perfekt ungarisch sprach und schreiben konnte. 

Die deutsche Ausgabe leitete der jüdische (!) Schriftsteller, Geschichte- und Geografieprofessor Josef Ritter Weil von Weilen. 

Die ungarische Ausgabe, leitete der Schriftsteller und persönliche Freund von Kronprinz Rudolf Jókai Mór von Ásva. 

Leider wurde nur die deutsche Ausgabe ein finanzieller Erfolg und berühmt. Sie zählt bis heute in der Universität Wien als unwiederbringliches Nachschlagewerk. 

Die deutsche Ausgabe erschien vom 1.12.1885 bis Juni 1902 und erfolgte in 398 Lieferungen im Verlag der k.u.k. Hof- und Staatsdruckerei. 

Insgesamt enthalten alle 24 Bände: 

587 Beiträge auf 12.596 Textseiten sowie 4.529 Holzstiche.

Alle Bände in Übersicht: 

🔷 Band 1: Wien und Niederösterreich, 1. Abtheilung: Wien, 1886 

🔷 Band 2: Übersichtsband, 1. Abtheilung: Naturgeschichtlicher Theil, 1887

🔷 Band 3: Übersichtsband, 2. Abtheilung: Geschichtlicher Theil, 1887

🔷 Band 4: Wien und Niederösterreich, 2. Abtheilung: Niederösterreich, 1888

🔷 Band 5: Ungarn, Band 1, 1888

🔷 Band 6: Oberösterreich und Salzburg, 1889

🔷 Band 7: Steiermark, 1890

🔷 Band 8: Kärnten und Krain, 1891

🔷 Band 9: Ungarn, Band 2, 1891

🔷 Band 10: Das Küstenland (Görz, Gradiska, Triest und Istrien), 1891 

🔷 Band 11: Dalmatien, 1892 

🔷 Band 12: Ungarn, Band 3, 1893

🔷 Band 13: Tirol und Vorarlberg, 1893 

🔷 Band 14: Böhmen, Band 1, 1896

🔷 Band 15: Böhmen, Band 2, 1896

🔷 Band 16: Ungarn, Band 4, 1896

🔷 Band 17: Mähren und Schlesien, 1897 

🔷 Band 18: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung, 1898

🔷 Band 19: Galicien, 1898

🔷 Band 20: Bukowina, 1899

🔷 Band 21: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung, 1900

🔷 Band 22: Bosnien und Hercegowina, 1901 

🔷 Band 23: Ungarn, Band 6, 1902

🔷 Band 24: Croatien und Slavonien, 1902

Durch meine Recherchen an Kronprinz Rudolf stieß ich auf dieses Buch und bin erstaunt, dass sich dieses Nachschlagewerk in ganz wenigen historischen Büchern befindet. Hier also ein Zitat daraus, in welchem man sieht, wie komplex die Beziehung von Kronprinz Rudolf und Graf von Taaffe war.

Kronprinz Rudolf schrieb einen Bittstellerbrief an Ministerpräsident Eduard Graf von Taaffe, welcher noch nie (!) veröffentlicht wurde. 

Hier also der gesamte Wortlaut: 

Lieber Graf!

Das von mir ins Leben gerufene patriotische Werk über Österreich-Ungarn wird am 1. Dezember zu erscheinen beginnen. Es scheint mir von großer Bedeutung, daß dieses Werk in den österreichischen Schulen Eingang finde, wo es ja bei uns an ähnlichen Werken mit ähnlicher Tendenz sehr gebricht. Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie auf dem Wege durch die Statthalter auf die Bezirkssculräte einwirken wollten, daß dieses Werk für die Schülerbibliotheken allerorts eingeführt würde; der Preis von 30 Kreuzer für die Lieferung macht es möglich, daß ohne nennenswerte Opfer dieses ganz Österreich-Ungarn umfassende Werk, an welchem sich die hervorragenden Schriftsteller und Künstler beteiligen, in jeder Schulbibliothek seinen Platz einnehmen kann.

Mit den herzlichsten Grüßen bin ich, lieber Graf Ihr 

R u d o l f 

Wien, 1. November 1885 (1)

Leider war Kaiser Franz Joseph alles andere als erfreut und hat dieses beeindruckende Werk kaum gewürdigt. 

Er befand, wie alles was sein Sohn tat, als Zeitverschwendung. 

Die Beziehung der beiden war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung komplett erkaltet. 

Kaiser Franz Joseph trauerte nie um seinen Sohn, sondern immer nur über die Schande, die er dem Kaiserhaus eingebracht hatte. 

Petra Schimbäck


Text + Recherchen: Petra Schimbäck
Bildnachweise: Österreichische Nationalbibliothek, Antiquitäten Wittmann Dachau, Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra


Literatur Hinweise:

1 Seitenanzahl wird noch eingefügt
Arthur Skedl
Der politische Nachlass des Grafen Eduard Taaffe
Rikola Verlag, 1922

Mizzi Kasper

Foto: Wikimedia/Commons
Mizzi Kaspar

Maria Kaspar, bekannt als Mizzi wurde am 28.9.1864 in Graz geboren. 

Mizzi war Edelhure, was damals auch „Soubrette“ genannt wurde. 

Sie war die Langzeitgeliebte von Kronprinz Rudolf und galt (und gilt) in der historischen Welt als dessen große Liebe.

Dies kann jedoch als kontrovers diskutiert werden. Bei aller Revolution die Rudolf immer wieder gegen das Kaiserhaus vorbrachte, so wusste er dennoch, wo er herkam. Eine „Soubrette“ als „große Liebe“ zu benennen, ist deswegen etwas Fehl am Platz. 

Aufgrund ihrers Verhältnisses und ihrer ungemeinen Loyalität wurde Mizzi von Rudolf reich beschenkt. 

1887 kaufte er ihr um 60.000 Gulden (heute €  1.008.778,80 EUR) ein dreistöckiges Haus in der Heumühlgasse 10, 1040 Wien. Weiters bekam sie Bargeld und Schmuck im Wert von 130.000 (€ 2.185.687,40) Gulden. 

Als er immer Lebensmüder wurde, bat Rudolf Mizzi sich mit ihm gemeinsam das Leben zu nehmen. Als Ort für den gemeinsamen Selbstmord hatte er den Husarentempel in Mödling auserkoren. Doch Mizzi lehnte ab. 

Sie versuchte noch sein Leben zu retten, als sie die Polizei in dessen Plan einweihte. Niemand wollte ihr Gehör schenken. 

Einer Soubrette- auch wenn sie die Mätresse vom Kronprinzen war – glaubte man nicht. 

Die letzte gemeinsame Nacht verbrachte das „Liebespaar“ gemeinsam vom 27.1. auf den 28.1.1889. 

Foto: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra
Kronprinz Rudolf, Geliebter

Beim Abschied küsste er sie auf die Stirn und machte ein Kreuz auf diese. Dies war zuvor nie vorgekommen. Mizzi war in äußerster Besorgnis um Rudolf und wusste, dass sie ihn nie wieder sehen würde. 

Von Mizzi fuhr Rudolf direkt zur angesetzten Jagd nach Mayerling. 

Rudolfs Leiche fand man am 30.1.1889. Er hinterließ ihr in seinem Testament 30.000 Gulden (heute € 504.389,40), mit denen sie sich zur Ruhe setzte. 

Zum Zeitpunkt des Todes von Rudolf war Mizzi 24 Jahre alt. 

1891 verkaufte Mizzi das Haus in der Heumühlgasse und zog in die Paniglgasse, 1040 Wien. 

Mizzi Kaspar starb am 29.1.1907 43jährig an einer Rückenmarksverhärtung welche eine Folge von Syphilis war. Sie ruhte am Stadtfriedhof in Mödling; ihr Grab wurde allerdings zwischenzeitig aufgelassen. 

Mizzi hinterließ keine Briefe, kein Tagebuch und keine Memoiren. Zeit ihres Lebens lehnte sie jedes Interview ab – obwohl man ihr viel Geld bot. Sie blieb stur und hielt zu Kronprinz Rudolf. 

Als sie starb, kam die Kripo und nahm ihre Wohnung Stein für Stein, Brett für Brett auseinander, um irgendwelche Hinterlassenschaften zu Rudolf zu finden. Man fand nichts. Nicht einmal ein gemeinsames Bild wurde gefunden, obwohl es diese angeblich gab. Mizzi wusste um den brisanten Inhalt und hatte alles vor ihrem Tod vernichtet. 

Wer sich noch mehr für Kronprinz Rudolfs Leben interessiert, dem lege ich gerne mein Youtube Live ans Herz, in welchem ich über sein Leben erzähle.

Petra Schimbäck

Video: mythoskaiserinelisabeth.com – Petra

Text + Recherchen: Petra Schimbäck 
Bildrechte: Wikimedia/Commons, mythoskaiserinelisabeth.com – Petra


Literatur Hinweise:

Jean-Paul Bled
Kronprinz Rudolf 
Böhlau, Wien 2006

Brigitte Hamann
Kronprinz Rudolf. Ein Leben. 
Amalthea, Wien 2005

Rudolf Ein Leben im Schatten von Mayerling. 
Ausstellungskatalog, Wien 1990

Brigitte Hamann
Rudolf. Majestät, ich warne Sie…,
Geheime und private Schriften 
Amalthea-Verlag, Wien/München 1979

Oscar von Mitis
Das Leben des Kronprinzen Rudolf
Mit Briefen und Schriften aus dessen Nachlass. 
Insel-Verlag, Leipzig 1928

Helmut Reinmüller
Cold Case Mayerling Der Tod von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera
Kriminalpolizeiliche Aufarbeitung des Falles mit Originalquellen. 
Kral Verlag, Berndorf 2021